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für Kunst und Neue Medien - kunstpavillon.com
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Österreich
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ZVR: 737955361
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Kunst
ABC Kunstlexikon in Kooperation mit BeyArs.com
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Rudolf
von Alt
(1812-1905) |
Der
Wiener Rudolf von Alt war Hauptmeister des österreichischen
Veduttenaquarells. Nach seiner Ausbildung bei seinem Vater
und an der Akademie in Wien begann er mit einer für das
Biedermeier typische Gattung, des Aquarell-Interieurs. Es
folgten Reisen in die Schweiz, Italien, Böhmen, Ungarn,
Galizien auf denen die ersten Veduten entstanden. In den späteren
Jahren näherte er sich dem Impressionismus an |
Christian
Ludwig Attersee (*1940) |
Christian
Ludwig Attersee wurde im Jahre 1940 in Preßburg mit
dem Namen Christian Ludwig geboren. Der Künstler verbrachte
seine Jugend in Aschach an der Donau, in Linz und am Attersee.
Sein künstlerisches Schaffen beginnt bereits 1951 mit
dem Schreiben von Romanen und Liedern sowie dem Entwerfen
von Bühnenbildern. 1957 beginnt Attersee ein Studium
der Bühnenarchitektur an der Hochschule für angewandte
Kunst in Wien, 1959 schließt er ein Studium der Malerei
an. In den sechziger und siebziger Jahren enstehen die Zyklen"Österreichführer
für außerirdische Wesen" sowie jene zur Essens-Welt,
zu Alltagsgegenständen zu Schönheit und Kosmetik
und die Zyklen "Segelsport", "Servierlust und
Serviettenallerei", "Triebstör und Schwarzbesamung".
1990 wird Attersee als außerordentlicher Professor an
die Hochschule für angewandte Kunst in Wien (Meisterklasse
für experimentelles Gestalten) berufen und 1992 zum ordentlicher
Professor für die Meisterklasse Malerei, Animationsfilm
und Tapisserie ernannt. Attersee lebt und arbeitet in St.
Martin an der Raab im Burgenland, am Semmering und in Wien. |
Arcimboldo
Guiseppe (um 1527 - 1593) |
Bedeutender
Vertreter des Manierismus und Urahne der Surrealisten - Arcimboldo
wurde um 1527 wahrscheinlich in Mailand geboren und war in
den Jahren 1549-58 als Mitarbeiter seines Vaters tätig,
der Maler am Mailänder Dom war. 1562 begann er am Hof
Ferdinands I. in Prag als Porträtmaler und Kopist zu
arbeiten. Später ging Arcimboldo dazu über, auf
manieristische Weise phantastische Gemälde zu fertigen.
Seine Spezialität waren allegorische Bilder; meist Zusammensetzungen
menschlicher Köpfe und ganzer Gestalten aus Blumen, Füchten
oder Tieren. Der vielseitig talentierte Maler war auch als
Bühnenbildner, Organisator, Architekt und Ingenieur tätig.
Er verließ den Prager Hof im Jahre 1587, um nach Mailand
zurückzukehren. Arcimboldo wurde 1591 in den Adelsstand
erhoben.Er verstarb am 11. Juli 1593. Seine bizarren Bilder
sind als Ausformung des manieristischen Gedankens zu verstehen,
der an Stelle der Nachahmung naturalistische Verwandlung setzt.
Der manieristische Künstler wurde von den Surrealisten
des 20 Jahrhunderts als ihr Vorläufer angesehen. |
Baselitz
Georg (*1938 ) |
In
seinen Bildern stellt der Künstler die Motive auf den
Kopf
Baselitz wurde am 23. 1. 1938 als Hans-Georg Kern in Deutschbaselitz
in Sachsen geboren und studierte ab 1956 in Ost-Berlin Kunst,
wo er sich unter anderem mit Ralf Winkler (A.R. Penck) befreundete;
siedelte 1957 nach West-Berlin über und studierte er
an der Hochschule der Künste bis 1964 bei Hann Trier.
Im Jahre 1978 erhielt Baselitz eine Professur an der Karlsruher
Akademie der Bildenden Künste und lehrte zwischen 1983
und 88, sowie ab 1992 an der Hochschule der Künste in
Berlin. Baselitz lebt in Derneburg bei Hildesheim. Seit den
50er Jahren entwickelte er eine dem gegenständlichen
verbundenen Malerei, die anfänglich in schmutzigen Farben
gemalte Tier und Landschaftsfragmente darstellte, ab 1964
gewann die Farbe und Form als eigentliches Medium der Malerei
an Bedeutung und die Gegenständlichkeit wurde modifiziert
und bedeutungslos gemacht. |
Beardsley
Aubrey (1872 - 1898) |
Der
Künstler wurde am 21. August 1872 im britischen Brighton
geboren und nahm im Jahre 1888 eine Lehre in einem Architekturbüro
auf. 1889 trat Beardsley in eine Londoner Versicherungsgesellschaft
ein. Er erhielt keine fachliche Ausbildung als Maler, sondern
bildete sich selbst an Vorlagen von Dürer, Michelangelo,
Botticelli usw. in Zeichnen aus. Angeregt von den Präraffaeliten
und dem japanischen Holzschnitt fand er frühzeitig seinen
eigenen, rein zeichnerischen Umriss-Stil. 1892 erhielt er
den Auftrag eine Ausgabe des "Morte d´Artur"
von Thomas Malory zu illustrieren. Die begeisterte Kritik
ebnete ihn den Weg zum vielbeschäftigten Illustrator.
Es folgten 1893 die Blätter zu Oscar Wildes "Salome".
1896 für Popes "Rape of the Lock " und Wagners
"Rheingold". Beardsley begann in 1893 zusammen mit
Harland und Lane die Zeitschrift "The Yellow Book"
herauszugeben. Er fertigte Plakate , Karikaturen und Exlibris,
entwarf Titelbilder und Schlußblätter, bis eine
Erkrankung an Tuberkulose 1896/97 einen Aufenthalt in Bournemouth
erforderlich machte. Im Jahre 1897 trat der Künstler
zur katholischen Kirche über und verstarb am 16. März
1898 in Menton. Beardsley, der fast ausschließlich Illustrationen
oder Plakate anfertigte, zählt zu den interessantesten
Künstlern des Jugendstils. Es sind nur zwei Ölgemälde
von ihm bekannt: "A Caprice" und "Frau mit
Maske". Seine bedeutendsten Arbeiten sind jedoch seine
Buchillustrationen. Sein Werk ist gekennzeichnet duch kühne
einfache Kompositionen, schwungvolle Linien und starke Kontraste
zwischen Licht und Schatten. |
Max
Beckmann (1884 - 1950) |
Max
Beckmann wurde am 12. 12.1884 in Leipzig geborene. Er studierte
in Weimar und Berlin. Bevor er sich 1907 der Berliner Sezession
anschloß unternahm er Reisen nach Paris und Florenz.
Seine frühen Werke standen unter den impressionistischen
Einfluß von Max Liebermann. Die Begegnung mit Munch
veränderte seine Malweise wieder. Einen weiteren Einschnitt
in Beckmanns Leben stellte der Erste Weltkrieg dar, in dem
er freiwillig Sanitätsdienst leistete, jedoch nach einem
Nervenzusammenbruch aufgrund der Schrecklichkeit des Erlebten
1915 bereits entlassen wurde. Beckmann übersiedelte nach
Frankfurt am Main und übernahm dort die Leitung der Malerklasse
an der Städelschule. 1933 gab er unter dem Druck des
Nationalsozialismus das Amt auf und ging nach Berlin. Dort
entstand die erste von neun gewaltigen Kompositionen; dieses
Triptychon nannte er "Abfahrt" (Museum of Modern
Art New York) und sah darin die Emigration und den Schrecken
des Nationalsozialismus voraus. Nachdem die Ausstellung "Entartete
Kunst" eröffnet wurde, übersiedelte Beckmann1937
nach Amsterdam, wo er den Krieg überstand. 1947 übersiedelte
er in die USA, wo er seit 1949 an der School of Arts des Brooklyn
Museums lehrte. Beckmann verstarb am 27. Dezember 1950 . In
seinen Gemälden Erdbeben von Messina 1909 und Untergang
der Titanic, 1912 kommt die für ihn typische Grundstimmung
des Unheilvollen, Schrecklichen und der Schutzlosigkeit zum
Ausdruck, wobei er sich eine sehr verschlüsselte und
eigenwillige Ikonographie bedient. Ab 1940 griff Beckmann
auch mythologische Themen auf. In diesem Zusammenhang von
Alegorie und Mythologie gehören auch Verkleidung und
Kostüm. Seine zahlreichen Selbstbildnisse zeigen ihn
auch als Narren oder König. Er prägte zusammen mit
Grosz das Phänomen der Neuen Sachlichkeit. |
Umberto
Boccioni (1882 - 1916) |
führender
Vertreter des Italienischen Futurismus
Der Künstler wurde am 19. Oktober 1882 in Reggio di Calabria
geboren und studierte von 1898 bis 1902 in Rom; hier begegnete
er den Malern Gino Severini und Giacomo Balla. Balla machte
ihn mit der Maltechnik des Divisionismus vertraut. Nach Aufenthalten
in Berlin und Paris ließ Boccioni sich 1907 in Mailand
nieder wo er 1909 Fillipo Tommaso Marinetti kennenlernte,
dessen theoretischen Ansätze hauptsächlich zur Entstehung
des "Manifest der futuristischen Malerei" führte
welches er im Jahre 1910 zusammen mit Balla, Russolo und Carrà
veröffentlichte . Auf einer Parisreise 1911 kam Boccioni
mit dem dort sich entwickelnden Kubismus in Kontakt, dessen
Stilelemente er zunehmend in seinen Bildern übernahm.
Die Darstellung von Geräuschen und Bewegung sind die
auffälligsten Merkmale seiner Malerei. Sein Bestreben,
die Dynamik der Formen darzustellen, erreichte er durch verschiedene
Ansichten eines Gegenstandes, gleichzeitig wandelte er diese
Ansichten ab und versuchte mehrere aufeinanderfolgende Bewegungsabläufe
darzustellen. Der Maler starb am 16. August 1916 in Verona
während eines Genesungsurlaubes des Ersten Weltkrieges
an den Folgen eines Reitunfalls. Boccioni, der zu den Hauptvertretern
des Futurismus gehört, vereinigte in seinen Werken das
Dynamische des modernen Lebens mit den Stilelementen des Kubismus.
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Pierre
Bonnard (1867 - 1947) |
Hauptmeister
des Neoimpressionismus
Bonnard wurde am 13. 10. 1867 in Fontenay-aux-Roses als Sohn
eines Beamten geboren. Neben einem Jurastudium, das er in
den Jahren 1886-89 betrieb, war er an der École des
Beaux-Art eingeschrieben. Nach dem Wechsel an dieAcadémie
Julian lernte er die Malern Maurice Denis, Paul Sérusier,
Jean Édouard Vuillard kennen. Seine Faszination für
die Bilder Gaugins führten 1888 zu einer für sein
weiteres Schaffen wichtigen Begegnung mit diesem in der Pont-Aven.
Daneben beeinflußten ihn auch der gerade in Europa bekannt
gewordene japanische Farbholzschnitt mit ihren allein auf
Fläche und Linie konzentrierte Darstellungsweise.Nachdem
er im Jahre 1889 einen Plakatentwurf "France-Champagne"
verkauft hatte, teilte er sich 1890 ein Atelier mit Vuillard
und Denis und schloß sich mit diesen der von Paul Sérusier
gegründeten symbolistischen Künstlergruppe "Nabis"
(=hebräisch: Prophet) an, von der er sich jedoch schon
bald wieder trennte. Bonnard stellte 1891 erstmals im "Salon
des Indépendants" aus und lernte wenig später
Toulouse-Lautrec kennen. Zusammen mit diesem gehörte
Bonnard zu den Begründern der modernen Plakatkunst.1905
unternahm er mit Vuillard eine Spanienreise, der in den kommenden
Jahren Reisen nach Belgien, Holland, England, Italien, Algerien,
Tunesien und Südfrankreich folgten.Zu den Hauptmotiven
zählten insbesondere Landschaften, Blumengärten,
Segelboote, der weibliche Akt und Schilderungen von Interieurs.Er
zählt wegen des starken Anteils des Lichts in seinen
Werken zu den Malern des Impressionismus, obwohl er im Grunde
einen eigenen Stil verwirklichte, indem er bestimmte Elemente
des Impressionismus in eine eigene Sprache umsetzte. Die Symbolik
der Bildaussage tritt zugunsten der Farbkomposition in den
Hintergrund. Durch eigenwillige Bildausschnitte wurden den
Szenen eine besondere Intimität verliehen.Im Jahre 1925
kaufte Bonnard schließlich ein Haus im südfranzösischen
Le Cannet, wo er bis zu seinem Tode am 23. 01. 1947 lebte. |
Hieronymus
Bosch (um 1450 - 1516) |
Bosch
wurde um 1450 als Iheronymus van Aken in s'Hertogenbosch geboren.
Der aus einer Malerfamilie stammende Hieronymus -sein Vater
und sein Großvater, Antonius und Jan van Aken arbeiteten
als Maler in s´Hertogenbosch- wird 1480 das erste mal
als Mitglied der Laienbruderschaft "Zu unserer lieben
Frauen" erwähnt, deren Vorstand er 1488 wurde. Im
Jahre 1478 heiratete er die reiche Aleyt Goyaert van de Mervenne,
so daß er von nun an ohne finanzielle Sorgen leben konnte.
Ihm wurde schon früh großes Ansehen zuteil. Seine
Werke wurden von kirchlichen ebeso wie von weltlichen Herrscher
geschätzt. Die Bilder Boschs wurden wegen der großen
Nachfrage schon zu seinen Lebzeiten oft gefälscht. Er
starb im August 1516 in seiner Geburtsstadt s'Hertogenbosch.
Seine bekanntesten Bilder sind "Weltgericht", "Der
Heuwagen" und "Der Garten der Lüste",
in denen Bosch die Abgründe des Menschseins und den damit
einhergehenden Sittenverfall schilderte, indem er dämonische
Wesen oder bizarre, traumhafte Szenen abbildete. Die genaue
Deutung seiner Bilder ist jedoch heute unmöglich geworden.
Durch die intensive Auseinandersetzung der Surrealisten mit
den verschlüsselten Darstellungen auf den Gemälden
Boschs rückten seine Bilder in diesem Jahrhundert wieder
in den Mittelpunkt des Interesses. Der Einfluß des Hieronymus
Bosch in der Malerei der Modernen ist deutlich zu erkennen. |
Sandro
Botticelli (1445 - 1510) |
Alessandro
di Mariano Filipepi, geboren in Florenz, erhielt den Beinamen
Botticelli, weil er eine Zeit lang bei seinem Bruder wohnte,
der wegen seines enormen Umfangs "botticelli" (Tönnchen)
genannt wurde. Botticelli absolvierte zunächst eine kurze
Ausbildung bei einem anderen seiner Brüder, eines Goldschmiedes.
Gegen 1465 bis 67 wurde er Schüler Fra Filippo Lippis,
dessen Art Engel und Madonnen zu malen er übernahm. Nicht
belegt, aber aus stilistischen Gründen wahrscheinlich
ist, daß er anschließend in der Werkstatt Andrea
del Verrocchios tätig war. Bereits 1470 besaß Botticelli
eine eigene Werkstatt, in welcher der Sohn seines einstigen
Lehrers, Filippino Lippi, in die Lehre ging. Botticelli hatte
Kontakte zu Humanisten sowie zu der Medici-Familie, was einen
großen Einfluß auf seinen Werdegang hatte. Gegen
1477 malte Botticelli die "Allegorie des Frühlings",
ein Gemälde, das seinen Ruhm nachhaltig bestimmte und
zusammen mit der "Geburt der Venus" zu seinen berühmtesten
Werken zählt. Als einer der 1481 von Papst Sixtus IV.
zur Ausmalung der Sixtinischen Kapelle nach Rom gerufenen
Künstler malte er dort Szenen aus dem Leben Moses´
und die Versuchung Christ. Mit den Tod seines Gönners
Lorenzo de Medici (1492) und dem Tod Savonarolas´ (1498)
trat eine Wende im Werk Botticellis ein. Ein durchkonstruierter
Bilderraum steht im Wiederspruch zu erregt und manieriert
wiedergegebenen Figuren. Der Verlust eines verständigen
Kreises von Humanisten und wohl auch das Ringen mit bildnerischen
Problemen führte zu einem Manierismus in der Formgebung
und zu rückschrittlichen Tendenzen.Er verstarb im Jahre
1510 in Florenz. Botticelli vervollkommnete mit seinen Werken
die dekorative Richtung der italienischen Frührenaissance. |
Eugéne
Boudin (1824 - 1898) |
franz.
vorimpressionistischer Maler
Der elfjährige Boudin, der am 13. Juli 1824 in Honfleur
geboren wurde, zog mit seiner Familie nach Le Havre um. Arbeitete
zunächst in einer Druckerei, eröffnete1842 ein Papiergeschäft,
in dem er auch Ausstellungen stattfinden ließ. Dank
dieser Einrichtung machte er die Bekanntschaft von Gustave
Courbet, Jean-Fracois Millet und Thomas Courture, später
auch von Cloude Monet, Bekanntschaften, die für beide
Seiten fruchtbar waren. Boudin hatte zwar selbst keine künstlerische
Ausbildung erhalten, war jedoch schon von Kindheit an ein
begeisterter Zeichner der Stimmungen von Himmel, Strand und
Meer. Diese Vorlieben kennzeichnete sein Werk ein Leben lang;
so malte er hauptsächlich Landschaften oder das Meer
mit Wolken und Lichtspiegelungen. Später gab er in seinen
Werken auch das Leben der Menschen wieder, wobei er jedoch
nie ganz auf Naturdarstellungen verzichtete.Boudin ebnete
mit seiner transparenten, gefühlvollen Malweise den Weg
zum Impressionismus und wurde damit unter anderem zum Vorbild
Monets. Nach seinem dreijährigen Pariser Studienaufenthalt
bereiste der Künstler Frankreich und Italien; später
hielt er sich auch in Belgien und Holland auf. Boudin verstarb
am 8. August 1898 in Deauville. |
Georges
Braque (1882 - 1963) |
Am
13. 5.1882 in Argenteuil-sur-Seine geboren, absolvierte Braque
zunächst eine Ausbildung beiseinem Vater und setzte sie
bei einem Dekorationsmaler in Le Havre fort. Nach der Militärzeit
studierte er ab 1902 an der Académie Humbert in Paris
und im Jahre 1904 richtete er sich ein eigenes Atelier ein.
Braque beeindruckten die Werke der Fauves, so daß er
sich ihnen 1905 anschloß. Später setzte er sich
mit Bildern Cézannes und Picassos auseinander, änderte
daraufhin seinen Malstil und wurde bei einer Ausstellung des
Herbstsalons im Jahre 1908 abgelehnt; ein Kritiker nannte
die Arbeiten Braques "bizarreries cubiques" aus
dem der Name "Kubismus" folgte. Ab 1908 arbeitete
er eng mit Picasso zusammen, den er durch den Kunsthändler
Kahnweiler kennenlernte, und bestimmte mit ihm jahrelang den
Kubismus und damit die moderne Malerei. Als 1908 Braque mit
seine neuen Bildern an der Jury scheiterte, veranstaltete
Kahnweiler für ihn eine Einzelausstellung.1912 entwickelte
er die Technik der Collage aus dem Versuch heraus Dingwirklichkeit
und Bildrealität zu überbrücken. Nach dem Ersten
Weltkrieg, bei dem Braque verwundet und frühzeitig entlassen
wurde, war sein Kontakt zu Picasso nahezu abgebrochen; Braque
arbeitete wieder vermehrt mit Farbe in dumpfen Tönen
als Ausdrucksmittel. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden
vor allem seine "Atelier- und Vögelbilder".
Braque zählt zu den wichtigsten Künstlern der Moderne,
der außerdem die französische Tradition der Landschaftsmalerei
aufrechterhielt. Braque wurde als erstem Maler zu Lebzeiten
eine Ausstellung im Louvre zuteil. Er starb am 31. 8. 1963
in Paris. |
Jan
Brueghel d. Ä. (1568 - 1625) |
Er
wurde 1568 in Brüssel als zweiter Sohn des Malers Pieter
Bruegel d.Ä. geboren. Im Jahre 1578 verstarb Mayeken,
geborene de Coecke, die Mutter Jans, so daß die Familie
Brüssel verließ und nach Antwerpen ging, wo die
Großmutter Marie Bessemers, die selbst Miniaturenmalerin
war, sich um die Kinder kümmerte. Seine Lehrer waren
Pieter Goetkint und Gillis van Conixloo. Schon mit 21 Jahren
verließ Jan die Heimat, um durch Europa zu reisen. Seine
Route kann heute nicht mehr genau rekonstruiert werden, sicher
ist jedoch, daß er sich 1590 in Neapel, zwischen 1592
und 94 in Rom und in der Zeit bis 1596 in Mailand bei Kardinal
Frederico Borromeo aufhielt, für den er arbeitete. Jan
kehrte daraufhin nach Antwerpen zurück und wurde 1597
als Meistersohn in die Sankt Lukasgilde aufgenommen. 1599
heiratete er Isabella de Jode, die 1601 einen Sohn zur Welt
brachte, der auch Jan genannt wurde. In diesem Jahr wurde
Brueghel offiziell Bürger der Stadt Antwerpen und ein
Jahr später, 1602, Dekan der Sankt Lukasgilde. Brueghel
unternahm 1604 eine Reise nach Prag und heiratete im gleichen
Jahr Katharina van Marienburg. Ab 1606 existieren Belege dafür,
daß er Maler des Brüsseler Hofes war. Einige Jahre
darauf unternahm der Künstler mit van Balen und seinem
Freund Rubens eine Hollandreise und malte in den folgenden
Jahren unter anderem für den Erzherzog Albrecht von Österreich
sowie für den polnischen König, bevor er schließlich
am 13. Januar 1625 der Cholera erlag. Jan Brueghel war ein
bedeutender Maler mit vielen Schülern, der es, im Gegensatz
zu seinem Bruder Pieter, zu einem gewissen Wohlstand brachte.
Seine Werk schöpft zum einen aus seiner Ausbildung als
Miniaturmaler, zum anderen nahm er Temen aus dem Werk seines
Vaters auf, wie historische Landschaftsdarstellungen oder
bäuerliche Szenen. An seinem Werk läßt sich
der Wandel der Kunst vom 16. zum 17. Jahrhundert besonders
gut ablesen. Besonders bekannt wurde Jan durch seine Blumenstilleben,
die ihm den Namen Blumen-Brueghel einbrachten. Er war auch
mit Rubens befreundet und arbeitete viel mit ihm. |
Pieter
Bruegel d. Ä. (1525/30 - 1569) |
Über
sein Leben weiß man wenig, da weder Briefe noch Dokumente,
die sein genaues Geburtsdatum oder seine Herkunft angeben,
existieren. Was man bezüglich dieser Punkte weiß,
wurde aus einer Biographie des Carel von Manders entnommen,
die im Jahre 1604, also 35 Jahre nach dem Tod Bruegels, erschien.
Aufgrund dieses zeitlichen Abstandes muß von Ungenauigkeiten
in der Biographie ausgegangen werden. Bruegel wurde zwischen
1525 und 1530 vermutlich in der Nähe von Breda (Niederlande)
geboren. Das er ein Bauernsohn war und seine Jugend unter
Bauern verbrachte, steht keineswegs fest, einiges spricht
für eine Herkunft aus dem städtischen Milieu. Man
möchte jedenfalls glauben, daß er schon früh
in einer Stadt seine geistige Ausbildung erhalten hat, etwa
in Herzogenbusch, wo er künstlerische Anregungen von
dort befindlichen Werken seines größten Vorgängers
Hieronymus Bosch empfangen haben könnte.Er erlernte die
Malerei als Schüler der Malers Pieter Coecke van Aelst
, der in Italien gebildet, als Maler, Architekt und besonders
als Zeichner für Festdekorationen, Bildteppiche und Glasgemälde
wirkte und es bis zum Dekan der Antwerpner Sankt-Lukas-Gilde
und zum Hofmaler des Kaisers Karl V. gebracht hatte. 1551
trat Brueghel als Freimeister in die Antwerpner Malergilde
ein. Während einer von ihm unternommene Italienreise,
die zu damaliger Zeit für nordeuropäische Künstler
obligatorisch war, arbeitete er 1553 in der Werkstatt des
Miniaturmalers Giulio Clovio in Rom.Diese Reise beeinflußte
seine Kunst im Gegensatz zu der zahlreicher anderer Künstler,
jedoch nicht; allein die Alpenlandschaft hat ihn derart in
ihren Bann gezogen, daß er zahlreiche Skizzen davon
anfertigte und sie auch in seinen Gemälden verarbeitete.
In Antwerpen fand er einen Mann, der der geeignetste war,
seine Zeichnungen und Kompositionen durch den Kupfersich zu
verbreiten. Es war Hieronymus Cock, der erste große
Verleger von Grafik in den Niederlanden.Schließlich
verließ er im Jahre 1563 Antwerpen und zog nach Brüssel,wo
er noch im selben Jahr die Tochter seines Lehrers Peter Cock
heiratete. Am 5. September 1569 starb er und wurde in der
Kirche Notre-Dame de la Chapelle zu Brüssel beigesetzt.
Er hinterließ seine Witwe zwei Knaben in zarten Alter,
die sich beide als Künstler einen Namen machen sollten:
Jan Brueghel d.Ä , genannt Samt- und Blumen-Brueghel
und Pieter Brueghel d.J, genannt Höllen_Brueghel, und
Maria.Nachdem Bruegel zu Beginn im Stil und nach Vorbildern
Hieronymus Boschs malte, fand er zunehmend zu einem eigenen
Malstil. In seinen Bildern hielt er vor allem das Leben der
Bauern und Bettler, das für ihn die menschlichen Schwächen
durch die Schlichtheit der Lebensäußerungen besonders
verdeutlichte und detaillierte Naturbeobachtungen fest. Der
Kreis von Brueghels Vorstellungen umfaßte alles, was
zu seiner Zeit geschaut und gedacht werden konnte: Himmel,
Hölle und Welt. Seine Kunstwerke ermöglichen es
dem Betrachter durch ihre Detailgetreue eine genaue Vorstellung
des Alltäglichen der damaligen Zeit zu gewinnen. Brueghel
gehört, etwa wie vor ihm Dürer und Hobein, zu den
großen Künstlern der neueren Zeit, die in bevölkerten
Handelstädten gelebt und die Welt auf Reisen kennen gelernt
haben.
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Brueghel
Pieter d. J. (1564 - 1638) |
niederl.
Maler
Brueghel Pieter d. J. auch Höllen-Brueghel genannt wurde
um 1564 in Brüssel als Sohn des Pieter Brueghel d. Ä.
geboren. Nach seiner Lehre bei Gillis van Conixloo wurde er
um 1584/85 in die Lukasgilde in Antwerpen aufgenommen. Er
fertigte viele Kopien nach Werke seines Vaters. Seine eigenen
Bilder sind detailreiche Kirmensdarstellungen oder Landschaften
mit Staffagen. |
Canaletto
(1697 - 1768) |
Venezianischer
Zeichner und Vedutenmaler des Spätbarock Der Maler, Zeichner
und Radierer Canaletto (eigtl. Giovanni Antonio Canal) wurde
am 18.10 1697 in Venedig geboren.Er lernte bei seinem Vater
die Malerei. Der Maler ging 1719 nach Rom, wo er Pannini,
Vanvitelli und Piranesi kennenlernte. 1720 wurde er in die
Malerzunft von Venedig aufgenommen. 1742 ging er zum zweitenmal
nach Rom. Durch englische Förderer wurden seine Bilder
im großen Umfang nach England verkauft. Nach Englandreisen
zwischen 1746 bis 50 und 1751 bis 53 hielt Canaletto sich
wieder in Venedig auf, wurde Mitglied der dortigen Akademie
und starb am 20.4.1768 in dieser Stadt. Zu seinen Schülern
gehörten Bellotto und Guardi. Das Werk des Künstlers
wird durch exakte Wiedergaben Venedigs, aber auch von London
und anderen Orten die er bereiste, verbunden mit einer besonderen
Ausdrucksweise des Lichts geprägt. Er schuf meist Auftragsarbeiten
in großem Stil, wie für dem Herzog von Bedford.
Viele seiner Arbeiten befinden sich noch heute in Großbritannien.
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Rosalba
Giovanna Carriera (1675 - 1757) |
venez.
Porträt- und Miniaturmalerin und Vertreterin des italienischen
Rokoko Die Künstlerin, die am 7. 10. 1675 in Venedig
geboren wurde, war Schülerin von Giuseppe Diamantini
und studierte danach bei Antonio Balestra. Zuerst malte sie
Porträtminiaturen, ab 1703 spezialisierte sie sich auf
Pastellmalerei, die unter dem Einfluß ihres Schwagers
Antonio Pelegrini stand und damit den Geschmack des Rokoko
besonders gut traf. Das Pastell mit seinem weichen, pudrigen
Glanz, den verwischten Farben und dem flaumigen Licht wurde
von Rosalba Carriera erst zu einem neuen, farbig-grafischen
Ausdrucksmittel ausgebildet. Carriera wurde mit ihren Bildern
schnell sehr berühmt und bekam im Jahre 1705 die Mitgliedschaft
der Römischen Accademia di S. Luca . Seit 1716 war Rosalba
mit dem Pariser Kunstkenner und Sammler Pierre Crozat befreundet,
auf dessen Einladung sie nach dem Tode des Vaters mit ihrer
Mutter 1720 nach Paris zog. Sie malte später sowohl am
französischen als auch am österreichischen Hof.
Die Malerin starb am 15. 4. 1757 in ihrer Geburtsstadt Venedig. |
Paul
Cézanne (1839 - 1906) |
französischer
Maler Vertreter der nachimpressionistischen Kunst und Wegbereiter
der modernen Malerei
Cézanne wurde am 19. Januar 1839 in Aix-en-Provence
geboren und studierte nach dem Willen seines Vaters in seiner
Heimatstadt Jura, wobei er nebenher im Abendkurs der École
Municipale de Dessin Zeichenunterricht nahm. 1861 übersiedelte
Cézanne nach Paris, wo ihn sein Jugendfreund Émile
Zola mit den Impressionisten Pissarro machte und er sich autodidaktisch
am Studium der Barockmaler, an Delacroix und Daumier bildete.
Noch im gleichen Jahr kehrte er entmutigt nach Aix zurück
und trat in das Bankgeschäft seines Vaters ein. Zwischen
1862 und 1864 reiste er erneut nach Paris, wo er Renoir, Monet,
Sisley, Bazille und später auch Manet kennenlernte. In
den Jahren 1864 bis 1870 wechselte er mehrmals zwischen Aix
und Paris hin und her und lernte in Paris seine zukünftige
Frau Marie Hortense Fiquet kennen. Im Jahre 1872 wurde Cézanne
Vater eines Sohnes, der auch Paul genannt wurde, und begann
eine Zusammenarbeit mit Pissarro, der ihn impressionistisch
beeinflußte. Unter dem Einfluss Pissarros erfolgte die
Aufhellung seiner Palette; er wandte sich dem atmosphärischen
Freilicht zu. Diese gemeinsame Arbeit währte zwei Jahre
lang und am Ende dieser Zeit beteiligte sich Cézanne
an der ersten impressionistischen Ausstellung, an der er mit
drei Bildern teilnahm, die verhöhnt und verlacht wurden.Zwischen
1879 und 1886 hielt er sich in Paris und bei anderen Künstlern
an verschiedenen Orten Frankreichs auf. Schließlich
kehrte er nach Aix-en-Provence zurück, wo er den größten
Teil der kommenden Jahre verbrachte. Hier entwickelte Cézanne
seinen eigenen Stil: Er erstrebte eine rhythmisch gegliederte
Verfestigung der Bildkomposition. Die Naturformen führte
er auf einfache geometrische Grundelemente zurück, die
Farbe wird dabei zum Hauptmittel der Komposition: Nicht die
Zeichnung oder Licht und Schatten schaffen den Bildaufbau,
sondern die fein gegeneinander abgestimmten Farbwerte. Am
22. Oktober 1906 verstarb Césanne. Alle Richtungen
der modernen gegenständlichen Kunst wie Fauvismus, Kubismus,
Neoklassik u.a. haben Cézanne Anregungen zu verdanken.
Durch die Zurückführung seiner Motive auf geometrische
Grundformen, wandelte Cézanne das Sehvermögen
des Betrachters radikal um und gehört so neben van Gogh,
Gauguin und Munch zu den Wegbereitern der modernen Kunst des
zwanzigsten Jahrhunderts; zu seiner Lebenszeit blieb ihm hingegen
die Anerkennung von Kunstszene und Kritikern versagt, so daß
er finanziell von seinem Vater, dem Bankier, abhängig
blieb. |
Marc
Chagall (1887 - 1985) |
russischer
Maler und Grafiker Als Sohn jüdischer Eltern wurde Moissje
Chagall am 7. Juli 1887 inLiosno beiWitebsk (Weißrussland)geboren.
Nach seinem Schulabschluß besuchte er die Kunstschule
des Jehuda Pen und ließ sich zunächst von der realistischen
Malweise seines Lehrers anstecken; nebenbei absolvierte er
eine Lehre als Retuscheur bei einem Fotografen. Nach einer
kurzen Zeit, die er an der St. Petersburger Malschule der
Kaiserlichen Gesellschaft zur Förderung der Künste
verbrachte, geriet er mit einem seiner Lehrer in Streit und
verließ die Schule. 1907 wurde Chagall in St. Petersburg
an der Swansewa-Schule bei Lew Semjolowitsch Bakst aufgenommen.Im
Jahre 1909 lernte er seine zukünftige Frau Bella Rosenfeld,
eine Freundin seiner Schwester, kennen. Bella und Chagalls
1916 geborene Tochter Ida wurden oft von Chagall porträtiert
und skizziert. Zwischen 1910 und 1914 hielt er sich in Paris
auf, wo Chagall seinen Vornamen in Marc änderte und sich
mit verschiedenen Kunstrichtungen, wie dem Kubismus und dem
Fauvismus, auseinandersetzte. Aus den Elementen der Kunst
der Fauves, des russischen- jüdisch Volkslebens des Chassidismus
und mystisch- traumhaften Elementen bildete er seinen eigenen,
expressiv gestalteten Stil aus, der Einfluss besonders auf
die deutschen Expressionisten hatte.Chagall kehrte1915 nach
Russland zu der wartenden Bella zurück und heiratete
sie. Durch seine revolutionären Ideen erhielt er in Rußland
die Möglichkeit, seine Werke in progressiven Galerien
auszustellen; zudem wurde ihm nach der Oktoberrevolution 1917
das Amt des Kunstkommissars von Witebsk angetragen, das er
bis 1919 ausübte und innerhalb dieser Amtszeit eine Kunstakademie
in Witebsk gründete. Aufgrund von Spannungen in seiner
Heimatstadt verließ er diese 1919 und zog nach Moskau,
wo er als Freskenmaler tätig war, bevor er im Jahre 1922
nach Frankreich zurückkehrte und unter anderem Bücher
illustrierte. 1941 flieht er vor der direkten Bedrohung durch
die Nationalsozialisten mit seinen gesamten Bildern in die
USA. 1949 siedelt Chagall entgültig nach Vence. Nach
1950 begann Chagall weltweit Bühnenausstattungen, Dekorationen
für Opernhäuser und Glasfenster, Reliefs und Keramiken
zu schaffen. Chagall verstarb am 28 März 1985 in Saint-Paul-de-Vence
bei Nizza. |
Thomas
Cole (1801 - 1848) |
amerikanischer
Landschaftsmaler Der am 1.2.1801 in Bolten le Moors / England
geborene Cole ist einer der wichtigsten Vertreter der amerikanischen
Landschaftsmalerei. Er gründete 1825 in New York zusammen
mit anderen Malern die "Hudson River School" deren
Ziel es war, grandiose Naturansichten mit literarischen Inhalten
zu füllen. Nach zwei Europareisen bei denen er die Werke
Poussins, Lorains, und Turner kennenlernte, malte er vorwiegend
Panoramalandschaften die er mit symbolisch-phantasischen Inhalten
belegte. Thomans Cole starb am 11.2.1848 in Catskill/New York. |
Lovis
Corinth (1858 - 1925) |
dt.
Maler und Grafiker Corinth wurde am 21. Juli 1858 im ostpreußischen
Tapiau geboren. Nach einer Ausbildung an der Königsberger
Akademie bei Otto Günther. Seine ersten Arbeiten sind
vor allem Genrebilder, Stillleben aber auch Porträts.
1880 geht er nach München an die Kunstakademie. Dort
lernt er den Malerkreis um Leibl kennen und findet so den
Weg zum Münchner Realismus. 1887 zieht er nach Berlin
, wo sich in Themenwahl und Darstellungsform die klassizistischen
Einflüsse der Salonmalerei bemerkbar machen. 1891 geht
er wieder zurück nach München wo er sich biblischen
und antiken Themen widmet. 1892 schloß er sich der Münchner
Sezession an, gründete aber schon kurze Zeit später
die Gegenbewegung "Freie Vereinigung" 1898 lernte
er Liebermann und Leistikow kennen, mit dem er 1900 nach Dänemark
reiste. Im Anschluß übersidelte er wieder nach
Berlin. 1903 heiratete er seine Schülerin Charlotte Berend.
In diesen Jahren prägte er gemeinsam mit Liebermann und
Slevogt eine spezifisch deutsche Spielart der impressionistischen
Malerei.1911 wurde Corinth nach Liebermann Präsident
der Berliner Sezession und erlitt im gleichen Jahr einen Schlaganfall,
der zu einer halbseitigen Lähmung führte. Nach seinem
Schlaganfall änderte sich allerdings sein Stil und er
malte mit kräftigerem Pinselstrich leidenschaftliche,
ausdrucksstarke Bilder, die ihn in die Nähe des Expressionismus
rückten. Von 1919 an lebte er in Schweiz. Corinth verstarb
am 17. Juli 1925 auf einer Hollandreise in Zandvoort. |
Carlo
Crivelli (* 1430-35 + um 1495) |
ital.
Renaissancemaler Geboren zwischen 1430/34 in Venedig und gestorben
um 1495 wahrscheinlich in Ascoli. Der Maler verbüßte
1457 eine sechsmonatige Gefängnisstrafe wegen der Entführung
einer verheirateten Frau. Um den Zorn des betrogenen Ehemannes
zu entgehen, setzte er sich1465 nach Dalmatien ab. Auch in
seiner Malerei findet man Zeichen für sein ungestümes
Temperament und starke Gemütsschwankungen. Crivelli lernte
in der Schule des Squarcione in Padua, dann in der Werkstatt
des Vivarini. Er verwirklichte wohl am reinsten das Ideal
der so genannten Schule von Murano. Zusammen mit Schiavone,
Murano, Vivarini, und Bellini war Crivelli einer der neuen
Renaissancemaler. Obwohl noch vehaftet in der ornamentalen
Gestaltung der Spätgotik, zeigt sich doch schon in bisweilen
ekstatisch wirkenden Figuren und gefühlsbetonten Gesten
die neue Bildauffassung des Manierismus und der beginnenden
Renaissance. Crivelli brachte es trotz seines extravaganten
Malstils zu seinen Lebzeiten zu Ansehen und Wohlstand; so
wurde ihm z.B. 1490 der Rittertitel "Cavaliere"
von Prinz Ferdinand von Capua verliehen. Von 1468 bis zu seinem
Tod um 1495 lebte der Künstler, der Renaissance-Werke
voller Details schuf, in Ascoli Piceno in den Marken. |
Salvador
Dalí (1904 - 1989) |
span.
Maler Dalì wurde am 11. Mai 1904 als Sohn eines Notars
im katalonischen Figueras bei Gerona (Spanien) geboren. Schon
früh verhielt er sich merkwürdig und neigte zu Gewalttätigkeiten
gegen Tiere, Menschen und gegen sich selbst. Auf der anderen
Seite schien er malerisch talentiert zu sein, so daß
seine Eltern ihn zu Ramon Pitchot, einem auf dem Land lebenden
Freund der Familie, schickten. Nach einiger Zeit kehrte Dali
in seine Heimatstadt zurück und besuchte die Kunstklasse
eines Senor Núñez. Im Jahre 1921 ging er nach
Madrid, wo er ein Studium an der Akademie von San Fernando
aufnahm. Dort wurde er 1925 wegen Rebellion von der Akademie
verwiesen, weil er einen Studentenprotest gegen die Berufung
eines mittelmäßigen Künstlers zum neuen Professor
angestiftet hat. Nach Figueras zurückgekehrt, verhaftete
ihn die Guardia Civil und inhaftierte ihn für einen Monat,
weil vermutet wurde, daß er an der rebellischen Atmosphäre
im Land beteiligt gewesen sei. Als keine Beweise dafür
gefunden werden konnten, wurde Dalí entlassen und zog
sich zu einem einsamen Aufenthalt am Mittelmeer zurück.
Dalí setzte sich mit allen modischen Stilrichtungen
auseinander, wie dem Impressionismus, Pointillismus, Futurismus,
Kubismus, Neokubismus und dem Fauvismus. 1927 reiste er nach
Paris, wo er Pablo Picasso und den Zirkel der Surrealisten
um Joan Miro und André Breton kennenlernt. Dalí
war 1929-34 Mgl. der Surrealistengruppe in Paris, es entstanden
Materialcollagen, Filme ("Un Chien andalou", 1928;
"L'Age d'or", 1930, beide mit Luis Buñuel),
aber auch dichterische und theoretische Publikationen, in
denen er seine "paranoisch-kritische" Methode zur
Eroberung des Irrationalen erläuterte. Gala, die Frau
des Dichters Paul Eluard, blieb bei Dali; er erklärte
sie zu seiner Muse, so daß sie zum Motiv vieler seiner
Bilder wurde. 1934 kam es schließlich zwischen Dalí
und den Surrealisten um Breton zum Bruch, woraufhin dieser
den offiziellen Ausschluß Dalís aus der surrealistischen
Bewegung verkündete. Die darauf folgenden Jahre verbrachte
Dali in Italien, wo er sich von Rennaissance- und Barockmalerei
beeinflussen ließ, eignete sich eine altmeisterliche
Malmethode an mit getreu wiedergegebenen realistischen Elementen,
während die Bildinhalte im Ganzen von Traumfantasien
genährt sind. Die Zeit zwischen 1940 und 1948 verbrachte
er mit Gala in den USA, bevor er nach Port Lligat in Spanien
zurückkehrte und zum Katholizismus konvertierte. In den
folgenden Jahren wendete er sich einem klassizistischen Stil
zu, der religiöse Motive zum Inhalt hatte. Dreißig
Jahre nach der ersten Begegnung mit Gala heirateten sie im
Jahre 1958. 1964 wurde Dalí in Spanien für sein
Lebenswerk ausgezeichnet und 1973 wurde in seiner Geburtsstadt
Figueras ein Dali-Museum eröffnet. Hier starb er am 23.
Januar 1989. Der illusorische Surrealismus Dalíis operiert
mit übermäßiger Detailgenauigkeit, die es
gerade vermag, die Traumwelt realistisch erscheinen zu lassen.
Er gewann seine Bildmotive aus der Nachvollziehung paranoider
Wahnvorstellungen, religiöse und sexuelle Themen. Sein
Werk ist außerordentlich umfangreich, es umfasst auch
Porträts, religiöse Bilder, Buchillustrationen,
Objekte, Schmuck, Ballettszenarien u.a. |
Honoré
Daumier (1808 - 1879) |
franz.
Maler und Karikaturist Am 26. Februar 1808 in Marseille geboren,
kam 1816 mit seinen Eltern nach Paris und lernte schon früh
in den Galerien des Palais Royal Maler und Literaten kennen.
Ab 1822 nahm er Zeichenunterricht. 1828 begann er sich mit
der neu entwickelten Technik der Lithographie auseinanderzusetzen.
Ab 1832 arbeitete Daumier als Karikaturist für die Zeitungen
"La Caricature" und ab 1837 für "Le Charivari".
Daumier begann mit politischer Satire wobei seine bissigen
Veröffentlichungen ihm sogar einmal eine Gefängnisstrafe
einbrachten, später kam die Sittendarstellung hinzu .
Neben der Ölmalerei mußte Daumier sein Leben lang
für Zeitungen Lithographien anfertigen, um sich seinen
Lebensunterhalt finanzieren zu können, da er mit seinen
Bildern nur wenig Erfolg hatte. Im Jahre 1865 zog er sich
nach Valmondois bei Pontoise in ein Haus zurück, das
Corot ihm geschenkt hatte. Hier starb er nahezu erblindet
am 10. Februar 1879. Daumier malte Bilder in pastosem Farbauftrag
wie kein anderer Künstler des 19. Jahrhunderts; seine
Figuren vermitteln dem Betrachter eine Stimmung, die zwischen
Lächerlichkeit und Tragik liegt, so daß er zu einem
Hauptvertreter des sozialen Realismus, bzw. der sozialen Romantik
wurde. Das lithografische Gesamtwerk beziffert sich auf annähernd
4 000 Blätter und 1000 Holzschnitte. Als Maler wurde
Daumier erst im 20. Jh. entdeckt. |
Edgar
Hilaire Germain Degas (1834 - 1917) |
französischer Maler und Grafiker
Degas (eigentl. de Gas) wurde als Sohn eines Bankiers italienischer
Herkunft und einer Kreolin aus New Orleans in Paris am 19.
Juli 1834 geboren. Nach einem Jurastudium nahm er bei dem
Historienmaler Barrias und später an der École
des Beaux-Arts bei Lamothes Zeichen- und Malunterricht. Er
begann mit Historienbildern und Bildnissen, die streng gebaut
und in der klassizistischen Tradition verwurzelt sind. Degas
lernte Ingres kennen, was für seine weitere Malerei von
entscheidender Bedeutung war. Er hielt sich größtenteils
in Paris auf, unternahm jedoch auch Italienreisen, während
er sich malerisch ständig weiterbildete, indem er viele
Künstler kopierte. Um 1865 bekam er Kontakt zu den Impressionisten.
Degas schloß Freundschaft mit Manet, Renoir und Monet
und entwickelte Ende der siebziger Jahre erstes Interesse
an Theater, Ballett, Jockeys und Pferden, ab 1872 für
Opernbesuche. 1872 reiste er nach New Orleans, 1874 nahm er
mit zehn seiner Werke an der ersten Impressionistenausstellung
teil. Degas malte vor allem Tänzerinnen, die sie begleitenden
Musiker oder den Rennplatz. Er wollte mit seinen Bildern nicht
die Wirklichkeit zeigen, sondern seine Sicht der Wirklichkeit
dem Betrachter näher bringen. Im Unterschied zu den Impressionisten
löst Degas nicht die Formen in der Atmosphäre auf
und arbeitete im Atelier. Seine Bilder strahlen intensiv Leichtigkeit
und Spontanität aus, die dadurch erzeugt wird, daß
Degas es gelang die Körper in ihrer natürlichen
Bewegung einzufangen. Kennzeichnend sind auch die ungewöhnlichen,
wie zufällig wirkende Bildausschnitte, durch die die
Figuren oft aus dem Zentrum gerückt werden. Obwohl er
sich an insgesamt 8 Ausstellungen der Impressionisten beteiligte,
eignete er sich weder die heiter Stimmung ihrer Landschaftsbilder
noch ihre Malweise an. In seinem Werk steht immer der Mensch
und das großstädtische Leben seiner Zeit im Mittelpunkt.
Neben der Pastell- und Ölmalerei widmete sich Degas später,
aufgrund eines sich verschlimmernden Augenleidens, das nahezu
zur Erblindung führte, auch dem Schaffen von Plastiken
bei der er die flüchtige Bewegung festhielt. Zudem war
er dichterisch tätig und verfaßte zahlreiche Gedichte.
Er verstarb am 26. September 1917 in Paris, wo er seine letzten
Lebensjahre sehr zurückgezogen verbrachte. |
Ferdinand
Victor Eugène Delacroix (1798 - 1863) |
Der
am 26. April 1798 in St.-Maurice-Charenton bei Paris als Sohn
eines Diplomaten und einer deutschstämmigen Mutter geborene
Delacroix begann seine malerische Ausbildung im Pariser Atelier
von Pierre Narcisse Guérin und besuchte später
die École des Beaux-Arts. Delacroix wurde von den Werken
Goyas, Rubens und Veroneses sehr stark beeindruckt und von
der Bekanntschaft zu Géricault inspiriert. Im Jahre
1825 ging er nach London, wo er sich mit den Werken Lawrences,
Gainsboroughs und Turners auseinandersetzte, um nach seiner
Rückkehr nach Paris zum Hauptvertreter der romantischen
Malerei in Frankreich zu werden; dies setzte ihn der Kritik
der Klassizisten und insbesondere der Ingres aus. Es waren
auch literarische Werke, wie solche Shakespeares, Sir Walter
Scotts, Byrons oder Goethes und Ereignisse, die Delacroix
anregten; so malte er z.B. 1830 unter dem Eindruck der Julirevolution
das Bild "Die Freiheit führt das Volk auf die Barrikaden".
Als Begleiter eines französischen Gesandten reiste Delacroix
1832 nach Nordafrika und Südspanien, was ihn unendlich
faszinierte und Stoff für zahlreiche Gemälde lieferte,
so daß unter anderem Bilder mit Haremsszenen und Löwenjagden
entstanden. In den folgenden Jahren erhielt er viele offizielle
Aufträge, wurde dennoch zunehmend kritisiert und lebte,
nachdem er erst 1857 nach zahlreichen Aufnahmegesuchen Mitglied
der Académie wurde, in seinen letzten Lebensjahren
sehr zurückgezogen und starb am 13. August 1863 einsam
in Paris. Sein Gespür für die Farbigkeit und die
Gesamtwirkung eines Gemäldes machte Delacroix zu dem
wegweisendsten Maler des 19. Jahrhunderts. Mit seinem eigenen
leidenschaftlichen Stil der Romantik schuf er stimmungsvolle
Bilder und wurde damit den Impressionisten zum Vorbild. |
Robert
Victor Felix Delaunay (1885 - 1941) |
Orphismus
Delaunay wurde am 12. April 1885 in Paris geboren. Am Ende
seiner Lehrzeit bei einem Dekorationsmaler malte er 1904 in
der Bretagne die ersten Bilder im Stil der "Pont Aven".
In der Folgezeit beschäftigte er sich mit der Farbtheorie
Michel Eugène Chevreuls, später mit den Werken
Cézannes und schließlich mit dem Kubismus, der
sich in seiner 1910 entstandenen ersten Eiffelturmserie zeigt.
In den Jahren 1911 und 12 nahm er an den Ausstellungen der
Künstlergruppe "Der blaue Reiter" in München
teil; er malte jetzt farbintensivere, vom Kubismus geprägte
Bilder, wie z.B. in den 1912 entstandenen "Fenstern"
zu sehen ist; der Schriftsteller Apollinaire prägte für
diesen Stil den Begriff "Orphismus". Delaunays 1912
entstandenes Bild "Kreisform" gilt als das erste
abstrakte Bild in der französischen Kunst. Delaunay starb
am 25. Oktober 1941 in Montpellier. |
Dosso
Dossi (um 1489 - 1542) |
Ferraresischen
Schule
Dossi wurde um 1489 entweder in Ferrara oder in Mantua geboren.
Er war der Hauptmeister der ferraresischen Schule des 16.
Jahrhunderts und verband deren Traditionen mit der venezianischen
Renaissance-Malerei. Der Künstler erreichte einen gewissen
Bekanntheitsgrad, indem er etwa 1518 begann, mythologische
Gemälde zu schaffen, die durch ihre Rätselhaftigkeit
den Betrachter in ihren Bann ziehen. Dossi verstarb im Jahre
1542 in Ferrara. |
Albrecht
Dürer (1471 - 1528) |
Der
als Sohn eines Goldschmiedes am 21. Mai 1471 in Nürnberg
geborene Dürer wurde in der Nürnberger Werkstatt
des Michael Wolgemut für Malerei und Grafik ausgebildet.
Am Ende seiner Lehrzeit brach er zu einer Reise an den Oberrhein
auf, um den vielgerühmten Martin Schongauer kennenzulernen,
welcher jedoch verstarb, bevor Dürer ihn treffen konnte.
1494 reiste er nach Italien, wo er neue Impulse für seine
Arbeiten erhielt und auf diese Weise die deutsche Malerei
beeinflußte. Nach seiner Rückkehr 1495 ließ
er sich in Nürnberg mit einer eigenen Werkstatt nieder
und reiste zwischen 1505 und 1507 nochmals nach Italien. In
den folgenden Jahren wurde Dürer so bekannt, daß
er zahlreiche Aufträge von Kaiser Maximilian I. erhielt.
Am 6. April 1528 verstarb er in seiner Heimatstadt Nürnberg.
Dürers Werke zeichnet besonders die Detailgenauigkeit
und Feinheit seiner Zeichnungen aus. Seine Graphik wurde nicht
nur als Werk, sondern auch als Vorbild für nachfolgende
Künstlergenerationen in Deutschland, aber auch in Frankreich
und Italien aufgenommen. |
Max
Ernst (1891 - 1976) |
Der
am 2. April 1891 in Brühl bei Köln geborene Max
Ernst studierte zunächst zwischen 1909 und 1914 Philosophie
und Psychologie in Bonn; nebenher malte er bereits. Im Jahre
1911 begegnete er Macke und nahm zwei Jahre später am
"Ersten Deutschen Herbstsalon" teil. In diesem Jahr
reiste er nach Paris, wo er Delaunay, Apollinaire und Arp
kennenlernte. Nach der Teilnahme am Ersten Weltkrieg kehrte
Ernst 1918 nach Köln zurück und gründete dort
mit Arp eine Dada-Gruppe; später schloß er sich
der Gruppe der Surrealisten an, die sich in Paris um André
Breton sammelte. Um dem Nationalsozialismus zu entgehen, wanderte
Ernst im Jahre 1941 mit seiner dritten Frau Peggy Guggenheim
nach Amerika aus. Nach seiner Rückkehr nach Europa 1955
wohnte er zunächst in Paris, später auch in Seillans,
wo er am 1. April 1976 verstarb. Der Surrealist Ernst entwickelte
die Technik der "Frottage", bei der er Papier auf
eine stark strukturierte Oberfläche auflegte und durch
Reiben mittels eines Bleistifts eine graphische Struktur erzielte.
Zudem schuf er Plastiken und fertigte zahlreiche Collagen
an, mit denen er verfremdete, traumhafte Effekte erzeugte. |
Lyonel
Feininger (1871 - 1956) |
Der
am 17. Juli 1871 in New York geborene Sohn eines deutschstämmigen
Musikerehepaares übersiedelte mit seinen Eltern 1887
nach Hamburg. Feininger zog die Malerausbildung der des Musikers
vor und besuchte bis 1892 die Kunstgewerbeschule in Hamburg,
die Kunstakademie in Berlin und für kurze Zeit die Académie
Colarossi in Paris. Nach seiner Ausbildung ging er nach Berlin,
wo er als Illustrator und Karikaturist arbeitete. Ab 1906
wandte er sich ganz der Malerei zu und erhielt in Paris Anregungen
durch Kubismus und den Orphismus Delaunays. Im Jahre 1908
kehrte er nach Berlin zurück, lernte Franz Marc und die
Künstlergruppe "Der blaue Reiter" kennen und
nahm an deren Ausstellungen teil. Feininger entwickelte in
den darauf folgenden Jahren einen Stil, den er "Prismaismus"
nannte und der in einem poetisch-romantisch verklärten
Kubismus bestand. Außerdem beschäftigte Feininger
sich in dieser Zeit mit Holzschnitten. Im Jahre 1919 wurde
er durch Gropius an das Weimarer Bauhaus berufen, wo er bis
1933 bleiben sollte und Malerei und Graphik unterrichtete.
Zudem gehört Feininger neben Jawlensky, Kandinsky und
Klee zu den Mitgliedern der Gruppe "Blaue Vier".
Vor den Nationalsozialisten, die seine Kunst als "entartet"
bezeichneten, floh Feininger 1936 in die USA; ab 1938 wohnte
er in New York, wo er auch am 13. Januar 1956 starb. |
Ernst
Fuchs (*1930) |
Ernst
Fuchs wurde 13. Februar 1930 in Wien geboren, fühlt er
sich schon mit 12 Jahren, nach traurigen Erfahrungen in einem
Durchgangslager für Halbjuden, als Künstler berufen
und wird in diesem Entschluß von seiner Mutter, die
sich scheinhalber vom Vater scheiden läßt, um so
ihren Sohn vor dem Konzentrationslager zu retten, stark unterstützt.
Er lernt Malerei und Bildhauerei und geht nach Kriegsende
1945 an die ausgebombte Akademie der bildenden Künste
in Wien, wo er bei Gütersloh bis 1950 studiert. Er ist
Mitbegründer der "Wiener Schule des phantastischen
Realismus", eine besondere Form der phantastischen Malerei,
in der das Absurde und die Vorliebe für Trance und Halluzinationen
fehlte, wie es im Surrealismus üblich war, und ist bis
heute ihr bedeutendster Vertreter. Geprägt durch Expressionismus
und Jugendstil sind die Hauptinhalte seiner Werke das alte
Testament und die erotische Mystik. |
Caspar
David Friedrich (1774 - 1840) |
Am
5. September 1774 in Greifswald (Pommern) geboren, besuchte
Friedrich ab 1794 die königliche Kunstakademie in Kopenhagen.
Im Jahre 1798 zog er nach Dresden, wo er ein Jahr später
auf der Akademieausstellung vertreten war. 1810 wurde er Mitglied
der Berliner Akademie, 1816 der Dresdner. In den folgenden
Jahren, etwa ab 1820 war der spätere Zar Nikolaus I.
sein wichtigster Auftraggeber, bevor Friedrich schwer erkrankte
und schließlich im Jahre 1835 die Malerei ganz aufgeben
mußte. Bereits bei seinem Tod am 7. Mai 1840 in Dresden
war der Künstler in Vergessenheit geraten; erst am Anfang
des 20. Jahrhunderts besann man sich auf seine Kunst zurück.
Friedrich zählt zu den wichtigsten Malern der deutschen
Romantik. Er vermochte die Ideale dieser Stilepoche in seinen
realistisch-gefühlvollen Landschaften auszudrücken,
indem er Stimmungen exakt wiedergeben konnte und in seinen
Werken oftmals eine nicht enden wollende Weite schuf. |
Paul
Gauguin (1848 - 1903) |
Am
7. Juni 1848 als Sohn eines Journalisten in Paris geboren,
verbrachte er seine ersten Lebensjahre in Lima (Peru); auf
der Reise dorthin verstarb sein Vater. Seine Mutter kehrte
vier Jahre später mit ihm und seiner Schwester nach Frankreich
zurück, wo sie bei dem Bruder ihres Mannes in Orleans
eine Bleibe fand. Nach einer Zeit bei der Marine, während
der seine Mutter starb, wurde Gauguin von einem Pariser Börsenmakler
angestellt, bei dem er zwischen 1871 und 1883 arbeitete. In
diesem Zeitraum, im Jahre 1873, heiratete er die Dänin
Mette Sophie Gad, die in seinem dem Kunst gewidmeten Leben
jedoch nur eine untergeordnete Rolle spielte. Während
seiner Anstellung bei dem Börsenmakler widmete sich Gauguin
nebenher der Malerei und malte, aufgrund seines Kontaktes
mit dem Maler Pissarro, impressionistische Werke. Nach Aufenthalten
in der Bretagne, in Panama und Martinique, die nach seinem
Ausscheiden aus dem Bankhaus erfolgten, reiste er 1888 zu
van Gogh nach Arles. Zeit seines nun folgenden Lebens befand
sich Gauguin in bedrängten wirtschaftlichen Verhältnissen.
Ausstellungen und Versteigerungen seiner Bilder in den Jahren
1888-1891 brachten kaum Erlöse, so daß der enttäuschte
Künstler 1891 Europa verließ und nach Tahiti kam,
welches seine Malerei immens beeinflussen sollte. Eine Rückkehr
nach Europa 1893 brachte ihm auch nicht den erwarteten Erfolg.
Schließlich kehrte Gauguin Europa im Jahre 1895 ganz
den Rücken zu und kehrte in die "Wildnis" zurück.
1901 ließ er sich in Atuana auf der Masquesas-Insel
Hiva-Oa nieder, wo er auch am 8. Mai 1903 verstarb. Gauguin
malte auch Bretagne und Provence, jedoch sind es seine auf
Tahiti entstandenen Werke, die das damalige Leben in der "Wildnis"
mit all seiner Farbenpracht widerspiegeln, die Gauguin zusammen
mit Cézanne, van Gogh und Munch zu den Vätern
der modernen Kunst machten; Gauguin half somit dabei, den
Expressionismus ins Leben zu rufen, der die formauflösende
Kunst des Impressionismus überwand. |
Ghirlandaio
Domenico (*1449 + 1494) |
ital.
Maler der Frührenaissance Ghirlandaio Domenico (eigtl.
Domenico do Tommaso Bigordi) 1449 in Florenz geboren. Er war
Schüler von A. Baldovinetti und malte religiöse
Bilder, Porträts und Fresken für das Großbürgertum
und den Papst. Als einer der 1481 von Papst Sixtus IV. zur
Ausmalung der Sixtinischen Kapelle nach Rom gerufenen Künstler
malte er dort in monumental-strenger Manier "Die Berufung
der Apostel Petrus und Andreas". In Florenz folgten für
seiner Werkstatt vor allem Aufträge für umfassende
Freskenzyklen. Das "Leben des Hl. Franziskus" (1485,
Sasetti-Kapelle, Florenz) läßt Ghirlandaio als
malerischen Chronisten erkennen, der die Bürger und die
Stadt seiner Zeit ausführlich wiedergibt. Eines der Hauptbeispiele
florentinischer Monumentalmalerei sind die Chorfresken in
S. Maria Novella (1486). Einer der Hauptauftragsgeber Ghirlandaios
war die florentinische Familie Tornabuoni, von der er Giovanna
Tornabuoni in einem stilisierten Profilportrait festhielt.
Ghirlandaio Domenico starb am 11. 1. 1494. |
Vincent
van Gogh (1853 - 1890) |
Geboren
wurde der Pfarrerssohn am 30. März 1853 in Groot-Zundert
bei Breda (Niederlande). Ab 1869 arbeitete er im Kunsthandel
in Den Haag, London und Paris. Van Gogh wollte daraufhin einen
dreimonatigen Kurs in Brüssel absolvieren, der ihn zum
Laienprediger ausbilden sollte, wurde jedoch für ungeeignet
dafür gehalten und ging daraufhin ohne Ausbildung in
ein belgisches Erz- und Kohlengrubengebiet, wo er als Prediger
und Lehrer tätig war. 1879 beschloß er jedoch Maler
zu werden und hielt sich unter der künstlerischen Leitung
seines Cousins A. Mauve in den Jahren 1883-1885 zeichnend
und malend bei seinem Vater in Nuenen auf, der dort eine Pastorenstelle
angenommen hatte. Bisher malte van Gogh in erdigen, schweren
Farbtönen, was sich mit seinem Umzug nach Paris im Jahre
1885 ändern sollte. In Paris lebte sein Bruder Theo,
der ihn von nun an finanziell unterstützte und hier machte
van Gogh die Bekanntschaft von impressionistischen Malern,
die seine Farbpalette erhellte und aufheiterte. Im Jahre 1888
verließ van Gogh Paris, um nach Arles zu ziehen. Sein
Nervenzustand verschlechterte sich rapide, so daß ab
1889 Aufenthalte in den Hospitälern von Arles und Saint
Rémy notwendig wurden. Im gleichen Jahr kam es aufgrund
van Goghs geistiger Verwirrung zu einem tätlichen Angriff
auf seinen Freund Gauguin, der zu ihm nach Arles gereist war.
Auf diese Weise kam es zum Bruch zwischen den zwei Malern
und van Gogh schnitt sich daraufhin sein Ohr ab. Schließlich
begab sich van Gogh 1890 zu dem Arzt Gachet nach Auvers-sur-Oise
bei Paris, der selbst ein Freizeitmaler und Freund der Impressionisten
war. Am 27. Juli 1890 beging van Gogh mit einem Revolver einen
Selbstmordversuch, dessen Folgen er zwei Tage später
unterlag. In der Provence entwickelte van Gogh einen Malstil,
der von leuchtenden, ausdrucksstarken Farben geprägt
ist und nur noch wenig mit dem Impressionismus gemein hat,
dem van Gogh in Paris begegnete. Mit diesem Stil wurde er
neben Gauguin, Cézanne und Munch zum Vorläufer
des Expressionismus und des Fauvismus. Zeit seines Lebens
in völliger Armut und finanzieller Abhängigkeit
von seinem Bruder lebend, gehören seine Werke heute zu
den beliebtesten Bildern, die bei Auktionen Summen in Millionenhöhe
erzielen. |
Francisco
José de Goya y Lucientes (1746 - 1828) |
Am
30. März 1746 in Fuendetodos bei Saragossa geboren, lernte
Goya zunächst bei José Luzan in Saragossa. Später
zog er nach Madrid und trat in das Atelier Francisco Bayeus
ein, der am Hof Karls III. unter Mengs tätig war. Nach
einer Italienreise heiratete Goya im Jahre 1775 Josefa Bayeu
und bekam ein Jahr später eine Stelle in der königlichen
Teppichmanufaktur. 1786 wurde er zum Hofmaler ernannt und
konnte so von nun an ein Leben ohne finanzielle Sorgen führen,
erlitt jedoch im Jahre 1792 einen Schlaganfall, der zu dem
völligen Verlust seines Gehörs führte. Bestimmte
bisher eine lichte Version des spanischen Rokoko seine Werke,
so entstanden von diesem Zeitpunkt an dunkle, schwere Bilder
in silbergrauen Tönen. Goya, der sich der Liberalen Bewegung
angeschlossen hatte, mußte 1824 Spanien verlassen; er
ging nach Bordeaux, wo er am 16. April 1828 verstarb. |
El
Greco (um 1541 - 1614) |
Der
um 1541 auf Kreta geborene Greco verbrachte wahrscheinlich
die ersten Lehrjahre in klösterlicher Umgebung, wo er
die Ikonenmalerei erlernte. Er ging später nach Venedig
und wurde Schüler Tizians; außer von dem Malstil
seines Lehrers wurde er von der Leuchtkraft der Farbe in Werken
Tintorettos und Bassanos beeinflußt. Im Jahre 1570 übersiedelte
Greco nach Rom, wo er jedoch der von Michelangelo vorgegebenen
Stilrichtung abweisend gegenüberstand und sie kritisierte.
So konnte er in Rom nicht Fuß fassen und ließ
sich 1580 im spanischen Toledo nieder und stand zunächst
im Dienste Philipps II., erhielt kirchliche Aufträge
und malte Porträts. Greco geriet jedoch wegen seiner
grellen Farben, seiner Art religiöse Themen zu interpretieren
oder der Überlängung der Figuren in Auseinandersetzungen
mit seinen Auftraggebern, so daß er unter anderem keine
königlichen Aufträge mehr erhielt. Der Künstler
verstarb im Jahre 1614 in Toledo. Grecos Kunst war im Laufe
der Zeit etwas in Vergessenheit geraten, wurde aber am Anfang
des 20. Jahrhunderts wegen seines Hangs zur Abstraktion neu
entdeckt. Greco gehört zu den wichtigsten manieristischen
Künstlern Europas. In seinem Stil verschmilzt die byzantinische
Kunst seiner Heimat mit den Einflüssen der venezianischen
Malerei. Eine weitere Besonderheit in seinen Werken besteht
darin, daß seine Figuren einerseits realistisch, andererseits
jedoch überlängt und mystisch dargestellt werden. |
HAP
Grieshaber (*1909) |
Am
15. Februar 1909 in Rot bei Leutkirchen geboren, lernte Grieshaber
in den Jahren 1926/27 das Schriftsetzerhandwerk. Er studierte
daraufhin in Stuttgart Kalligraphie und Buchkunst und bildete
sich in London und Paris weiter, bevor er zwischen 1931 und
33 ausgedehnte Reisen in den Orient unternahm. Grieshaber,
der als Holzschneider, Drucker und Maler bekannt geworden
ist, stand zunächst noch unter dem Einfluß Klees
und Feiningers, konnte jedoch schon bald seinen eigenen Stil
entwickeln und fertigte Holzschnitte in nachexpressionistischem
Stil an. Den Zweiten Weltkrieg verbrachte er als Soldat und
Kriegsgefangener in Belgien und lehrte später zwischen
1955 und 1960 an der Kunstakademie in Karlsruhe. In dieser
Zeit wurde sein Holzschnittwerk farbiger und enthielt vermehrt
biblische und mythologische Themen. Kennzeichnend für
Grieshabers Gesamtwerk ist die Holzschnittechnik in Langholz
und der Holzstich in Hirnholz. |
George
Grosz (1893 - 1959) |
Grosz
wurde am 26. Juli 1893 in Berlin als Georg Ehrenfried Groß
geboren. Er studierte in Dresden, Berlin und Paris und begann
ab 1912 Ölbilder zu malen. Nach dem Kriegsdienst im Ersten
Weltkrieg, der zu einer Einweisung in eine Nervenheilanstalt
führte, schloß sich Grosz einer Dada-Gruppe in
Berlin an. Um 1920 verließ er den Stil futuristischer
Visionen und karikaturhaft verzerrter Figuren und entwickelte
eine beißend naturalistische Malweise, die als "Neue
Sachlichkeit" bezeichnet wird. Im Jahre 1932 floh Grosz
vor dem Nationalsozialismus nach New York, kehrte später
jedoch nach Deutschland zurück und starb am 6. Juli 1959
in Berlin. |
Francesco
Guardi (1712 - 1793) |
Der
1712 in Venedig als Sohn des Malers Domenico geborene Künstler
malte Blumenstilleben, Theaterdekorationen, religiöse
Themen und insbesondere Ansichten Venedigs. Bei letzteren
Werken gelang es dem Vedutenmaler Guardi, das Licht über
der Lagunenstadt auf märchenhafte und romantische Weise
in allen möglichen Schattierungen darzustellen und damit
die ganz eigene Stimmung Venedigs wiederzugeben. Guardi, der
zu den Vertretern des venezianischen Rokoko gehört, starb
am 1. Januar 1793 in Venedig. |
Keith
Haring (1958 - 1990) |
Haring
wurde am 4. Mai 1958 in Kutztown, Pennsylvania geboren und
lernte schon früh vom Vater das Zeichnen. Im Jahre 1976
besuchte er die Ivy School of Professional Art in Pittsburgh,
die er jedoch nach einem Jahr schon wieder verließ,
um sich als Autodidakt künstlerisch weiterzubilden und,
ohne eingeschrieben zu sein, Vorlesungen an der Universität
zu besuchen. Seine erste Einzelausstellung fand 1978 statt;
im gleichen Jahr zog Haring nach New York und immatrikulierte
sich an der School of Visual Arts. 1980 nahm er an einer Ausstellung
der aus der Graffiti-Szene stammenden Gruppe "COLAB"
in einem verlassenen Haus am Times Square teil und bemalte
Plakatwände an U-Bahnhöfen. Sein internationaler
Durchbruch erfolgte im Jahre 1981, nachdem er mit dem Graffitimaler
LA II zusammen eine Ausstellung organisiert hatte; nun folgten
Ausstellungen und Retrospektiven in Amerika und Europa. Schließlich
infizierte Haring sich mit dem Aids-Virus und verstarb im
Februar 1990 an den Folgen der Krankheit. |
Erich
Heckel (1883 - 1970) |
Am
31. Juli 1883 im sächsischen Döbeln geboren, lernte
Heckel im Jahre 1904 Kirchner und Bleyl kennen, die mit ihm
und Schmidt-Rottluff 1905 die Künstlervereinigung "Brücke"
gründeten. Nach der Auflösung dieser Gruppe im Jahre
1913 baute Heckel seinen eigenen Stil weiter aus und malte
in schärferen, kantigeren Konturen. 1915 tat er in Flandern
Dienst als Krankenpfleger und malte neben Landschaftsbildern
nun auch Menschen in sozialer oder körperlicher Not.
Heckel starb am 27. Januar 1970 in Hemmenhofen am Bodensee. |
Alfred
Hrdlicka (*1928) |
Alfred
Hrdlicka wurde 1928 in Wien geboren und studierte an der dortigen
Akademie der Künste zunächst Malerei bei Albert
Paris Gütersloh und Josef Dobrowsky, später dann
Bildhauerei bei Fritz Wotruba. Sein Werk, das von einer extremen
psychischen und physischen Exzessivität gekennzeichnet
ist, hat die menschliche Figur künstlerisch in Extremzustände
des Leids, der Schändungen und des Tötens überführt.
Gleichzeitig und damit korrespondierend analysiert Hrdlicka
Formen menschlicher Sexualität, die bei ihm zu nicht
minder drastischen Bildern führen. Die menschliche Figur,
ihre realistische, aber stets expressiv gestaltete Form, bildet
dabei den Fokus des gesamten Schaffens. Bewußt definiert
er sich als Antipode zur ungegenständlichen Kunst und
reklamiert für seine künstlerische Tätigkeit
gesellschaftliches und politisches Engagement. In diesem Zusammenhang
hat sich der Künstler mehrfach mit dem Gedanken an Krieg
und Gewalt auseinandergesetzt. Neben dem großen Radierzyklus
Wie ein Totentanz, der sich mit den Geschehnissen des 20.
Juli 1944 auseinandersetzt, hat Alfred Hrdlicka vor allem
im Hamburger Gegendenkmal und im Mahnmal gegen Krieg und Faschismus
auf dem Wiener Albertina-Platz eine expressiv-drastische Form
der öffentlichen Plastik entwickelt. |
Friedensreich
Hundertwasser - (1928 - 2000) |
Er
wurde am 15. Dezember 1928 als Friedrich Stowasser in Wien
geboren und besuchte 1948 drei Monate lang die Akademie der
bildenden Künste in Wien. Durch eine Ausstellung Egon
Schieles wurde Hundertwasser sehr beeinflußt, entwickelte
jedoch langsam einen eigenen Stil. Im Jahre 1949 nahm er den
Namen "Hundertwasser" an und unternahm Reisen innerhalb
Europas und nach Nordafrika. Eine erste Ausstellung zeigte
seine Werke zwischen 1953 und 1956 in Wien, Köln, Paris
und Mailand; darauf folgte 1958 sein "Verschimmelungsmanifest
gegen den Rationalismus in der Architektur". Der erste
Hundertwasser-Film war im Jahre 1966 zu sehen. 1974 konzipierte
er eine Fußgängerzone in Wien, worauf 1980 ein
Wohnprojekt folgte, das Hundertwasser im Auftrag der Stadt
Wien plante. Im gleichen Jahr wurde ihm der größte
österreichische Staatspreis verliehen und Hundertwasser
hielt eine Rede gegen Atomkraft. 1985 entwarf er erneut ein
Hundertwasserhaus für die Gemeinde Wien. Hundertwasser,
der sich selbst als Erneuerer des Wiener Jugendstils sieht,
malt ornamentale und bunte Bilder. Sein Bestreben war seit
jeher, die Umwelt zu schützen und ein menschliches Wohnen
zu ermöglichen; beides findet sich somit auch in seiner
Architektur wieder, die bunt und organisch wirkt und viele
Grünflächen enthält. |
Jean
Auguste Dominique Ingres -(1780 - 1867) |
Antike
neu entdeckt
Ingres wurde am 29. August 1780 in Montauban als Sohn eines
Stukkateurs und Bildhauers geboren. Der Vater, von dem er
den ersten Zeichenunterricht erhielt, schickte ihn schon mit
elf Jahren auf die Akademie von Toulouse. Im Jahre 1797 wurde
er Schüler im Atelier von Jaques Louis David in Paris
und zwei Jahre später wurde Ingres an der École
des Beaux-Arts aufgenommen. Als Stipendiat kam er dann im
Jahre 1806 nach Rom, wo er mit akribischer Detailgetreue als
Porträtmaler tätig war. Von Rom aus ging er 1819
nach Florenz und studierte dort die Werke Tizians und Raffaels,
bevor er 1824 nach Paris zurückkehrte. Hier erhielt er
auf der einen Seite Auszeichnungen für seine Bilder,
auf der anderen Seite wurden seine Werke jedoch heftig kritisiert,
so daß er 1935 wieder nach Italien ging und dort in
Florenz Direktor der Villa Medici wurde. 1841 zog es ihn erneut
nach Paris zurück und dieses Mal wurde seine Kunst von
allen Seiten gerühmt, so daß ihm viele Ehren zuteil
wurden. Ab 1850 war Ingres Präsident der École
des Beaux-Arts und bestimmte die Malerei seiner Zeit. Er starb
am 14. Januar 1867 in Paris. Ingres, der ein bedeutender Vertreter
des späten Klassizismus war, strebte stets nach der perfekten
Form. Er verehrte die Kunst Raffaels und schuf dadurch ruhige,
detaillierte Bilder mit einem Hang zum Antiken. |
Alexej
Georgewitsch von Jawlensky (1864 - 1941) |
Am
13. März 1864 in Torschok (Rußland) geboren, besuchte
Jawlensky die Kadettenschule in Moskau und begann nebenbei
zu malen. Im Jahre 1889 ließ er sich als Offizier nach
St. Petersburg versetzen, wo er die Kunstakademie besuchte.
1891 lernte er die Malerinnen Helene Nesnakomoff und Marianne
von Werefkin (seine spätere Frau) kennen, verließ
als Hauptmann 1896 das Militär und ging mit beiden Frauen
nach München, wo er die Azbé-Kunstschule besuchte
und Kandinsky begegnete. Auf Reisen lernte Jawlensky die Werke
von van Gogh, Gauguin, Cézanne und Matisse kennen,
die bei ihm zu einem farbintensiven Malstil mit kraftvoller
Pinselführung führten. Er arbeitete teilweise zusammen
mit Matisse und später mit Kandinsky, Münter und
Werefkin in Murnau. Im Jahre 1909 gründete er dann mit
Kandinsky die "Neue Münchner Künstlervereinigung"
und schloß sich später der Gruppe des "Blauen
Reiters" an. Als Jawlensky während des Ersten Weltkrieges
aus Deutschland ausgewiesen wurde, zog er in die Schweiz.
1924 gründete er mit Feininger, Kandinsky und Klee die
Gruppe der "Blauen Vier". Jawlensky starb am 15.
März 1941 in Wiesbaden. Er verwendete als Vertreter des
Expressionismus die Farben nicht rein dekorativ, sondern setzte
sie symbolhaft ein. |
Wassily
Kandinsky (1866 - 1944) |
Kandinsky
wurde am 4. Dezember 1866 in Moskau geboren. Nach einem erfolgreichen
Jura- und Volkswirtschaftsstudium in Moskau ging er im Jahre
1896 nach München, um sich dort an der Azbé-Schule
der Malerei zu widmen. 1900 trat er in die Klasse von Franz
von Stuck ein und gründete im darauf folgenden Jahr die
Künstlergruppe "Phalanx", zu der auch seine
spätere Lebensgefährtin Gabriele Münter gehörte.
In den Jahren 1904-1908 reiste Kandinsky durch Europa und
Nordafrika und begann mit den Fauves Kontakt aufzunehmen,
von deren expressiver Farbigkeit er fasziniert war. Von dieser
Zeit an nahm die Farbe als formendes und kompositorisches
Element einen wesentlichen Platz in seiner Kunst ein. 1908
zog Kandinsky mit Gabriele Münter nach Murnau, das südlich
von München liegt. Hier entstanden viele Landschaftsbilder
der Umgebung, aber auch eine theoretische Schrift "Über
das Geistige in der Kunst". Mit Klee, Jawlensky, Münter,
Macke und Marc bildete Kandinsky 1911 die Künstlergemeinschaft
"Der blaue Reiter", die bis 1914 bestand. Mit dem
Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 ging Kandinsky nach Moskau
zurück, wo er ab 1918 Professuren übernahm und Museen
und Akademien gründete. 1921 kehrte er, zum großen
Ärger Münters mit Nina Andrejewskaja verheiratet,
nach Deutschland zurück, wo er 1922 am Weimarer und später
auch am Dessauer Bauhaus mitwirkte. 1928 nahm er die deutsche
Staatsbürgerschaft an, emigrierte jedoch 1933 nach Neuilly-sur-Seine
in Frankreich. Kurz vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges
nahm er 1939 die französische Staatsbürgerschaft
an und verstarb am 13. Dezember 1944 in Neuilly-sur-Seine
bei Paris. Bis ca. 1906 wirkten impressionistische Bilder
einen enormen Einfluß auf die Malerei Kandinskys aus;
als eine weitere Inspirationsquelle diente ihm die Kunst seiner
russischen Heimat. Mit seinem späteren Malstil, der sich
etwa ab 1910 von dem Gegenständlichen zu lösen begann,
wurde Kandinsky zum Wegbereiter der abstrakten Malerei. |
Ernst
Ludwig Kirchner (1880 - 1938) |
Der
am 6. Mai 1880 in Aschaffenburg als Sohn eines Papierchemikers
geborene Kirchner nahm neben dem Schulunterricht schon Zeichenkurse.
Im Jahre 1901 begann er in Dresden ein Architekturstudium,
das er 1903 für zwei Semester unterbrach, um in München
an der dortigen Kunstschule zu studieren. Nach dem Abschluß
seines Architekturstudiums in Dresden gründete Kirchner
zusammen mit Bleyl, Heckel und Schmidt-Rottluff die Künstlervereinigung
"Brücke"; Anregungen erhielt die Gruppe durch
eine neoimpressionistische Ausstellung und die Kunst "primitiver"
Völker. 1913 löste sich die "Brücke"
auf. Kirchner meldete sich 1914 zum Kriegsdienst, wurde jedoch
bereits ein Jahr später wegen eines Nervenzusammenbruches
aus der Armee entlassen. Erholungsphasen in Dresden und im
schweizerischen Davos folgten. Die Kunst Kirchners wurde unter
nationalsozialistischer Herrschaft als "entartet"
angesehen, was unter anderem zu dem Freitod Kirchners am 15
Juni 1938 geführt haben könnte. Die expressionistischen
Werke Kirchners haben große Bedeutung für die deutsche
Kunstgeschichte der Moderne. |
Klimt
(1862 - 1918) |
Klimt
wurde am 14. Juli 1862 in Baumgarten bei Wien als Sohn eines
Graveurs geboren. Im Jahre 1876 trat er in die Malklasse des
Prof. Julius Viktor Berger an der Kunstgewerbeschule in Wien
ein. Er beendete diese Ausbildung 1883 und gründete im
gleichen Jahr die "Künstlercompagnie", die
aus ihm, seinem Bruder Ernst Klimt und Franz Matsch bestand;
die Künstlergemeinschaft führte unter anderem im
Jahre 1886 Dekorationsaufgaben im Wiener Burgtheater durch.
1888 wurde Klimt das Goldene Verdienstkreuz verliehen und
im gleichen Jahr unternahm er Reisen nach Krakau, Triest,
Venedig und München. Einige Jahre nach dem Tod des Vaters
und des Bruders Ernst 1892 gründete Klimt 1897 zusammen
mit Joseph Maria Olbrich und Josef Hoffmann die "Wiener
Secession", deren Leiter er wurde und deren erste Ausstellung
ein Jahr später stattfand. Im Jahre 1905 trat die "Klimtgruppe"
jedoch aus der Secession aus. Klimt gründete ein Jahr
später den Österreichischen Künstlerbund, deren
Präsident er 1912 werden sollte, und unternahm Reisen
nach Brüssel, London und Florenz. 1907 wurden die ersten
erotischen Zeichnungen von ihm veröffentlicht. Im Jahre
1909 endete dann seine "goldene Periode". Klimt
verstarb am 6. Februar 1918 in Wien. Schon um die Jahrhundertwende
stellten die Werke Klimts den Mittelpunkt der Wiener Kunst
dar. Er vereinigte die verschiedenen Richtungen des internationalen
Jugendstils und schaffte eine Synthese aus Figuren und Ornamenten,
die in flächigem Stil gemalt, dem Betrachter einen besonders
sinnlichen und prunkvollen Eindruck vermitteln. |
Yves
Klein (1928 - 1962) |
Der
am 28. August 1928 in Nizza geborene Klein studierte zwischen
1944 und 46 in seiner Geburtsstadt. Ab 1950 entwickelte er
erste monochrome Bilder. Nach einem Aufenthalt in Spanien
siedelte Klein im Jahre 1955 nach Paris über, wo er zahlreiche
Bilder in einer matten blauen Farbe schuf, die er sich 1957
als IKB (International Klein Blau) patentieren ließ.
Zunehmend wandte er sich sogenannten "Happenings"
zu, bei denen auch die Herstellung und nicht nur das Resultat
eines Bildes von Bedeutung ist. So bedruckte er z.B. 1960
Leinwände mit blaubemalten Frauenkörpern, während
ein Orchester eine von ihm komponierte Sinfonie spielte. Klein,
der zu den Mitbegründern des "Nouveau Réalisme"
zählt, verstarb am 6. Juni 1962 in Paris. Seine Werke
hatten große Bedeutung für die Kunst der 60er und
70er Jahre; er gehört zu den bedeutendsten Vertretern
der monochromen Malerei. |
Paul
Klee (1879 - 1940) |
Paul
Kleee wurde am 18. Dezember 1879 im schweizerischen Münchenbuchsee
als Sohn einer schweizerischen Sängerin und einem deutschen
Musiklehrer geboren; die Kinder- und Jugendjahre verbrachte
Klee jedoch mit seiner Familie in Bern. 1898 nahm er ein Malstudium
in München auf und arbeitete in der Akademie von Franz
von Stuck. In den Jahren 1901 und 02 reiste Klee zusammen
mit Hermann Haller nach Italien und wohnte in den darauf folgenden
Jahren, abgesehen von einer Reise 1905 nach Paris, in Bern.
1906 heiratete Klee Lily Stumpf und übersiedelte mit
ihr zusammen nach München, woraufhin ein Jahr später
sein Sohn Felix geboren wurde. Die erste Ausstellung Klees
fand 1910 im Berner Kunstmuseum, in Zürich, in Winterthur
und in Basel statt. 1911 machte er die Bekanntschaft von Kandinsky,
Macke, Marc und Kubin sowie die der übrigen Mitglieder
des "Blauen Reiters", so daß er im darauf
folgenden Jahr an der zweiten Ausstellung des "Blauen
Reiters" teilnahm. Insbesondere die Tunesienreise, die
Klee 1914 mit Macke und Moilliet unternahm, hatte großen
Einfluß auf seine Malerei; er entdeckte die Farbe als
Möglichkeit und Notwendigkeit und setzte sich außerdem
mit dem Kubismus auseinander. Er forschte nach der Essenz
der materiellen Welt, studierte ihre verborgene Struktur,
untersuchte organische Strukturen unter dem Mikroskop und
beschäftigte sich mit jenen Aspekten der Natur, die bisher
noch nie Gegenstand der Malerei gewesen waren. In den Jahren
1916-18 diente er beim Militär. 1920 wurde er durch Walter
Gropius als Lehrer an das Bauhaus in Weimar berufen. Hier,
und später auch am Dessauer Bauhaus, lehrte er bis 1931,
während er 1924 mit Kandinsky, Feininger und Jawlensky
die Gruppe "Die blauen Vier" gründete. An der
Düsseldorfer Kunstakademie erhielt er 1931 einen Lehrauftrag,
wurde jedoch 1933 durch die neuen nationalsozialistischen
Machthaber entlassen und siedelte nach Bern über. In
Bern erhielt er Besuche von Picasso, Braque und Kirchner.
Im Jahre 1940, am 29. Juni, verstarb Klee bei Locarno am Lago
Maggiore. |
Oskar
Kokoschka (1886 - 1980) |
Kokoschka,
der am 1. März 1886 in Pöchlarn an der Donau (Österreich)
geboren wurde, studierte zwischen 1905 und 1909 an der Wiener
Kunstgewerbeschule. 1910 kam er in Berlin in Kontakt mit den
Künstlern der Sezession, wie Pechstein, Nolde, Kirchner,
Heckel und Schmidt-Rottluff. Ein Jahr später kehrte Kokoschka
als Assistent an die Kunstgewerbeschule in Wien zurück.
Im Ersten Weltkrieg wurde er 1915 schwer verwundet; nach einer
Genesungsphase hielt er sich ab 1917 in Dresden auf und wurde
im Jahre 1919 Lehrer an der dortigen Kunstakademie. Nach ausgedehnten
Reisen durch Europa und Afrika mußte Kokoschka 1934
vor den Nationalsozialisten nach Prag und 1938 nach London
flüchten, wo er sich stark politisch engagierte. Zwischen
1953 und 63 leitete er die "Schule des Sehens" in
der Salzburger Sommerakademie und übersiedelte schließlich
in die Schweiz, wo er am 22. Februar 1980 in Villeneuve am
Genfer See verstarb. Kokoschka, der außer als Maler
auch noch als Schriftsteller von Theaterstücken tätig
war und Bühnenbilder und -dekorationen schuf, zählt
zu den wichtigsten Künstlern des Expressionismus. |
Alfred
Kubin (1877 - 1959) |
Der
1877 in Leitmeritzen, Böhmen, geborene Maler, Graphiker
und Schriftsteller Kubin zählt zu den eigenwilligsten
Vertretern der österreichischen Kunst nach der Jahrhundertwende.
Die Gründe für seine bevorzugte Darstellung von
phantastischer, spukhaft-unheimlicher Irrealität wurzelt
in seiner Kindheit und sein Schaffen sollte ihm helfen, in
einer Art künstlerischen Selbstanalyse mit seinen Ängsten
und seelischen Krisen fertigzuwerden. Während seine Frühwerke
eine Verbindung von Symbolik und Jugendstil sind, tritt später
immer stärker die expressionistische Komponente auf.
In den 20er und 30er Jahren erlangte er durch seine Buchillustrationen
sowohl eigener als auch fremder Bücher wie von E. T.
A. Hoffmann, Strindberg oder Edgar Allan Poe, Weltruhm. In
der nationalsozialistischen Ära wurden allerdings auch
seine Zeichnungen als "Entartete Kunst" ausgestellt.
Er zog sich ab 1906, noch keine 30 Jahre alt, auf sein Landschloß
nach Zwickledt, Oberösterreich, zurück, wo er bis
zu seinem Tode im Jahre 1959 lebte. |
Leonardo
da Vinci (1452 - 1519) |
Leonardo
wuchs, am 15. April 1452 in der Nähe des toskanischen
Vincis geboren, bei seinen Großeltern auf. Bevor er
im Jahre 1472 als Meister in die florentinische Malerzunft
"Compagnia di S. Luca" augenommen wurde, hatte er
etwa seit 1466 bei Andrea Verrocchio in Florenz gelernt und
setzte diese Tätigkeit auch noch fünf weitere Jahre
nach der Aufnahme in die Zunft fort. In den Jahren 1482-99
war er am Hofe der Sforzas in Mailand als Maler, Bildhauer,
Architekt und Ingenieur tätig. Hier schuf er unter anderem
das berühmte Werk "Abendmahl" und tat damit
den entscheidenden Schritt zur Hochrenaissance. 1500 kehrte
er aus dem französisch besetzten Mailand nach Florenz
zurück, blieb dort bis 1506, malte die "Mona Lisa"
und sezierte menschliche Leichname in der Leichenhalle eines
Krankenhauses. Zwischen 1506 und 1513 diente Leonardo dem
französischen König als Statthalter in Mailand und
ging danach nach Rom, wo er bis 1516 blieb. Bis zu seinem
Tod am 2. Mai 1519 hielt er sich im Dienst des Königs
von Frankreich Franz I. in dem Villenschlößchen
Cloux bei Amboise auf. Als Künstler gehört Leonardo
da Vinci neben Raffael, Michelangelo und Tizian zu den berühmtesten
Renaissance-Malern. Er stand jedoch auch als Naturwissenschaftler,
Anatom, Ingenieur und Erfinder an der Spitze seiner Zeit und
konnte selbst als Architekt, Bildhauer und Musiker überzeugen.
Seine Vielfältigkeit und die überragende Begabung
auf all diesen Gebieten machten ihn zum Inbegriff des Universalgenies. |
Roy
Lichtenstein (1923 - 1997) |
Am
27. Oktober 1923 in New York geboren, besuchte Roy Lichtenstein
zunächst die Art Students' League in seiner Heimatstadt,
wo er eine Ausbildung zum Graphiker und Bildhauer begann.
Im Jahre 1940 wechselte er zum Ohio State College. Später
lehrte Lichtenstein an verschiedenen Kunstschulen und begann
abstrakt expressionistische Bilder zu malen. Sein Interesse
an Comic-strips setzte sich jedoch bald durch und Lichtenstein
malte Szenen aus diesen Heften, die er inklusive Sprechblasen
schlicht übernahm. Aufgrund dieser Bilder zählt
er zu den Pop-art-Künstlern, die Bestandteile der modernen
Konsumwelt abbilden und dem Betrachter auf diese Weise Triviales
als Kunst offerieren. Lichtenstein legte durch die Vergrößerung
der Bildrasterung die Banalität seiner Motive offen und
erregte 1966 auf der Biennale in Venedig mit seinen Werken
großes Aufsehen. Roy Lichtenstein starb im September
1997 in New York. |
Max
Liebermann (1847 - 1935) |
Liebermann
wurde am 20. Juli 1847 in Berlin geboren. In den Jahren 1866
bis 1868 nahm er bei Carl C. H. Steffeck in Berlin Zeichenunterricht
und studierte anschließend bis 1872 an der Kunstschule
in Weimar. Während dieser Zeit unternahm er Reisen nach
Paris und Holland; letzteres besuchte er danach fast jährlich.
Nach dem Abschluß seines Studiums lebte er einige Zeit
in München, kehrte schließlich aber wieder nach
Berlin zurück. Liebermann wurde vor allem durch die Kunst
Munkácsys, Millets, Courbets, Leibls, Daubignys und
Corots angeregt. Er wandte sich immer mehr der Freilichtmalerei
zu und malte in impressionistischer Farbgebung und Komposition.
Im Jahre 1898 war er Mitbegründer der Berliner Sezession
und wurde 1899 ihr Präsident. Neben Slevogt und Corinth
wurde er zum wichtigsten deutschen Impressionisten und bekam
1920 die Präsidentschaft der Preußischen Akademie
der Künste angetragen, die er annahm. Beim Aufkommen
des Nationalsozialismus wurde ihm als Jude jedoch ein Arbeitsverbot
auferlegt. Liebermann verstarb am 8. Februar 1935 in Berlin.
Neben der Malerei, bei der er sich mit Realismus und Impressionismus
auseinandersetzte, publizierte Liebermann außerdem kunsttheoretische
Schriften. |
August
Macke (1887 - 1914) |
August
Macke wurde am 3. Januar 1887 in Meschede geboren und wuchs
in Bonn auf. Er studierte in den Jahren 1904/05 an der Düsseldorfer
Kunstakademie. Bis 1906 lernte er bei F. H. Ehmcke an der
Kunstgewerbeschule, wobei er in seinen Studienjahren Reisen
nach Italien, Holland, Belgien und London unternahm. Nachdem
er die Kunstgewerbeschule verließ, war Macke zunächst
als Bühnenbildner am Düsseldorfer Schauspielhaus
beschäftigt, nahm nach einer Parisreise, bei der er Bekanntschaft
mit Delaunay machte, im Jahre 1907 jedoch erneut ein Studium
auf, diesmal bei Corinth in Berlin. Nach einer Militärzeit
heiratete Macke 1909 und unternahm eine Reise in die Schweiz,
auf der er Moillet kennenlernte. Zudem freundete er sich in
München mit Franz Marc an und beteiligte sich in den
Jahren 1911 und 12 an den Ausstellungen des "Blauen Reiters".
Macke zog in dieser Zeit zurück nach Bonn und war unter
anderem Mitorganisator der "Sonderbundausstellung"
in Köln, in der die moderne deutsche Kunst ihren Auftritt
hatte. Im Jahre 1914 unternahm Macke zusammen mit Klee und
Moillet eine Reise nach Tunesien, die seine Malerei durch
die Andersartigkeit des nordafrikanischen Lichts und der dort
vorherrschenden Farbenpracht stark veränderte. Im gleichen
Jahr starb Macke am 26. September im Frankreichfeldzug in
der Champagne. August Macke hatte, als er 27jährig starb,
nur fünf Schaffensjahre und hinterließ doch einen
Bestand von 500 Bildern. Im Mittelpunkt seiner Malerei stand
der Mensch in alltäglichen Situationen. Mackes Bekanntschaft
mit den "Fauves" Delaunay und Matisse, sowie die
Freundschaft mit Marc beeinflußten seinen Malstil, so
daß sein stärkstes Ausdrucksmittel die Farbe war,
die er teilweise mit kubistischen Techniken kombinierte ohne
das Gegenständliche jedoch zu verlassen. Macke zählt
damit zu den bedeutendsten Vertretern des rheinischen Expressionismus. |
René
Magritte (1898 - 1967) |
Magritte
wurde am 21. November 1898 im belgischen Lessines geboren.
Nachdem er mit seiner Familie nach Brüssel übergesiedelt
war, studierte er dort in den Jahren 1916-18 an der Académie
des Beaux-Arts, wo er den Konstruktivisten Viktor Servranckx
kennenlernte, der ihn dahingehend beeinflußte, daß
Magritte begann geometrisch abstrakte Bilder zu malen. Im
Jahre 1922 heiratete er Georgette Berger. In den Folgejahren
mußte er den Lebensunterhalt in verschiedensten Berufen
verdienen, wie z.B. mit Entwürfen von Plakaten oder als
Zeichner einer Tapetenfabrik. Nebenbei malte er mit Servranckx
an abstrakten Gemälden, kam 1924 mit der Malerei Giorgio
de Chiricos in Berührung und änderte dadurch seinen
Malstil. 1927 zog Magritte nach Paris und nahm Kontakt mit
der Gruppe der Surrealisten auf, die sich um André
Breton versammelte. In den folgenden Jahren malte er in surrealistischer
Manier eine Vielzahl von Bildern und kehrte 1930 nach Brüssel
zurück. Während des Zweiten Weltkrieges malte er
zeitweise impressionistische Bilder, widmete sich später
jedoch wieder dem Surrealismus und starb am 15. August in
Brüssel. Die Werke Magrittes fesseln den Betrachter durch
ihre traumhafte Atmosphäre, die dadurch hervorgerufen
wird, daß er mit realen Gegenständen spielte, diese
aber falsch zusammensetzte und auf diese Weise Perspektiven
oder gewohnte Inhalte veränderte. Eher "unsurrealistisch"
ist, daß er in seinen Bildern nie versuchte, psychische
oder meditative Hintergründe darzustellen, so daß
er teilweise als Ahnherr des Pop-art angesehen wird. Dennoch
ist Magritte neben Dali und Ernst der wichtigste Surrealist,
der den Betrachter bis heute in seinen Bann zu ziehen vermag. |
Edouard
Manet (1832 - 1883) |
der
"Kleckser"
Manet wurde am 23. Januar 1832 als Sohn eines Angestellten
des Justizministeriums in Paris geboren. Er widersetzte sich
dem Wunsch des Vaters nach einem Jurastudium und begann nach
einer fehlgeschlagenen Karriere bei der Marine im Jahre 1850
eine Lehre bei dem Maler Thomas Couture. Nach seiner Lehrzeit
brach er 1856 zu Reisen nach Belgien, Holland, Deutschland,
Österreich, Italien und Spanien auf, bei denen ihm besonders
Werke Velàzquez, Goyas und Franz Hals beeindruckten.
Nachdem 1859 das Bild "Der Absinth-Trinker" vom
Pariser Salon abgelehnt wurde, hatte er dort zwei Jahre später
mit dreien seiner Bilder Erfolg. 1863 hingegen lehnte der
Salon abermals Bilder Manets ab, unter denen sich unter anderem
"Frühstück im Freien" befand, bei dem
eine nackte Dame neben zwei bekleideten Herren sitzt. Die
feine Gesellschaft erkannte sich in diesem Bild wieder und
erachtete den Inhalt als unpassend und schockierend. Manet
stellte diese Bilder dann im berüchtigten "Salon
de Refusés" aus und erregte damit ein beträchtliches
öffentliches Ärgernis.Er war kein Impressionist
im eigentlichen Sinne: Er verwandte für seine Werke schwarz,
grau und Brauntöne, wurde aber trotzdem unfreiwillig
zum geistigen Führer aller Impressionisten ernannt, er
nahm an deren Ausstellungen jedoch niemals teil. In den siebziger
Jahren und nach abgeleistetem Militärdienst während
des Deutsch-Französischen Krieges, hellte sich die Farbpalette
Manets merklich auf. Bei ihm stand der Mensch im Mittelpunkt,
die Landschaft spielte keine große Rolle.Am Ende dieses
Jahrzehnts gab es die ersten Anzeichen einer Lähmung,
die ihn dazu zwang im Atelier zu malen. Kurz vor seinem Tod
wechselte er von Öl- auf Pastellmalerei, die für
den Kranken leichter zu handhaben war. Manet starb am 30.
April 1883 an den Folgen einer Beinamputation. Es gibt kaum
einen Maler, der von seinen Zeitgenossen so sehr mißverstanden
wurde, wie Edouard Manet, der mit seinen Bildern einen neuen
Weg der Malerei entwickelte. Heute zählt er mit Recht
zu den großen Künstlern des 19. Jahrhunderts. |
Franz
Marc (1880 - 1916) |
Der
am 8. Februar 1880 in eine Münchner Künstlerfamilie
hineingeborene Marc studierte zwischen 1900 und 1903 an der
Münchner Kunstakademie. Nachdem er in den Folgejahren
Reisen nach Paris und in die Bretagne unternommen hatte, lernte
er in den Jahre 1909 und 1910 Macke und Kandinsky kennen,
die seine Malweise enorm beeinflußten; Marc begann in
einem expressiven, farbintensiven Stil zu malen und ließ
dabei immer mehr vom Gegenständlichen ab. Seit 1911 war
er Mitglied der Künstlergruppe "Der blaue Reiter"
und nahm an ihren Ausstellungen teil. Ab 1914 lebte Marc zurückgezogen
in Ried in Oberbayern, wurde schließlich zum Militär
eingezogen und starb am 4. März 1916 im Ersten Weltkrieg
bei Verdun. In Marcs Bildern, deren Hauptthema die Tierwelt
war, die ihm schöner und reiner als der Mensch vorkam,
wurde die Farbe zum wichtigsten Ausdruckselement. Marc zählt
damit zu den bedeutendsten deutschen Expressionisten und machte
in der letzten Phase seines Schaffens den Sprung ins Abstrakte,
wie beispielsweise sein Bild "Kämpfende Formen",
das er 1914 malte, zeigt. |
Henri
Matisse (1869 - 1954) |
"Wovon
ich träume, ist eine Kunst des Gleichgewichts, der Reinheit
und der Heiterkeit, ohne verwirrende und deprimierende Inhalte,
eine Kunst, die auf jeden geistigen Arbeiter... eine besänftigende
Wirkung haben könnte, wie ein Lehnstuhl, in dem man sich
von körperlicher Erschöpfung erholt." Henri
Emile Benoit Matisse wurde am 31. Dezember 1869 in Le Cateau-Cambrésis
(Nordfrankreich) als Sohn eines Getreidehändlers geboren.
Seine Mutter Anna Héloise Gérard malt Porzellan
und macht Hüte. 1882 bis 87 besucht er das Lyzeum in
Saint-Quentin. In den Jahren 1887 bis 89 studierte er in Paris
Jura und arbeitete nach dem Abschluß seines Studiums
als Anwaltsgehilfe in Saint-Quentin. 1890 während der
Erholung von einer Blinddarmentzündung begann Matisse
aus Langeweile mit dem Malen und hatte anscheinend so viel
Freude daran, daß er 1891 die Juristerei aufgab, um
sich vollkommen der Kunst zu widmen. Die erste eigene Komposition
ist ein Stilleben, signiert "Essatim, H. Juin 90".Im
Oktober 1881 Rückkehr nach Paris, um Kunst zu studieren.
Matisse besuchte zunächst die Académie Julian.
Fällt 1892 bei der Aufnahmeprüfung zur Ecole des
Beaux-Arts durch, schreibt sich im Oktober für drei Kurse
an der Ecole des Arts Décoratifs ein, wo er Albert
Marquet kennenlernte. Wird als Schüler im Atelier Gustave
Moreaus aufgenommen. Im Rahmen des Unterrichts hielt Moreau
seine Schüler insbesondere dazu an, Szenen des täglichen
Lebens zu beobachten und in Bildern festzuhalten und Werke
berühmter Maler zu kopieren. Matisse kopierte im Louvre
hauptsächlich französische Maler des 18. Jahrhunderts,
distanzierte sich 1896 jedoch von diesem Malstil und begann
impressionistische Werke im Freien zu malen. Im Jahre 1895
besteht er die Aufnahmsprüfung an der École des
Beaux-Arts und wird als ordentlicher Student angenommen. 1898
heiratete er Amélie Parayre, mit der er schon eine
gemeinsame Tochter hatte. Die Hochzeitsreise ging nach London,
wo er Arbeiten von Turner studierte.In den Jahren 1899 und
1900 bekam er zu seiner Tochter noch zwei Söhne und wohnte
wegen Geldknappheit bei seinen Eltern in Bohain. Die letzte
seiner drei Ausstellungen im Pariser Herbstsalon in den Jahren
1903, 04 und 05 erntete Kritik und brachte ihm und den Malern
Derain, Marquet, Vlaminck, Rouault und anderen den Namen "Les
Fauves" (die Wilden) ein, der sich darauf bezog, daß
die Künstler ausdrucksstarke Farben und nicht mehr die
realistische Formgebung in den Vordergrund ihrer Malerei stellten.Als
er im Jänner 1908 seine Malschule in der rue de Sèvres
in der vor allem Ausländer studierte eröffnete,
wurde er nicht nur zur Zielscheibe des Spotts, sondern erweckte
auch den Eindruck, am Vorabend des ersten Weltkriegs, eine
Art Vaterlandverräter zu sein. Mattise öffentlicht
seine "Notizen eines Malers". 1910 schrieb der amerikanische
Autor und Illustrator Gelett Burgess: "Matisse setzte
als erster den Fuß in das bis dahin unbekannte Reich
der Häßlichkeit".In den Folgejahren machte
Matisse die Bekanntschaft von Monet und stellte erste Lithographien
und Holzschnitte her. Er unternahm viele Reisen, hatte weltweit
Ausstellungen und Retrospektiven und fertigte Bühnenbilder
für ein Ballett an. 1941 wird er in Lyon wegen eines
Darmverschlusses operiert und schwebt aufgrund von Komplikationen
nach dem Eingriff in Lebensgefahr. Matisse arbeitete danach
im Bett oder später im Rollstuhl weiter; es entstanden
viele Collagen in dieser Zeit. 1944 werden Ehefrau und Tochter
wegen Unterstützung der Résistance verhaftet.Zwischen
1948 und 51 stattete er die Dominikanerinnenkapelle Chapelle
de Rosaire in Vence bei Nizza aus und bezeichntete diese Arbeiten
selbst als sein Meisterwerk. Matisse starb am 3. November
1954 in Nizza. |
Adolph
Friedrich Erdmann von Menzel (1815 - 1905) |
Der
am 8. Dezember 1815 in Breslau geborene Menzel zog 15jährig
mit seiner Familie nach Berlin. Der Autodidakt mußte
nach dem frühen Tod des Vaters im Jahre 1832 die Familie
ernähren und fertigte so Zeichnungen an, die er verkaufte.
Seinen künstlerischen Durchbruch hatte Menzel mit Illustrationen
zu Franz Kuglers "Geschichte Friedrichs des Großen",
die er zwischen 1838 und 42 gezeichnet hatte. Später
wurde sein Stil malerischer; Menzel erhielt im Jahre 1856
eine Professur an der Preußischen Akademie der Künste
und wurde 1898 in den Adelsstand erhoben. Er malte teilweise
in einem Stil, der an den Impressionismus erinnert, ging später
jedoch dazu über, realistischer zu malen; sein bedeutendstes
Werk der Spätphase ist wohl das "Eisenwalzwerk"
von 1875. Als Menzel am 9. Februar 1905 in Berlin starb, war
er ein sehr angesehener und hochdekorierter Künstler. |
Michelangelo
(Buonarroti) (1475 - 1564) |
Michelangelo
wurde am 6. März 1475 im toskanischen Caprese geboren.
Zunächst war er Schüler des Malers Ghirlandajo in
Florenz, dem er 14jährig fortlief, um Bildhauer zu werden.
Lorenzo de Medici, der das große bildhauerische Talent
des Jungen erkannte, nahm ihn in seine Obhut. In den Jahren
1496 bis 1501 hielt sich Michelangelo in Rom auf, wo er unter
anderem die "Pietà" herstellte. Sein Durchbruch
gelang ihm schließlich in Florenz mit dem "David",
der ihm, kaum dreißigjährig, den Ruhm zuteil werden
ließ, neben Leonardo da Vinci als bedeutendster Meister
dieser Zeit zu gelten. In den folgenden Jahren erhielt er
erste malerische Aufträge, so daß er z.B. im Jahre
1508 mit dem Ausmalen der Decke der sixtinischen Kapelle begann,
was wegen des großen Umfangs der Arbeit bis 1512 dauern
sollte. 1534 siedelte Michelangelo endgültig nach Rom
über. In den letzten 20 Lebensjahren widmete er sich
zunehmend der Architektur und bekam im Jahre 1547 die Bauleitung
der Peterskirche angetragen, die er annahm und dem Dom seine
charakteristische Kuppel aufsetzte. Michelangelo starb am
18. Februar 1564 in Rom. Er vollendete zusammen mit Leonardo
da Vinci die Hochrenaissance und war auch nahezu so vielseitig
wie sein Zeitgenosse, da er als Bildhauer, Maler, Architekt
und Dichter tätig war. |
Joan
Miró (1893 - 1983) |
Miró
wurde am 20. April 1893 als Sohn eines Goldschmiedes und Uhrmachers
in Barcelona geboren. Er verbrachte seine Kindheit in Barcelona
und bekam dort schon früh privaten Zeichenunterricht.
Ab 1907 studierte er in seiner Heimatstadt an der Handelsschule
und an der Kunstakademie La Lonja, die auch schon Picasso
besucht hatte und wechselte einige Jahre später an die
Escola d'Art de Francisco Galí. Im Jahre 1918 hatte
Miró seine erste Einzelausstellung in der Galerie Dalmau;
im Jahr darauf ging er nach Paris und lernte Picasso kennen.
Miró versuchte in Paris Fuß zu fassen und veranstaltete
dort 1921 eine Ausstellung, die zum Reinfall wurde. Er machte
1923 die Bekanntschaft der späteren Surrealistengruppe
um André Breton und die der Schriftsteller Henry Miller
und Earnest Hemingway. In den Folgejahren nahm Miró
an verschiedenen Ausstellungen der Surrealisten teil; sein
Durchbruch erfolgte jedoch erst 1928 bei einer Ausstellung
in der Galerie Georges Bernheim in Paris. 1929 heiratete er
Pilar Juncosa in Palma de Mallorca und wurde 1931 Vater einer
Tochter namens Maria Dolores. Miró verbrachte einige
Jahre in Barcelona, während er zahlreiche Ausstellungen,
sogar in den USA, hatte. Er verließ seine Heimatstadt
mit dem Ausbruch des spanischen Bürgerkrieges 1936 und
ging nach Paris; zog sich 1940 mit dem Einmarsch deutscher
Truppen jedoch wieder aus Frankreich zurück und lebte
von nun an auf Mallorca, im spanischen Montroig oder in Barcelona.
Es folgten weltweit viele Ausstellungen und Retrospektiven,
außerdem wurden Miró mehrere Preise für
seine Werke verliehen. 1956 zog er endgültig nach Mallorca,
wo er noch viele erfolgreiche Jahre verlebte und am 25. Dezember
1983 neunzigjährig starb. Mit seinen bunten, fast ins
Abstrakte gleitenden Bildern zählt Miró zu den
bekanntesten Surrealisten des 20. Jahrhunderts. |
Piet
Mondrian (1872 - 1944) |
Am
7. März 1872 als Pieter Cornelis Mondriaan in Amersfoort
(Niederlande) geboren, besuchte Mondrian zunächst zwischen
1892 und 1897 die Amsterdamer Kunstakademie. Am Ende dieser
Zeit hatte er die erste Einzelausstellung seiner Bilder, die
noch den Stil seiner Zeit widerspiegelten. Etwa ab 1907 begann
er eine eigene Malweise zu entwickeln, bei der er die Farbe
als Ausdrucksmittel verwendete. Im Jahre 1910 verließ
er die Niederlande, um in Paris zu leben; hier lernte er den
Kubismus kennen, der ihn sehr beeindruckte und sich in seinen
Bildern niederschlagen sollte. Nach Mondrians Rückkehr
in die Niederlande 1914 begegnete er zwei Jahre später
den Malern Theo van Doesburg, Bart van der Leck und anderen,
mit denen er 1917 die Künstlergemeinschaft "De Stijl"
gründete, die eine Erneuerung von Kunst und Leben erstrebte.
Mondrian schuf in diesem Jahr erstmals Dreiecke in Primärfarben
auf weißem Grund. Er vereinfachte gegenständliche
Motive konsequent und gelangte auf diesem Weg zur Abstraktion
und einer gegenstandslos-konstruktvistischen Form des Ausdrucks
mit starker Horizontal-Vertikal-Betonung durch schware Linien
und strenger Farbflächenrythmik mit quadratisch oder
rechteckigen rein weisen, intensiv roten, blauen oder gelben
Feldern; dieses Gestaltungsprinzip faßte er selbst unter
dem Begriff des Neoplastizismus zusammen. 1938 übersiedelte
er nach London und 1940 nach New York, wo seine Malerei sich
wieder etwas auflockerte und er am 1. Februar 1944 starb. |
Amadeo
Modigliani (1884 - 1920) |
Der
am 12. Juli 1884 in Livorno (Italien) geborene Amadeo Modigliani
besuchte in den Jahren 1902 und 03 die Kunstakademien von
Florenz und Venedig, zog 1906 nach Paris und lernte dort Picasso,
Kees van Dongen und später Juan Gris kennen. Modigliani
führte ein Leben, das von Krankheit, Armut, Alkohol und
Drogen geprägt war. Ab 1915/16 hatte Modigliani seinen
Stil gefunden und malte vom Kubismus beeinflußte Porträts
mit überlängten Hälsen, versetzten, blindwirkenden
Augen, pendelnden Nasen und Körpern in Extremhaltungen,
wozu er überwiegend rostige Farben benutzte. Modigliani
starb am 25. Januar 1920 an einer Erkältungserkrankung |
Claude
Monet (1840 - 1926) |
Der
am 14. November 1840 in Paris geborene Monet verbrachte seine
Kindheit in Le Havre, wo er in den Jahren 1856-58 Karikaturen
verkaufte. Boudin wurde so auf ihn aufmerksam und gab ihm
erste malerische Anleitung. Im Jahre 1859 ging Monet nach
Paris. Hier besuchte er unter anderem die Académie
Suisse und lernte Pissarro kennen; im Atelier des Charles
Gleyre machte er dann in den Jahren 1862/63 die Bekanntschaft
von Bazille, Renoir und Sisley. In seiner Malerei experimentierte
Monet mit den unterschiedlichen Wirkungen des Lichts in der
Natur und war mit seinen Werken in den Salons 1865 und 66
erfolgreich. 1870 heiratete er Camille Doncieux, mit der er
zusammen mit Pissarro bei dem Ausbruch des Deutsch-Französischen
Krieges vor dem Kriegsdienst nach London floh. Schließlich
kehrte Monet nach Frankreich zurück und ließ sich
in Argenteuil bei Paris nieder. 1874 nahm er an der ersten
Impressionistenausstellung in Paris teil; eines seiner hier
ausgestellten Bilder "Impression, soleil levant"
gab der gesamten Stilrichtung den Namen.Als dieses Bild 1874
auf einer Ausstellung eines Fotographen in Paris ausgestellt
wurde, erntete Monet nur Spott. Ein damals sehr bekannter
und angesehener Bildkritiker schrieb einen vor Hohn und Sarkasmus
triefenden Bericht, in dem er Monet als einen Künstler
beschimpfte, der nicht fähig sei, weiter zu sehen, als
den Augenblick - eben als einen "Impressionisten".
Monets Frau Camille starb im Jahre 1879. Später heiratete
er dann Alice Hoschedé, die bereits 1911 verstarb.
1883 bezog er ein geräumiges Haus in Giverny bei Paris
und ließ durch einen japanischen Gärtner einen
Garten nach seinen Vorstellungen anlegen, dem 1899 der bekannte
Seerosenteich hinzugefügt wurde, der bis zu Monets Tod
am 6. Dezember 1926 sein ausschließliches Motiv bilden
sollte. Claude Monet gilt als Inbegriff des Impressionismus.
Er malte die Natur und stellte die verschiedenen Stimmungen,
die durch das Licht geschaffen werden, dar, indem er oftmals
das gleiche Motiv zu verschiedenen Tageszeiten malte. Ebenso
faszinierte ihn die Wiedergabe der Spiegelungen des Wassers
mit seinen Licht- und Schattenreflexen, die er vor allem in
dem Teich seines Gartens in Giverny fand. |
Gustave
Moreau (1826 - 1898) |
Der
am 6. April 1826 in Paris als Sohn eines Architekten geborene
Moreau studierte im Jahre 1844 für kurze Zeit an der
École des Beaux-Arts in Paris und ab 1849 bei Théodore
Chassériau. Nach einer dreijährigen Italienreise,
die er 1857 begann, hatte Moreau zu seinem eigenen Stil gefunden
und malte Themen mit allegorisch-symbolischem Gehalt und Figuren
in prunkvoller Ausstattung. Im Jahre 1892 wurde er Professor
an der École des Beaux-Arts, wo er unter anderem Marquet,
Roault und Matisse unterrichtete. Nach Moreaus Tod am 18.
April 1898 in Paris wurde seinen Werken nicht viel Aufmerksamkeit
zuteil, bis am Anfang des 20. Jahrhunderts die Surrealisten
ihn zu ihrem geistigen Ahnherrn erklärten. Seine reichlich
verzierten symbolistischen Bilder gaben auch der Bewegung
des Jugendstils einige Anregungen. |
Alfons
Maria Mucha (1860 bis 1939) |
Alfons
Maria Mucha wurde am 24.7.1860 in Ivancice, Mähren geboren.
Er begann als Theatermaler in Wien. 1883 studierte er an der
Münchner Akademie. Er setzte seine Studien 1887 an der
Académie Julian in Paris fort. 1894 entwarf er für
Sarah Berhardt sein erstes Plakat welches ein Meilenstein
im Jugendstil darstellte und ihm große Bekanntheit einbrachte.
Die Teilnahme an der Weltausstellung von 1900 machte ihn so
richtig bekannt, daß man nach ihm den "Style Mucha"
benannte. Der Stil Muchas vereinbart den Symbolismus der Frauengestalt
mit den Ornamenten des Jugendstils. Er hatte großen
Einfluß auf die Werbegrafik seiner Zeit. Bekannt ist
auch das von ihm entworfene Juweliergeschäft Fouquet
in Paris (auch viele der Schmuckstücke Fouquet´s
wurden von Mucha designt), oder der Slawen-Epos. |
Edvard
Munch (1863 - 1944) |
Munch
wurde am 12. Dezember 1863 in Loeiten (Norwegen) als Sohn
eines Arztes geboren und verbrachte seine Kindheit, in der
er schon früh mit dem Tod von Mutter und Schwester konfrontiert
wurde, im heutigen Oslo. In den Jahren 1882 bis 89 war er
Schüler von Hans Heyderdahl und Christian Krogh. Am Ende
dieser Zeit hatte er eine erste eigene Ausstellung und reiste
nach Paris, wo er einen Zeichenkurs besuchte und sich mit
Bildern van Goghs, Gauguins und Toulouse-Lautrecs auseinandersetzte.
In Berlin rief er mit seinen Bildern im Kunstverein einen
Skandal hervor, der Anlaß zur Abspaltung der Berliner
Sezession wurde, bei der Munch im Jahre 1902 auch ausstellte.
Nach einer Nervenkrise wurde ein Klinikaufenthalt in Kopenhagen
nötig, nach welchem Munch nach Norwegen zurückkehrte,
um dort geheilt in helleren, fröhlicheren Farben zu malen.
Auf diese Weise gestaltete er die Wandgemälde in der
Osloer Universität in lebensbejahender, farbenfroher
Art. Im Jahre 1912 wurde Munch in der Kölner "Sonderbundausstellung",
in der die moderne Kunst ihren Auftritt hatte, ein ganzer
Saal gewidmet. Munch verstarb am 23. Januar 1944 in Ekely
bei Oslo. Er gehört, wie Cézanne, van Gogh und
Gauguin, zu den Vorläufern der modernen Malerei. Munch
vollzog den Sprung zur expressionistischen Malerei und drückte
in seinen Bildern, wahrscheinlich durch die frühe Konfrontation
mit dem Tod beeinflußt, insbesondere Gefühle und
seelische Zustände, wie z.B. Angst oder Todesahnungen
aus, wie unter anderem in seinem wohl bekanntesten Werk "Der
Schrei", das er 1893 malte. |
Gabriele
Münter (1877 - 1962) |
Die
Ausbildung der am 19. Februar 1877 in Berlin geborenen Münter
begann im Jahre 1897 an der Damenkunstschule in Düsseldorf.
Daraufhin verbrachte sie zwei Jahre in den USA ohne die Malerei
weiterzuführen, schloß sich aber nach ihrer Rückkehr
der Phalanx-Schule in München an, deren Leiter Kandinsky
war. Dieser wurde erst zu ihrem Lehrer, später zu ihrem
Lebensgefährten und zusammen unternahmen sie zahlreiche
Reisen. Das Paar hatte engen Kontakt zu Malern wie Klee, Macke,
Marc und Jawlensky, siedelte im Jahre 1909 nach Murnau, das
südlich von München liegt, über und gehörte
zu den Mitbegründern des "Blauen Reiters".
Münter und Kandinsky trennten sich nach dem Ausbruch
des Ersten Weltkrieges. Münter, die zunächst helle,
impressionistische Bilder malte, begann später dunklere
Farben und schwarze Konturen zu verarbeiten. Ab 1952 tat sie
den Schritt zum Abstrakten und starb am 19. Mai 1962 in Murnau. |
Jean-Marc
Nattier (1685 - 1766) |
Nattier,
der am 17. März 1685 in Paris geboren wurde, lernte an
der Académie Royale. Als er knapp über 30 Jahre
alt war, saßen bereits Zar Peter der Große und
Katharina I. Modell für seine Porträts. Der Maler
begann später seine adeligen Modelle in Gewändern
von Sagengestalten oder antiken Göttern zu malen, was
ihm Erfolg und schließlich eine Stellung als Maler des
französischen Königs, seiner Frau, seiner Kinder
und seiner Mätressen, allen voran Madame Pompadour, einbrachte.
Mit dieser Art der Bildnismalerei wurde Nattier zum bedeutendsten
Vertreter der Bildnismaler im Rokoko. Nach kurzer Zeit kam
jedoch die mythologischer Darstellung der Modelle wieder aus
der Mode, was dazu führte, daß Nattier nicht mehr
zu den gefragten Porträtisten gehörte. Der Maler
starb am 7. November 1766 in Paris. |
Ernst
Wilhelm Nay (1902 - 1968) |
Nay,
der am 11 Juni 1902 in Berlin geboren wurde, widmete sich
neben einer Buchbinderlehre der Malerei. Ab 1925 nahm er ein
Studium an der Berliner Kunstakademie auf und erhielt im Jahre
1931 bereits den Rompreis, der mit einem einjährigen
Aufenthalt in der Villa Massimo verbunden war. Zunehmend begann
Nay vom Surrealismus ausgehend zu abstrahieren. Im Nationalsozialismus
wurde seine Kunst als "entartet" angesehen, so daß
er sich oft bei Munch in Norwegen aufhielt. Seinen Kriegsdienst
leistete Nay als Kartenzeichner ab und lebte ab 1951 in Köln,
wo er am 8. April 1968 starb. |
Emil
Nolde (1867 - 1956) |
Er
wurde am 7. August 1867 als Emil Hansen in Nolde (Nordschleswig)
geboren. Nach einer Schnitzerlehre studierte Nolde 1888 für
kurze Zeit an der Karlsruher Kunstgewerbeschule, bevor er
in den Jahren 1892 bis 98 als Lehrer an einer Kunstgewerbeschule
in St. Gallen tätig war. Später bildete sich der
Künstler jedoch in München, Paris und Kopenhagen
weiter und schloß sich im Jahre 1901 der Berliner Sezession
an. 1902 heiratete er Ada Vilstrup und verwendete von nun
an den Namen Nolde. Im Jahre 1905 trat Nolde der Künstlergruppe
"die Brücke" in Dresden bei, wurde jedoch 1911
wegen einer Auseinandersetzung mit derem Vorsitzenden ausgeschlossen
und unternahm in den Jahren 1913/14 große Reisen über
Rußland, China, Japan bis nach Polynesien in der Südsee.
Nach seiner Rückkehr nach Europa verbrachte Nolde den
Sommer von nun an in Schleswig, den Winter in Berlin und hielt
sich ab 1940 ständig im schleswig-holsteinischen Seebüll
auf. Obwohl er der nationalsozialistischen Bewegung positiv
gegenüberstand, wurde er im Jahre 1941 mit einem Arbeitsverbot
belegt. Nolde starb am 15. April 1956 in Seebüll. Durch
seine Holzschnitte, Radierungen und Lithographien erhielt
die deutsche Kunst wichtige Impulse. Noldes expressionistische
Bilder sind von einer großen Leidenschaft gekennzeichnet,
die er mit der Benutzung von grellen, ausdrucksstarken Farben
hervorbrachte. |
Niki
de Saint Phalle (*1930) |
Die
Malerin und Objektkünstlerin wurde am 29. Oktober 1930
in Neuilly-sur-Seine geboren. Bekannt wurde sie erstmals im
Jahre 1956 mit ihren "Schießbildern", bei
denen sie auf Gipsreliefs schoß unter deren Oberfläche
Farbe verborgen war, so daß sich die Farbe bei einem
Einschuß über das Bild verteilen konnte. Ab 1965
fertigte die Künstlerin ihre bekannten "Nanas"
an, die sie in allen erdenklichen Farben und Größen
herstellte. In der Toskana gestaltet sie außerdem den
"Garten der Tarotkarten", in dem sie ihrer Farben-
und Formenphantasie mit riesigen, teilweise begehbaren, aber
immer bunten Objekten freien Lauf läßt. |
Hermann
Nitsch (*1938) |
Der
Wiener Aktionismus stellt meist ein von Akteuren an einem
bestimmten Ort in einem bestimmten Zeitrahmen - und meist
vor Publikum - realisiertes Ereignis dar. Er ist mit der internationalen
Happening-Bewegung verbunden. Bei Hermann Nitsch ist diese
Aktionskunst eingebunden in sein umfassendes Konzept des auf
das Gesamtkunstwerk abziehlenden "Orgien Mysterien Theaters".
Hermann Nitsch veranstaltete bereits1960 in seinem Atelier
Malaktionen und entwickelte die ersten "Abreaktionsspiele".
In den späteren Jahren schuf Hermann Nitsch aus einer
Kombination von aktionistischer Malerei und Aktionsrelikten
(wie z. B. Chorhemden oder Bahren) sehr komplexe Bildwerke. |
Georgia
O'Keefe (1887 - 1986) |
Die
am 15. November 1887 nahe Sun Prairie, Wisconsin geborene
O'Keefe besuchte das Art Institute von Chicago sowie die Art
Students' League in New York und heiratete im Jahre 1924 den
Galeristen Alfred Stieglitz. Die Bilder O`Keefes, die hauptsächlich
Landschaften, aber auch vergrößerte Ausschnitte
insbesondere von Blumen zeigen, wurden mit zahlreichen Preisen
ausgezeichnet. O'Keefe starb im Jahre 1986. |
A.R.
Penck (*1939) |
Er
wurde am 5. Oktober 1939 als Ralf Winkler in Dresden geboren.
In den Jahren 1953/54 besuchte er bereits Mal- und Zeichenkurse
an der Volkshochschule und wollte Steinbildhauer werden. Nach
erfolgloser Lehrstellensuche in diesem Bereich begann Penck
1955 eine Lehre als Werbezeichner und hatte im gleichen Jahr
eine erste Ausstellung seiner Bilder in Dresden. Seine Lehre
brach er nach kurzer Zeit ab und bewarb sich ohne Erfolg bei
der Hochschule der Bildenden Künste in seiner Heimatstadt.
Ab 1957 nahm Penck verschiedene Tätigkeiten auf, um sich
den Lebensunterhalt zu finanzieren und arbeitete unter anderem
als Nachtwächter oder in einer Margarinefabrik, ohne
jedoch die Malerei aufzugeben. Nachdem seine Bewerbung bei
der Volksarmee abgelehnt wurde, hatte er in den Folgejahren
zahlreiche Ausstellungen; außerdem erschienen erste
Bücher und er legte sich das Pseudonym A. R. Penck zu,
das er erstmals 1969 verwendete. 1971 war Penck Mitbegründer
der Künstlergruppe "Lücke" und diente
in den Jahren 1973/74 der Volksarmee, zu der er doch noch
einberufen wurde. Es entstanden Filme, Bilder und Plastiken
in Lindenau und Dresden, bis der Künstler 1980 in die
Bundesrepublik nach Kerpen (bei Köln) immigrierte. Zusätzlich
zu seinen vielfältigen Tätigkeiten wurde er Herausgeber
der Zeitschrift "Krater und Wolke" und zog später,
nach einem längeren Aufenthalt in Israel, nach London.
In den Folgejahren erhielt Penck Preise für seine Werke,
schaffte Skulpturen und hatte weltweit Ausstellungen und Retrospektiven.
Dem folgte 1988 ein Ruf an die Düsseldorfer Kunstakademie,
dem der "Vater der neuen Wilden" nachkam. Penck
beschreibt in seinen Bildern mit Hilfe von Zeichen und Symbolen
existentielle Themen des Menschen; damit gehört er zu
den bedeutendsten Künstlern der Gegenwart. |
Pablo
Picasso (1881 - 1973) |
"Guernica"
1937; Leinwand, 351 x 782 cm.
Picasso wurde am 25. Oktober 1881 in Málaga als Pablo
Ruiz geboren. Als Zwölfjähriger begann er unter
der Anleitung seines Vaters, einem Kunstprofessor, zu malen.
Zunächst signierte er seine Bilder mit dem Namen Pablo
Ruiz, später dann mit Pablo Picasso, was der Mädchenname
seiner Mutter war und gewann bereits ab 1897 in Madrid und
Málaga mit seinen Bildern Medaillen. Picasso besuchte
die Königliche Akademie San Fernando in Madrid, die er
jedoch nach kurzer Zeit wieder verließ, weil ihm die
dortigen Lehrmethoden mißfielen. 1901 begann Picasso
seine "Blaue Periode" und hatte in Paris seine erste
Ausstellung. Drei Jahre später zog er in die französische
Hauptstadt und lernte dort unter anderem den Schriftsteller
Apollinaire kennen, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft
verbinden sollte; in Paris wurde Picassos "Blaue Periode"
in dieser Zeit von der "Rosa Periode" abgelöst.
Im Jahre 1907 machte der Künstler die Bekanntschaft von
Georges Braque und begann neuartige Bilder zu malen, die kubistische
Züge zeigten. Das erste Bild, das in diesem Stil von
Picasso gemalt wurde, ist "Les Demoiselle d'Avignon".
In den folgenden Jahren arbeitete er eng mit Braque und Derain
zusammen; es fanden zahlreiche Ausstellungen in Europa und
den USA statt und Picasso entwickelte den "synthetischen
Kubismus", indem er mit großen, flächigen,
zeichenhaften Formen arbeitete. 1925 nahm er an der ersten
Gruppenausstellung der surrealistischen Maler in Paris teil,
hielt an diesem Kontakt daraufhin jedoch nicht weiter fest.
Bei dem Ausbruch des spanischen Bürgerkrieges im Jahre
1936 unterstützte Picasso die Republikaner gegen Franko
und wurde deshalb später aus Dankbarkeit zum Direktor
des Prado in Madrid ernannt .Nachdem er die Jahre des Zweiten
Weltkrieges in Paris verbrachte, hielt er sich ab 1948 größtenteils
in Vallauris auf und starb am 8. April 1973 in seiner Villa
in Mougins bei Cannes. Picasso hat in seinem langen Leben
einen außerordentlichen Wandel der Stilepochen vollzogen
und diese entscheidend geprägt. Er wurde zum Inbegriff
des "modernen Künstlers" und seine Werke zählen
neben denen van Goghs zu den wertvollsten und beliebtesten. |
Camille
Pissarro (1830 - 1903) |
französischer
Grafiker und Maler Pissarro wurde am 10. 7. 1830 in Saint-Thomas
(Antillen) als Sohn wohlhabender Eltern geboren. Nach einem
Aufenthalt in Frankreich zwischen 1842 und 47, bei dem er
in Passy bei Paris das Gymnasium besuchte, trat Pissarro in
das väterliche Geschäft auf St. Thomas ein, was
ihm jedoch nicht sehr gefiel. Um einer kaufmännischen
Ausbildung zu entgehen, setzte er sich mit dem dänischen
Maler Fritz Melbye nach Venezuela ab und ging im Jahre 1855
nach Paris, wo er zunächst an der École des Beaux
Arts studierte. Auf der Weltausstellung 1855 begegneten ihm
erstmals die Werke Camille Corots, der einen großen
Einfluß auf sein weiteres Schaffen haben sollte. Von
1859 bis 61 studierte er an der freien Académie Suisse
und lernte dort Cézanne, Guillaumin und Monet kennenlernte;
mit letzterem sollte ihn eine lebenslange Freundschaft verbinden.
Mit Monet und Sisley gehörte er zu den ersten impressionistischen
Landschaftsmalern. Anfänglich schuf er auch Interieurs
und Stillleben aus dem bäuerlichen Leben, später
wandte er sich ganz der Landschaft zu. In den Kriegsjahren
1870/71 hielt sich Pissarro ebenso wie Monet in London auf,
um dem Kriegsdienst zu entgehen. Hier heiratete er Julie und
wurde stark von Turners Kunst beeinflußt. Pissarro gab
jüngeren Malern immer gerne Anregungen und malte mit
ihnen zusammen im Freien; auf diese Weise arbeitete er unter
anderem mit Cézanne und später auch mit Gauguin.
In den 1880er Jahren geriet er vorübergehend unter den
Einfluss der pointillistischen Malweise Seurats. Im Jahre
1886 erfolgte Pissarros erste Ausstellung außerhalb
Europas in New York. Am Ende dieses Jahrzehnts begann ein
Augenleiden, das ihm das Malen erschwerte. 1894 verließ
der Anarchist Pissarro Frankreich aus Angst vor Verfolgung,
kehrte aber später nach Paris zurück und starb dort
schließlich am 13. 11. 1903. Pissarro hat durch seine
Aktivitäten in der Gruppe der Impressionisten wesentlich
zu deren Entwicklung und Erfolg beigetragen. |
Jackson
Pollock (1912 - 1956) |
Pollock
wurde am 28. Januar 1912 in Cody, Wyoming geboren. Bevor er
sich 1929 in New York niederließ, besuchte er seit 1925
die Kunstschule von Los Angeles. In New York arbeitete er
bei Th. H. Benton und D. Siqueiros, stellte 1942 bei der "International
Surrealist Exhibition" aus und hatte ein Jahr später
bei Peggy Guggenheim seine erste Einzelausstellung. In den
Jahren 1946/47 begann er mit der Aktionsmalerei ("Action
painting"), wobei er Farbe von oben auf die am Boden
liegende Leinwand tropfen ließ ("Drip painting")
oder Glasscherben, Holz und Sand in seine Bilder einarbeitete.
Später nahm er schwarzen Kunstharz hinzu, der einen Kontrast
mit dem weißen Hintergrund bildete. Pollock starb am
11. August 1956 bei einem Autounfall in New York. In seinen
abstrakt expressionistischen Bildern wollte er durch Kontraste
den Widerspruch zwischen Körper und Seele verdeutlichen.
Pollocks Werke, bei denen der Herstellungsprozeß im
Vordergrund stand, stellen einen Gegensatz zu Künstlern
wie dem zeitgenössischen Mondrian dar, der strenge, kontrollierte
Bilder schuf. |
Raffael
(Raffaello Santi) (1483 - 1520) |
Raffael
wurde am 6. April 1483 in Urbino als Sohn eines Malers geboren.
Nachdem er von Pietro Perugino in Perugia ausgebildet worden
war, ließ er sich etwa zwischen 1500 und 1504 in Florenz
nieder, wo er von Werken Michelangelos, da Vincis, Bartolommeos
und del Sartos beeinflußt wurde, ohne sie jedoch nachzuahmen.
Im Jahre 1508 empfahl ihn wahrscheinlich Bramante, der den
Bau der Peterskirche leitete, so daß Raffael nach Rom
berufen wurde; dort stattete er eine Reihe von vatikanischen
Gemächern aus. Zu dieser Zeit hatte seine Kunst den Gipfel
der Hochrenaissance erreicht. Nach dem Tod Bramantes übernahm
Raffael die Bauleitung von St. Peter und war somit als Architekt
tätig. Neben seinen berühmten Madonnenbildern malte
er viele Porträts bekannter Persönlichkeiten. Raffael
gehört neben Michelangelo und Leonardo da Vinci zu den
bedeutendsten Künstlern der Hochrenaissance, wobei er
das Wesen dieser Stilepoche am reinsten und vollkommensten
ausdrückte; seine Malerei wurde für die nachfolgenden
Künstlergenerationen prägend. Er gehört mit
Tizian und Dürer zu den Künstlern, die bewußt
neue Medien einsetzten und ihre Werke durch Kupferstiche und
Drucke vervielfältigten. |
Arnulf
Rainer (*1929) |
Arnulf
Rainer Am 8. Dezember 1929 in Baden bei Wien geboren, begann
Rainer mit detailfreudigen Graphikzeichnungen, die zur Schule
des Neo-Surrealismus gehören. Er versuchte dann in seinen
"Übermalungen" das Verhältnis Künstler
- Bürger zu artikulieren und gestaltete die Welt des
Unbewußten mit Filzstiften und Kreiden auf durchsichtigen
Folien. Der heute im Innviertel, Oberösterreich, lebende
Künstler ist seit 1981 Professor an der Akademie der
bildenden Künste in Wien und Mitglied der Akademie der
Künste in Berlin. |
Robert
Rauschenberg (*1925) |
Rauschenberg
wurde am 22. Oktober 1925 in Port Arthur, Texas geboren. Nach
einem Studium am Kansas City Art Institute in den Jahren 1946/47,
hielt er sich 1947 an der Académie Julian in Paris
auf und wurde danach in den USA Schüler von Josef Albers
am Black Mountain College. Rauschenberg stellte aus alltäglichen
Fundstücken "Combine Paintings" zusammen, in
denen er diese Fundstücke mit Malerei verband; außerdem
stellte er Collagen her und veranstaltete sogenannte "Happenings".
Mit seinen bunten Bildern gilt Rauschenberg als Vorläufer
des Pop-art. |
Rembrandt
(Harmenszon van Rijn) (1606 - 1669) |
Rembrandt
wurde am 15. Juli 1606 als Sohn eines Müllers im niederländischen
Leiden geboren. Er besuchte zunächst die Lateinschule
seiner Heimatstadt und absolvierte zwischen den Jahren 1621
und 23 eine Lehre bei dem Maler van Swanenburgh. Dieser Lehrzeit
folgte ein sechsmonatiger Aufenthalt in der Werkstatt des
Historienmalers Pieter Lastman in Amsterdam, der ihn ebenfalls
als Schüler aufnahm. Im Jahre 1625 kehrte er schließlich
nach Leiden zurück und eröffnete ein eigenes Atelier.
Etwa sechs bis sieben Jahre später zog er nach Amsterdam
und heiratete dort 1634 Saskia van Uylenburgh, die Nichte
des Malers Hendrik Uylenburgh, bei dem Rembrandt in Amsterdam
bis 1635 wohnte. Rembrandt brachte es durch seine Arbeit zu
Wohlstand und lebte zusammen mit Saskia, die vier Kinder zur
Welt brachte, von denen nur der Sohn Titus die ersten Lebenswochen
überleben sollte, weiterhin in Amsterdam. Nachdem Saskia
im Jahre 1642 verstarb, stellte Rembrandt die Gouvernante
Geertje Dircks ein, die sich um Titus kümmern sollte.
Geertje verklagte ihn daraufhin 1649 wegen der Auflösung
eines Heiratsversprechens, so daß Rembrandt von nun
an jährlich 200 Gulden an sie zahlen sollte; dieser ließ
Geertje jedoch verhaften und in das Frauengefängnis von
Gouda bringen. 1654 brachte seine Geliebte Hendrickje Stoffels
eine Tochter namens "Cornelia" -nach der Mutter
Rembrandts benannt- zur Welt. In den Folgejahren verschlechterte
sich seine finanzielle Lage rapide; zum einen wurde sein Porträtstil
nicht mehr für zeitgemäß gehalten, zum anderen
bestand der Eigentümer seines Hauses auf vollständige
Bezahlung der restlichen Verkaufssumme. Auf diese Weise kam
es schließlich um 1657/58 zur Versteigerung seines Besitzes
und Rembrandt verlor das Haus, sowie alle seine Zeichnungen
und Gemälde, die versteigert wurden. Nachdem Hendrickje
1663 gestorben war, heiratete Rembrandt 1668 Magdalena van
Loo, die Nichte seiner Tante Titia. Im gleichen Jahr starb
sein Sohn Titus; ein Jahr später, am 4. Oktober 1669,
folgte ihm Rembrandt selbst, der die letzten Lebensjahre in
großer Armut verbracht hatte. Rembrandt war einer der
bedeutendsten niederländischen Maler und prägte
mit seinen barocken Werken die nachfolgenden Künstlergenerationen
nachhaltig. Neben seinen berühmten Gemälden stellte
er auch zahlreiche Radierungen und Zeichnungen her, bei denen
insbesondere die Vielfalt seiner Motivwahl und die Benutzung
unterschiedlichster Techniken und Materialien fasziniert. |
Auguste
Renoir (1841 - 1919) |
Renoir
wurde 1841 als Sohn eines Schneiders in Limoges (Frankreich)
geboren und zog mit seiner Familie 1845 nach Paris. Nach einer
Lehre als Porzellanmaler besuchte er ab 1862 die École
des Beaux-Arts, die er jedoch nach kurzer Zeit wieder verließ,
um in das Atelier des Charles Gleyre einzutreten, wo er Bazille,
Sisley, Pissarro und Monet kennenlernte. Im Jahre 1868 gelang
ihm mit seinen impressionistischen Werken der Durchbruch im
Pariser Salon, dem 1874 die Teilnahme an der ersten Impressionistenausstellung
folgte. Reisen nach Algerien und Italien in den Jahren 1881/82
führten zu einer Abwendung Renoirs von dem formauflösenden
impressionistischen Stil und hin zu einer strengen Kontur
nach dem Vorbild Ingres. 1883 heiratete er Aline Chargot.
Später, etwa um 1889, fand Renoir wieder zu seinem freieren
Stil zurück und hielt sich ab 1903 wegen Lähmungserscheinungen
aufgrund einer chronischen Arthritis in Südfrankreich
auf. Die Erkrankung fesselte ihn seit 1912 an den Rollstuhl,
was Renoir jedoch nicht daran hinderte mit an die Hand geschnalltem
Pinsel weiter zu malen. Unter seiner Anleitung schuf ein Gehilfe
zahlreiche Plastiken und Lithographien, bevor Renoir 1919
in Cagnes-sur-Mer bei Nizza verstarb. Renoir wollte mit seinen
Bildern Lebensfreude verbreiten und schuf auf diese Weise
eine Fülle von Früchten, Gärten, Blumen, Frauen
und Kindern. |
Mark
Rothko (1903 - 1970) |
Der
am 25. September 1903 in Dvinsk (Litauen) geborene Rothko
wanderte mit seiner Familie im Jahre 1913 in die USA aus.
Dort studierte er zwischen 1921 und 1923 Kunst an der Yale
University in New Haven und zog zwei Jahre nach seinem Abschluß
nach New York. In den vierziger Jahren bekam er Kontakt zum
abstrakten Expressionismus und ließ damit seine surrealistische
Phase hinter sich, um am Ende dieses Jahrzehnts zu seinem
eigenen Stil zu finden: er ordnete unscharf konturierte, farbige
Rechtecke übereinander auf großformatigen Bildern
an, die sich im Auge des Betrachters zu bewegen scheinen.
Rothko verstarb am 25. Februar 1970 in New York und hat als
bedeutender Vertreter des Color-field-painting den abstrakten
Expressionismus mitgeprägt. |
Henri
Julien Felix Rousseau (1844 -1910) |
Rousseau,
der am 21. Mai 1844 in Laval geboren wurde, hatte nie eine
malerische Ausbildung erhalten, sondern malte neben seiner
beruflichem Tätigkeit und bildete sich autodidaktisch
weiter. Vierzigjährig ging er dann in Pension, um sich
ganz der Malerei widmen zu können. Durch eine Ausstellung
zog Rousseau die Aufmerksamkeit Toulouse-Lautrecs, Pissarros,
Redons und Gaugins auf seine Bilder, die seine "naive"
Malweise anerkannten und bewunderten, wie später auch
Picasso und Delaunay. Rousseau, der am 2. September 1910 in
Paris starb, ist einer der bedeutendsten Vertreter der Naiven
Malerei. In seinen Bildern stellte er traumhafte Phantasien
dar, die zwar nicht intellektuell reflektiert sind, aber dennoch
eine besondere Stimmung auszudrücken vermögen. |
Peter
Paul Rubens (1577 - 1640) |
Am
28. Juni 1577 in Siegen als Sohn eines Antwerpener Rechtsgelehrten
geboren, besuchte Rubens zunächst eine humanistische
und katholische Schule. Bevor er eine Zeit als Schüler
bei dem Landschaftsmaler Tobias Verhaecht in Antwerpen verbrachte,
befand er sich kurz als Page im Dienst der Margaret von Ligne,
was ihm jedoch überhaupt nicht gefiel. Schließlich
lernte Rubens zwischen 1592 und 98 bei Adam van Noort und
Otto van Veen. Bei letzterem arbeitete er noch bis 1600 weiter,
obwohl er bereits 1598 als Meister in die St. Lukasgilde in
Antwerpen aufgenommen worden war. Zwischen 1600 und 1608 war
Rubens als Hofmaler und Diplomat des Vincenzo Gonzaga, dem
Herzog von Mantua, tätig, unternahm in diesen Jahren
jedoch auch ausgedehnte Reisen nach Rom, Genua und an den
spanischen Hof. Die Anregungen aus Italien bewirkten eine
Veränderung seines Malstils, so daß er den Manierismus
hinter sich ließ und sich dem Barockstil zuwendete.
Im Jahre 1608 kehrte er nach Antwerpen zurück und wurde
ein Jahr später zum Hofmaler des Erzherzogs Albert ernannt.
Rubens gründete in Antwerpen eine eigene Werkstatt und
heiratete Isabella Brant. Ab 1622 war er schließlich
als Diplomat des englischen, französischen und spanischen
Hofes tätig und führte erfolgreich Friedensverhandlungen
zwischen Spanien und England. Nach dem Tode Isabellas heiratete
er 1630 Helene Fourment. Rubens starb am 30. Mai 1640 in seinem
Antwerpener Schlößchen Steen. Rubens gilt als Inbegriff
der barocken Malerei. Schon zu seinen Lebzeiten war seine
Kunst populär, so daß eine große Anzahl an
Schülern bei ihm ausgebildet werden wollte; zu seinen
Lehrlingen gehören unter anderem J. Brueghel d. Ä.,
A. van Dyck und F. Snyders. Die Gemälde Rubens wurden
durch die sog. "Rubensstecher" in den Kupferstich
übertragen und so in ganz Europa verbreitet. |
Egon
Schiele (1890 - 1918) |
Am
12. Juni 1890 im niederösterreichischen Tulln geboren,
besuchte Schiele zwischen 1906 und 1909 die Wiener Kunstakademie.
Im Jahre 1909 war er Mitbegründer der Künstlervereinigung
"Neukunstgruppe" und ließ sich von den Werken
van Goghs, Toulouse-Lautrecs, Munchs und Hodlers anregen;
auch die Freundschaft zu Klimt beeinflußte die Malerei
Schieles. Schiele entfernte sich jedoch schnell vom Jugendstil
und entwickelte einen eigenen Stil, bei dem er in nervösen
Linien unbeschönte Menschen darstellte, die ihm enorme
Kritik einbrachten. Der Künstler verstarb bereits 28jährig
am 31. Oktober 1918 in Wien nur zwei Tage nach seiner Frau
an der spanischen Grippe. |
Karl
Schmidt Rottluff (1884 - 1976) |
Am
1. Dezember 1884 in Rottluff bei Chemnitz als Karl Schmidt
geboren, gehörte er 1905 zu den Mitbegründern der
Künstlergruppe "Brücke" in Dresden zusammen
mit seinem Freund Heckel, Bleyl und Kirchner. Nach einer impressionistischen
Phase begann er sich an den Fauvismus anzunähern, so
daß die Farben leuchtender und als Ausdrucksmittel verwendet
wurden; ab 1920 hellte sich seine Malerei auf und die Bilder
erhielten eine größere räumliche Tiefe. Während
die Nationalsozialisten Deutschland beherrschten, wurde Schmidt-Rottluff
mit einem Arbeitsverbot belegt. Der Künstler, zu dessen
Hauptmotiven Landschaften, Stilleben, Akte und Bildnisse zählen,
starb am 10. August 1976 in Berlin. |
Alfred
Sisley (1839 - 1899) |
Der
am 30. Oktober 1839 in Paris als Sohn wohlhabender Eltern
geborene Sisley absolvierte zunächst eine kaufmännische
Lehre in London. Im Jahre 1862 kehrte er nach Paris zurück
und war für ein Jahr im Atelier des Charles Gleyre tätig,
wo er Monet, Bazille und Renoir kennenlernte. In den folgenden
Jahren arbeitete Sisley teilweise zusammen mit Monet, Pissarro
und Renoir auf einem Boot auf der Seine und zog jährlich
mit Monet, Renoir und Bazille in den Wald von Fontainebleau,
um zu malen. 1866 heiratete er Marie Lescouezec und hatte
seine erste Ausstellung im Pariser Salon, der seine Bilder
in den kommenden Jahren mal annahm und mal ablehnte. Im Jahre
1874 nahm Sisley an der ersten Impressionistenausstellung
in Paris teil und unternahm eine Englandreise. Nach einer
Krebserkrankung starb er am 29. Januar 1899 in Moret-sur-Loing.
Zu seinen Lebzeiten mußte der impressionistische Maler
Sisley oftmals schwierige finanzielle Engpässe überwinden;
erst nach seinem Tode wurde die außerordentliche Harmonie
seiner Farben und die ruhige Kraft seiner Bilder erkannt und
die Preise für seine Werke stiegen bei Auktionen schnell
in die Höhe. |
Max
Slevogt (1868 - 1932) |
Der
am 8. Oktober 1868 im bayrischen Landshut geborene Künstler
studierte in München und an der Pariser Académie
Julian. Im Jahre 1892 hatte Slevogt seine erste eigene Ausstellung
in München. Ab 1914 hielt er sich oft in Neukastel in
der Pfalz auf, wo er am 20. September 1932 auch verstarb.
Mit seinen Bildern gehört Slevogt zu den wichtigsten
Repräsentanten des deutschen Impressionismus. Seine leuchtenden
Bilder drücken Heiterkeit aus und vermögen einen
flüchtigen Augenblick festzuhalten. |
Carl
Spitzweg (1808 - 1885) |
Spitzweg
wurde am 5. Februar 1808 in München geboren, studierte
Pharmazie und lernte die Malerei als Autodidakt. In seinen
Bildern karikierte er die Sehnsüchte des Kleinbürgertums
und wandte sich zunehmend der Landschaftsmalerei zu, wobei
die Personen nur noch witzige Randerscheinungen darstellen.
Spitzweg starb am 23. September 1885 in München. |
Tizian
(um 1488/90 - 1576) |
Der
um 1488-90 in Pieve di Cadore (Venetien) geborene Tizian kam
schon als Kind nach Venedig und lernte bei Bellini und Giorgione.
Im Jahre 1516 wurde er Staatsmaler der Republik Venedig und
seine Kunst war um 1530 herum schon in ganz Europa bekannt.
Kaiser Karl V. ernannte Tizian 1533 zu seinem Hofmaler und
adelte ihn. 1545 hielt er sich dann auf Einladung des Papstes
Paul III. einige Zeit in Rom auf und nahm in den Jahren 1548,
1550 und 1551 an den Augsburger Reichstagen teil, wo er hochgestellte
Persönlichkeiten porträtierte. Tizian starb am 27.
August 1576 in Venedig, in dem er sich die meiste Zeit seines
Lebens aufgehalten hatte. Tizian malte im Stil der Hochrenaissance.
Seine Kunst beeinflußte die nachfolgenden Künstlergenerationen
unter anderem wegen der strahlenden Farbgebung bis in das
19. Jahrhundert hinein. |
Henri
de Toulouse-Lautrec (1864 - 1901) |
Toulouse-Lautrec
wurde am 24. November 1864 in Albi geboren und gehörte
einem der ältesten Adelsgeschlechter Frankreichs an.
Mit 14 Jahren brach er sich beide Beine; daraus resultierte
eine Verwachsung der Beine, die damit, bei normaler Größe
des Oberkörpers, kurz blieben und ihn zum Krüppel
machten. Im Jahre 1881 zog Toulouse-Lautrec nach Paris, lernte
dort bei F. Cormon und L. Bonnat und hatte eine beeinflussende
Begegnung mit van Gogh und Bernard. Der Autodidakt Toulouse-Lautrec,
der sich an Bildern von Degas und an japanischen Farbenholzschnitten
orientierte, wurde 1893 Mitarbeiter der "Revue Blanche".
Der Chansonnier Aristide Bruant führte ihn in das Pariser
Nachtleben ein; von da an wurden Bars, Bordelle, das Kabarett,
der Zirkus oder der Rennplatz zu Toulouse-Lautrecs Inspirationsquelle.
Damit gilt er als ironischer und satirischer Chronist der
Pariser Vergnügungswelt des "Fin-de-siècle".
Toulouse-Lautrec zeichnete als Graphiker vor allem farbschöne
Plakate in der "Jugendstil-Manier", die zu einem
Meilenstein für die moderne Gebrauchsgraphik wurden.
Das Pariser Nachtleben blieb nicht ohne Spuren, so daß
Toulouse-Lautrec im Jahre 1901 eine Alkoholentziehungskur
machen mußte; er verstarb im gleichen Jahr am 9. September
auf dem Schloß Malromé. |
Joseph
Mallord William Turner (1775 - 1851) |
Joseph
Mallord William Turner entdeckte die „Stimmungslandschaft"
und schuf daher als erster jene Richtung in der Landschaftsmalerei,
welche nicht die Gegenstände selbst, sondern den Eindruck
darstellen will, den sie unter gewissen Lichtverhältnissen
machten, deshalb ist der Engländer Turner der wahre Vorläufer
der Impressionisten und das nahezu zwei Generationen vor den
Franzosen.
Turner wurde am 23. April 1775 in London als Sohn eines Barbieres
geboren. Im Jahre 1789 wurde er an der Royal Academy aufgenommen,
absolvierte nebenbei jedoch noch eine Ausbildung bei dem Aquarellmaler
Thomas Malton, bei Paul Sanby und bei Philippe Jacques de
Loutherbourg. Bei diesem lernte er, sich für die atmosphärischen
Erscheinungen und die wechselnden Stimmungen des Wetters zu
begeistern. In der Folgezeit wurden die Landschaft Großbritanniens
das Hauptthema der Gemälde Turners, was ihm bald die
Anerkennung der Öffentlichkeit eintrug. Turner beteiligte
sich 1790 erstmals mit seinen Aquarellen an einer Ausstellung
der Royal Academy und reichte dort sechs Jahre später
sein erstes Ölbild für eine Ausstellung ein. Nach
einer Zeit der Reisen, die ihn nach Schottland, in die Schweiz
und nach Frankreich führten, eröffnete er 1804 eine
eigene Galerie, in der er seine Bilder verkaufte. Eine nachhaltige
Faszination übte die gewaltige Natur der Alpen in ihrer
elementaren Größe auf den Künstler aus. Noch
Jahre nach seiner Rückkehr hat er immer wieder Alpenlandschaften
gemalt. 1807 erhielt er an der Royal Academy eine Professur.
Theoretisch äußerte sich Turner über die Kunst
der Landschaftsmalerei in einer ersten, 1807 erschienenen
Folge seines „Liber Studiorum", das er mit inhaltlich
und formal weit gespannten Illustrationen versah. Eine Italienreise
in den Jahren 1819/20, bei der er sich längere Zeit in
Rom,Neapel und Venedig aufhielt, führte zu einem Stilwandel
Turners, durch den sich seine Bilder zusehens vom Realistischen
entfernten.Besonders nach Rom und Venedig zog es ihn noch
ein zweites und drittes Mal in den Jahren 1828 und 1840. Italiensiche,
insbesondere venezianische Themen charakterisierten fortan
seine Gemälde, in denen er darum bemüht war, die
ganz besondere Atmosphäre der Lagunenstadt in seinen
Transparenten Aquarellstil zu übersetzen. Dieser Wandel
sorgte für heftige Kritik, so daß einige Spätwerke
von ihm wegen der Auflösung des Gegenständlichen
nicht mehr in der Royal Academy ausgestellt wurden. |
Victor
Vasarely (*1908) |
Vasarely,
der am 9. April 1908 in Pécs (Ungarn) geboren wurde,
ließ sich 1930 in Paris nieder und lebt seit 1961 in
Annet sur Marne. In seinen Bildern entwickelte er Bildmuster,
bei denen in einem Gitterwerk geometrische Formen in leuchtenden
Farben so angeordnet sind, daß im Auge des Betrachters
der Eindruck der Bewegung entsteht; Vasarely zählt mit
seinen Werken zu den Hauptvertretern des Op-art. |
Jan
Vermeer (1632 - 1675) |
Von
dem Leben des am 31. Oktober 1632 in Delft geborenen Vermeer
ist nicht viel bekannt, außer daß sein Vater Seidenwirker,
Kunsthändler und Gastwirt war, daß er im Jahre
1650 Catharina Bolens heiratete und in diesem Jahr als Meister
in die Sankt Lukasgilde aufgenommen wurde. Vermeer starb am
15. Dezember 1675. Neben Hals und Rembrandt zählt er
zu den bedeutendsten holländischen Künstlern; seine
Malerei fasziniert durch die Farbharmonie, die gelungenen
Perspektiven und die Wiedergabe des Lichts; seine bevorzugten
Motive sind Frauen in einer intimen, ruhigen Innenraumszene
mit Lichteinfall, denen der Betrachter bei irgend einer Tätigkeit
zuschauen kann. Erst am Ende des 19. Jahrhunderts wurde seine
Kunst geschätzt und fand zahlreiche Nachahmer und Fälscher. |
Andy
Warhol (1928 - 1987) |
Er
wurde am 6. August 1928 als Andrew Warhola in Pittsburgh,
Pennsylvania als Sohn tschechischer Einwanderer geboren. In
den Jahren 1945-49 studierte Warhol am Carnegie Institute
of Technology in Pittsburgh. Nach dem Abschluß dieses
Studiums zog er nach New York, wo er als Werbegraphiker für
"Vogue" und "Harper´s Bazaar" arbeitete
und seinen Namen auf Andy Warhol kürzte. Seine erste
Einzelausstellung fand 1952 in der Hugo Gallery in New York
statt. In den Folgejahren entwarf er Bühnenbilder und
begann sich die Haare hell zu färben, was später
zu seinem Markenzeichen werden sollte. Im Jahre 1956 wurden
Warhols Werbezeichnungen für Schuhe ausgestellt und er
erhielt dafür den "Thirty Fifth Annual Art Director´s
Club Award". 1960 begann er die Werbegraphik zu verlassen
und zeitgleich mit Roy Lichtenstein Bilder in Form von Comics
und erste Konsumgüterbilder, wie die Coca-Cola-Flaschen,
zu malen. Ab 1962 benutzte Warhol das Siebdruckverfahren,
um Fotos auf Leinwände zu übertragen, die er dann
mit grellen Farben veränderte. Zudem entstanden seine
Katastrophenreihen von elektrischen Stühlen und Autounfällen
z.B.; die von ihm ins Leben gerufene "Factory" half
ihm bei der Vervielfältigung seiner Werke. In den Folgejahren
fing Warhol mit der Filmproduktion an und hatte zahlreiche
Ausstellungen in Amerika und Europa. 1975 erschien sein Buch
"The Philosophy of Andy Warhol", dem viele Ausstellungen
und Retrospektiven folgten, bevor Warhol am 22. Februar 1987
verstarb. Warhol erfand in seinen Werken nichts neu, jedoch
hob er alltägliche Dinge an das Auge des Betrachters,
so daß dieser Konsumgegenstände oder "Stars"
als Kunst begreifen konnte. Durch diese Stilrichtung, die
als Pop-art bezeichnet wird, beeinflußte Warhol andere
Künstler wie z.B. Keith Haring und führte die Kunst
in eine neue Epoche. |
Paul
Wunderlich (1927) |
Wunderlich,
der am 10. März 1927 in Berlin auf die Welt kam, studierte
zwischen 1947 und 51 an der Hamburger Landeskunstschule und
lehrte nach seinem Abschluß dort bis 1960. Nach einem
mehrjährigen Parisaufenthalt nahm er eine Professur an
der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg an.
Wunderlich erhielt für seine kühlen, erotischen
Bilder, bei denen Surrealismus auf phantastischen Realismus
trifft, viele Auszeichnungen und hatte zahlreiche Ausstellungen
überall auf der Welt. |
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