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Rudolf
von Alt
(1812-1905) |
Der
Wiener Rudolf von Alt war Hauptmeister des österreichischen
Veduttenaquarells. Nach seiner Ausbildung bei seinem Vater
und an der Akademie in Wien begann er mit einer für das
Biedermeier typische Gattung, des Aquarell-Interieurs. Es
folgten Reisen in die Schweiz, Italien, Böhmen, Ungarn,
Galizien auf denen die ersten Veduten entstanden. In den späteren
Jahren näherte er sich dem Impressionismus an |
Christian
Ludwig Attersee (*1940) |
Christian
Ludwig Attersee wurde im Jahre 1940 in Preßburg mit
dem Namen Christian Ludwig geboren. Der Künstler verbrachte
seine Jugend in Aschach an der Donau, in Linz und am Attersee.
Sein künstlerisches Schaffen beginnt bereits 1951 mit
dem Schreiben von Romanen und Liedern sowie dem Entwerfen
von Bühnenbildern. 1957 beginnt Attersee ein Studium
der Bühnenarchitektur an der Hochschule für angewandte
Kunst in Wien, 1959 schließt er ein Studium der Malerei
an. In den sechziger und siebziger Jahren enstehen die Zyklen"Österreichführer
für außerirdische Wesen" sowie jene zur Essens-Welt,
zu Alltagsgegenständen zu Schönheit und Kosmetik
und die Zyklen "Segelsport", "Servierlust und
Serviettenallerei", "Triebstör und Schwarzbesamung".
1990 wird Attersee als außerordentlicher Professor an
die Hochschule für angewandte Kunst in Wien (Meisterklasse
für experimentelles Gestalten) berufen und 1992 zum ordentlicher
Professor für die Meisterklasse Malerei, Animationsfilm
und Tapisserie ernannt. Attersee lebt und arbeitet in St.
Martin an der Raab im Burgenland, am Semmering und in Wien. |
Arcimboldo
Guiseppe (um 1527 - 1593) |
Bedeutender
Vertreter des Manierismus und Urahne der Surrealisten - Arcimboldo
wurde um 1527 wahrscheinlich in Mailand geboren und war in
den Jahren 1549-58 als Mitarbeiter seines Vaters tätig,
der Maler am Mailänder Dom war. 1562 begann er am Hof
Ferdinands I. in Prag als Porträtmaler und Kopist zu
arbeiten. Später ging Arcimboldo dazu über, auf
manieristische Weise phantastische Gemälde zu fertigen.
Seine Spezialität waren allegorische Bilder; meist Zusammensetzungen
menschlicher Köpfe und ganzer Gestalten aus Blumen, Füchten
oder Tieren. Der vielseitig talentierte Maler war auch als
Bühnenbildner, Organisator, Architekt und Ingenieur tätig.
Er verließ den Prager Hof im Jahre 1587, um nach Mailand
zurückzukehren. Arcimboldo wurde 1591 in den Adelsstand
erhoben.Er verstarb am 11. Juli 1593. Seine bizarren Bilder
sind als Ausformung des manieristischen Gedankens zu verstehen,
der an Stelle der Nachahmung naturalistische Verwandlung setzt.
Der manieristische Künstler wurde von den Surrealisten
des 20 Jahrhunderts als ihr Vorläufer angesehen. |
Baselitz
Georg (*1938 ) |
In
seinen Bildern stellt der Künstler die Motive auf den
Kopf
Baselitz wurde am 23. 1. 1938 als Hans-Georg Kern in Deutschbaselitz
in Sachsen geboren und studierte ab 1956 in Ost-Berlin Kunst,
wo er sich unter anderem mit Ralf Winkler (A.R. Penck) befreundete;
siedelte 1957 nach West-Berlin über und studierte er
an der Hochschule der Künste bis 1964 bei Hann Trier.
Im Jahre 1978 erhielt Baselitz eine Professur an der Karlsruher
Akademie der Bildenden Künste und lehrte zwischen 1983
und 88, sowie ab 1992 an der Hochschule der Künste in
Berlin. Baselitz lebt in Derneburg bei Hildesheim. Seit den
50er Jahren entwickelte er eine dem gegenständlichen
verbundenen Malerei, die anfänglich in schmutzigen Farben
gemalte Tier und Landschaftsfragmente darstellte, ab 1964
gewann die Farbe und Form als eigentliches Medium der Malerei
an Bedeutung und die Gegenständlichkeit wurde modifiziert
und bedeutungslos gemacht. |
Beardsley
Aubrey (1872 - 1898) |
Der
Künstler wurde am 21. August 1872 im britischen Brighton
geboren und nahm im Jahre 1888 eine Lehre in einem Architekturbüro
auf. 1889 trat Beardsley in eine Londoner Versicherungsgesellschaft
ein. Er erhielt keine fachliche Ausbildung als Maler, sondern
bildete sich selbst an Vorlagen von Dürer, Michelangelo,
Botticelli usw. in Zeichnen aus. Angeregt von den Präraffaeliten
und dem japanischen Holzschnitt fand er frühzeitig seinen
eigenen, rein zeichnerischen Umriss-Stil. 1892 erhielt er
den Auftrag eine Ausgabe des "Morte d´Artur"
von Thomas Malory zu illustrieren. Die begeisterte Kritik
ebnete ihn den Weg zum vielbeschäftigten Illustrator.
Es folgten 1893 die Blätter zu Oscar Wildes "Salome".
1896 für Popes "Rape of the Lock " und Wagners
"Rheingold". Beardsley begann in 1893 zusammen mit
Harland und Lane die Zeitschrift "The Yellow Book"
herauszugeben. Er fertigte Plakate , Karikaturen und Exlibris,
entwarf Titelbilder und Schlußblätter, bis eine
Erkrankung an Tuberkulose 1896/97 einen Aufenthalt in Bournemouth
erforderlich machte. Im Jahre 1897 trat der Künstler
zur katholischen Kirche über und verstarb am 16. März
1898 in Menton. Beardsley, der fast ausschließlich Illustrationen
oder Plakate anfertigte, zählt zu den interessantesten
Künstlern des Jugendstils. Es sind nur zwei Ölgemälde
von ihm bekannt: "A Caprice" und "Frau mit
Maske". Seine bedeutendsten Arbeiten sind jedoch seine
Buchillustrationen. Sein Werk ist gekennzeichnet duch kühne
einfache Kompositionen, schwungvolle Linien und starke Kontraste
zwischen Licht und Schatten. |
Max
Beckmann (1884 - 1950) |
Max
Beckmann wurde am 12. 12.1884 in Leipzig geborene. Er studierte
in Weimar und Berlin. Bevor er sich 1907 der Berliner Sezession
anschloß unternahm er Reisen nach Paris und Florenz.
Seine frühen Werke standen unter den impressionistischen
Einfluß von Max Liebermann. Die Begegnung mit Munch
veränderte seine Malweise wieder. Einen weiteren Einschnitt
in Beckmanns Leben stellte der Erste Weltkrieg dar, in dem
er freiwillig Sanitätsdienst leistete, jedoch nach einem
Nervenzusammenbruch aufgrund der Schrecklichkeit des Erlebten
1915 bereits entlassen wurde. Beckmann übersiedelte nach
Frankfurt am Main und übernahm dort die Leitung der Malerklasse
an der Städelschule. 1933 gab er unter dem Druck des
Nationalsozialismus das Amt auf und ging nach Berlin. Dort
entstand die erste von neun gewaltigen Kompositionen; dieses
Triptychon nannte er "Abfahrt" (Museum of Modern
Art New York) und sah darin die Emigration und den Schrecken
des Nationalsozialismus voraus. Nachdem die Ausstellung "Entartete
Kunst" eröffnet wurde, übersiedelte Beckmann1937
nach Amsterdam, wo er den Krieg überstand. 1947 übersiedelte
er in die USA, wo er seit 1949 an der School of Arts des Brooklyn
Museums lehrte. Beckmann verstarb am 27. Dezember 1950 . In
seinen Gemälden Erdbeben von Messina 1909 und Untergang
der Titanic, 1912 kommt die für ihn typische Grundstimmung
des Unheilvollen, Schrecklichen und der Schutzlosigkeit zum
Ausdruck, wobei er sich eine sehr verschlüsselte und
eigenwillige Ikonographie bedient. Ab 1940 griff Beckmann
auch mythologische Themen auf. In diesem Zusammenhang von
Alegorie und Mythologie gehören auch Verkleidung und
Kostüm. Seine zahlreichen Selbstbildnisse zeigen ihn
auch als Narren oder König. Er prägte zusammen mit
Grosz das Phänomen der Neuen Sachlichkeit. |
Umberto
Boccioni (1882 - 1916) |
führender
Vertreter des Italienischen Futurismus
Der Künstler wurde am 19. Oktober 1882 in Reggio di Calabria
geboren und studierte von 1898 bis 1902 in Rom; hier begegnete
er den Malern Gino Severini und Giacomo Balla. Balla machte
ihn mit der Maltechnik des Divisionismus vertraut. Nach Aufenthalten
in Berlin und Paris ließ Boccioni sich 1907 in Mailand
nieder wo er 1909 Fillipo Tommaso Marinetti kennenlernte,
dessen theoretischen Ansätze hauptsächlich zur Entstehung
des "Manifest der futuristischen Malerei" führte
welches er im Jahre 1910 zusammen mit Balla, Russolo und Carrà
veröffentlichte . Auf einer Parisreise 1911 kam Boccioni
mit dem dort sich entwickelnden Kubismus in Kontakt, dessen
Stilelemente er zunehmend in seinen Bildern übernahm.
Die Darstellung von Geräuschen und Bewegung sind die
auffälligsten Merkmale seiner Malerei. Sein Bestreben,
die Dynamik der Formen darzustellen, erreichte er durch verschiedene
Ansichten eines Gegenstandes, gleichzeitig wandelte er diese
Ansichten ab und versuchte mehrere aufeinanderfolgende Bewegungsabläufe
darzustellen. Der Maler starb am 16. August 1916 in Verona
während eines Genesungsurlaubes des Ersten Weltkrieges
an den Folgen eines Reitunfalls. Boccioni, der zu den Hauptvertretern
des Futurismus gehört, vereinigte in seinen Werken das
Dynamische des modernen Lebens mit den Stilelementen des Kubismus.
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Pierre
Bonnard (1867 - 1947) |
Hauptmeister
des Neoimpressionismus
Bonnard wurde am 13. 10. 1867 in Fontenay-aux-Roses als Sohn
eines Beamten geboren. Neben einem Jurastudium, das er in
den Jahren 1886-89 betrieb, war er an der École des
Beaux-Art eingeschrieben. Nach dem Wechsel an dieAcadémie
Julian lernte er die Malern Maurice Denis, Paul Sérusier,
Jean Édouard Vuillard kennen. Seine Faszination für
die Bilder Gaugins führten 1888 zu einer für sein
weiteres Schaffen wichtigen Begegnung mit diesem in der Pont-Aven.
Daneben beeinflußten ihn auch der gerade in Europa bekannt
gewordene japanische Farbholzschnitt mit ihren allein auf
Fläche und Linie konzentrierte Darstellungsweise.Nachdem
er im Jahre 1889 einen Plakatentwurf "France-Champagne"
verkauft hatte, teilte er sich 1890 ein Atelier mit Vuillard
und Denis und schloß sich mit diesen der von Paul Sérusier
gegründeten symbolistischen Künstlergruppe "Nabis"
(=hebräisch: Prophet) an, von der er sich jedoch schon
bald wieder trennte. Bonnard stellte 1891 erstmals im "Salon
des Indépendants" aus und lernte wenig später
Toulouse-Lautrec kennen. Zusammen mit diesem gehörte
Bonnard zu den Begründern der modernen Plakatkunst.1905
unternahm er mit Vuillard eine Spanienreise, der in den kommenden
Jahren Reisen nach Belgien, Holland, England, Italien, Algerien,
Tunesien und Südfrankreich folgten.Zu den Hauptmotiven
zählten insbesondere Landschaften, Blumengärten,
Segelboote, der weibliche Akt und Schilderungen von Interieurs.Er
zählt wegen des starken Anteils des Lichts in seinen
Werken zu den Malern des Impressionismus, obwohl er im Grunde
einen eigenen Stil verwirklichte, indem er bestimmte Elemente
des Impressionismus in eine eigene Sprache umsetzte. Die Symbolik
der Bildaussage tritt zugunsten der Farbkomposition in den
Hintergrund. Durch eigenwillige Bildausschnitte wurden den
Szenen eine besondere Intimität verliehen.Im Jahre 1925
kaufte Bonnard schließlich ein Haus im südfranzösischen
Le Cannet, wo er bis zu seinem Tode am 23. 01. 1947 lebte. |
Hieronymus
Bosch (um 1450 - 1516) |
Bosch
wurde um 1450 als Iheronymus van Aken in s'Hertogenbosch geboren.
Der aus einer Malerfamilie stammende Hieronymus -sein Vater
und sein Großvater, Antonius und Jan van Aken arbeiteten
als Maler in s´Hertogenbosch- wird 1480 das erste mal
als Mitglied der Laienbruderschaft "Zu unserer lieben
Frauen" erwähnt, deren Vorstand er 1488 wurde. Im
Jahre 1478 heiratete er die reiche Aleyt Goyaert van de Mervenne,
so daß er von nun an ohne finanzielle Sorgen leben konnte.
Ihm wurde schon früh großes Ansehen zuteil. Seine
Werke wurden von kirchlichen ebeso wie von weltlichen Herrscher
geschätzt. Die Bilder Boschs wurden wegen der großen
Nachfrage schon zu seinen Lebzeiten oft gefälscht. Er
starb im August 1516 in seiner Geburtsstadt s'Hertogenbosch.
Seine bekanntesten Bilder sind "Weltgericht", "Der
Heuwagen" und "Der Garten der Lüste",
in denen Bosch die Abgründe des Menschseins und den damit
einhergehenden Sittenverfall schilderte, indem er dämonische
Wesen oder bizarre, traumhafte Szenen abbildete. Die genaue
Deutung seiner Bilder ist jedoch heute unmöglich geworden.
Durch die intensive Auseinandersetzung der Surrealisten mit
den verschlüsselten Darstellungen auf den Gemälden
Boschs rückten seine Bilder in diesem Jahrhundert wieder
in den Mittelpunkt des Interesses. Der Einfluß des Hieronymus
Bosch in der Malerei der Modernen ist deutlich zu erkennen. |
Sandro
Botticelli (1445 - 1510) |
Alessandro
di Mariano Filipepi, geboren in Florenz, erhielt den Beinamen
Botticelli, weil er eine Zeit lang bei seinem Bruder wohnte,
der wegen seines enormen Umfangs "botticelli" (Tönnchen)
genannt wurde. Botticelli absolvierte zunächst eine kurze
Ausbildung bei einem anderen seiner Brüder, eines Goldschmiedes.
Gegen 1465 bis 67 wurde er Schüler Fra Filippo Lippis,
dessen Art Engel und Madonnen zu malen er übernahm. Nicht
belegt, aber aus stilistischen Gründen wahrscheinlich
ist, daß er anschließend in der Werkstatt Andrea
del Verrocchios tätig war. Bereits 1470 besaß Botticelli
eine eigene Werkstatt, in welcher der Sohn seines einstigen
Lehrers, Filippino Lippi, in die Lehre ging. Botticelli hatte
Kontakte zu Humanisten sowie zu der Medici-Familie, was einen
großen Einfluß auf seinen Werdegang hatte. Gegen
1477 malte Botticelli die "Allegorie des Frühlings",
ein Gemälde, das seinen Ruhm nachhaltig bestimmte und
zusammen mit der "Geburt der Venus" zu seinen berühmtesten
Werken zählt. Als einer der 1481 von Papst Sixtus IV.
zur Ausmalung der Sixtinischen Kapelle nach Rom gerufenen
Künstler malte er dort Szenen aus dem Leben Moses´
und die Versuchung Christ. Mit den Tod seines Gönners
Lorenzo de Medici (1492) und dem Tod Savonarolas´ (1498)
trat eine Wende im Werk Botticellis ein. Ein durchkonstruierter
Bilderraum steht im Wiederspruch zu erregt und manieriert
wiedergegebenen Figuren. Der Verlust eines verständigen
Kreises von Humanisten und wohl auch das Ringen mit bildnerischen
Problemen führte zu einem Manierismus in der Formgebung
und zu rückschrittlichen Tendenzen.Er verstarb im Jahre
1510 in Florenz. Botticelli vervollkommnete mit seinen Werken
die dekorative Richtung der italienischen Frührenaissance. |
Eugéne
Boudin (1824 - 1898) |
franz.
vorimpressionistischer Maler
Der elfjährige Boudin, der am 13. Juli 1824 in Honfleur
geboren wurde, zog mit seiner Familie nach Le Havre um. Arbeitete
zunächst in einer Druckerei, eröffnete1842 ein Papiergeschäft,
in dem er auch Ausstellungen stattfinden ließ. Dank
dieser Einrichtung machte er die Bekanntschaft von Gustave
Courbet, Jean-Fracois Millet und Thomas Courture, später
auch von Cloude Monet, Bekanntschaften, die für beide
Seiten fruchtbar waren. Boudin hatte zwar selbst keine künstlerische
Ausbildung erhalten, war jedoch schon von Kindheit an ein
begeisterter Zeichner der Stimmungen von Himmel, Strand und
Meer. Diese Vorlieben kennzeichnete sein Werk ein Leben lang;
so malte er hauptsächlich Landschaften oder das Meer
mit Wolken und Lichtspiegelungen. Später gab er in seinen
Werken auch das Leben der Menschen wieder, wobei er jedoch
nie ganz auf Naturdarstellungen verzichtete.Boudin ebnete
mit seiner transparenten, gefühlvollen Malweise den Weg
zum Impressionismus und wurde damit unter anderem zum Vorbild
Monets. Nach seinem dreijährigen Pariser Studienaufenthalt
bereiste der Künstler Frankreich und Italien; später
hielt er sich auch in Belgien und Holland auf. Boudin verstarb
am 8. August 1898 in Deauville. |
Georges
Braque (1882 - 1963) |
Am
13. 5.1882 in Argenteuil-sur-Seine geboren, absolvierte Braque
zunächst eine Ausbildung beiseinem Vater und setzte sie
bei einem Dekorationsmaler in Le Havre fort. Nach der Militärzeit
studierte er ab 1902 an der Académie Humbert in Paris
und im Jahre 1904 richtete er sich ein eigenes Atelier ein.
Braque beeindruckten die Werke der Fauves, so daß er
sich ihnen 1905 anschloß. Später setzte er sich
mit Bildern Cézannes und Picassos auseinander, änderte
daraufhin seinen Malstil und wurde bei einer Ausstellung des
Herbstsalons im Jahre 1908 abgelehnt; ein Kritiker nannte
die Arbeiten Braques "bizarreries cubiques" aus
dem der Name "Kubismus" folgte. Ab 1908 arbeitete
er eng mit Picasso zusammen, den er durch den Kunsthändler
Kahnweiler kennenlernte, und bestimmte mit ihm jahrelang den
Kubismus und damit die moderne Malerei. Als 1908 Braque mit
seine neuen Bildern an der Jury scheiterte, veranstaltete
Kahnweiler für ihn eine Einzelausstellung.1912 entwickelte
er die Technik der Collage aus dem Versuch heraus Dingwirklichkeit
und Bildrealität zu überbrücken. Nach dem Ersten
Weltkrieg, bei dem Braque verwundet und frühzeitig entlassen
wurde, war sein Kontakt zu Picasso nahezu abgebrochen; Braque
arbeitete wieder vermehrt mit Farbe in dumpfen Tönen
als Ausdrucksmittel. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden
vor allem seine "Atelier- und Vögelbilder".
Braque zählt zu den wichtigsten Künstlern der Moderne,
der außerdem die französische Tradition der Landschaftsmalerei
aufrechterhielt. Braque wurde als erstem Maler zu Lebzeiten
eine Ausstellung im Louvre zuteil. Er starb am 31. 8. 1963
in Paris. |
Jan
Brueghel d. Ä. (1568 - 1625) |
Er
wurde 1568 in Brüssel als zweiter Sohn des Malers Pieter
Bruegel d.Ä. geboren. Im Jahre 1578 verstarb Mayeken,
geborene de Coecke, die Mutter Jans, so daß die Familie
Brüssel verließ und nach Antwerpen ging, wo die
Großmutter Marie Bessemers, die selbst Miniaturenmalerin
war, sich um die Kinder kümmerte. Seine Lehrer waren
Pieter Goetkint und Gillis van Conixloo. Schon mit 21 Jahren
verließ Jan die Heimat, um durch Europa zu reisen. Seine
Route kann heute nicht mehr genau rekonstruiert werden, sicher
ist jedoch, daß er sich 1590 in Neapel, zwischen 1592
und 94 in Rom und in der Zeit bis 1596 in Mailand bei Kardinal
Frederico Borromeo aufhielt, für den er arbeitete. Jan
kehrte daraufhin nach Antwerpen zurück und wurde 1597
als Meistersohn in die Sankt Lukasgilde aufgenommen. 1599
heiratete er Isabella de Jode, die 1601 einen Sohn zur Welt
brachte, der auch Jan genannt wurde. In diesem Jahr wurde
Brueghel offiziell Bürger der Stadt Antwerpen und ein
Jahr später, 1602, Dekan der Sankt Lukasgilde. Brueghel
unternahm 1604 eine Reise nach Prag und heiratete im gleichen
Jahr Katharina van Marienburg. Ab 1606 existieren Belege dafür,
daß er Maler des Brüsseler Hofes war. Einige Jahre
darauf unternahm der Künstler mit van Balen und seinem
Freund Rubens eine Hollandreise und malte in den folgenden
Jahren unter anderem für den Erzherzog Albrecht von Österreich
sowie für den polnischen König, bevor er schließlich
am 13. Januar 1625 der Cholera erlag. Jan Brueghel war ein
bedeutender Maler mit vielen Schülern, der es, im Gegensatz
zu seinem Bruder Pieter, zu einem gewissen Wohlstand brachte.
Seine Werk schöpft zum einen aus seiner Ausbildung als
Miniaturmaler, zum anderen nahm er Temen aus dem Werk seines
Vaters auf, wie historische Landschaftsdarstellungen oder
bäuerliche Szenen. An seinem Werk läßt sich
der Wandel der Kunst vom 16. zum 17. Jahrhundert besonders
gut ablesen. Besonders bekannt wurde Jan durch seine Blumenstilleben,
die ihm den Namen Blumen-Brueghel einbrachten. Er war auch
mit Rubens befreundet und arbeitete viel mit ihm. |
Pieter
Bruegel d. Ä. (1525/30 - 1569) |
Über
sein Leben weiß man wenig, da weder Briefe noch Dokumente,
die sein genaues Geburtsdatum oder seine Herkunft angeben,
existieren. Was man bezüglich dieser Punkte weiß,
wurde aus einer Biographie des Carel von Manders entnommen,
die im Jahre 1604, also 35 Jahre nach dem Tod Bruegels, erschien.
Aufgrund dieses zeitlichen Abstandes muß von Ungenauigkeiten
in der Biographie ausgegangen werden. Bruegel wurde zwischen
1525 und 1530 vermutlich in der Nähe von Breda (Niederlande)
geboren. Das er ein Bauernsohn war und seine Jugend unter
Bauern verbrachte, steht keineswegs fest, einiges spricht
für eine Herkunft aus dem städtischen Milieu. Man
möchte jedenfalls glauben, daß er schon früh
in einer Stadt seine geistige Ausbildung erhalten hat, etwa
in Herzogenbusch, wo er künstlerische Anregungen von
dort befindlichen Werken seines größten Vorgängers
Hieronymus Bosch empfangen haben könnte.Er erlernte die
Malerei als Schüler der Malers Pieter Coecke van Aelst
, der in Italien gebildet, als Maler, Architekt und besonders
als Zeichner für Festdekorationen, Bildteppiche und Glasgemälde
wirkte und es bis zum Dekan der Antwerpner Sankt-Lukas-Gilde
und zum Hofmaler des Kaisers Karl V. gebracht hatte. 1551
trat Brueghel als Freimeister in die Antwerpner Malergilde
ein. Während einer von ihm unternommene Italienreise,
die zu damaliger Zeit für nordeuropäische Künstler
obligatorisch war, arbeitete er 1553 in der Werkstatt des
Miniaturmalers Giulio Clovio in Rom.Diese Reise beeinflußte
seine Kunst im Gegensatz zu der zahlreicher anderer Künstler,
jedoch nicht; allein die Alpenlandschaft hat ihn derart in
ihren Bann gezogen, daß er zahlreiche Skizzen davon
anfertigte und sie auch in seinen Gemälden verarbeitete.
In Antwerpen fand er einen Mann, der der geeignetste war,
seine Zeichnungen und Kompositionen durch den Kupfersich zu
verbreiten. Es war Hieronymus Cock, der erste große
Verleger von Grafik in den Niederlanden.Schließlich
verließ er im Jahre 1563 Antwerpen und zog nach Brüssel,wo
er noch im selben Jahr die Tochter seines Lehrers Peter Cock
heiratete. Am 5. September 1569 starb er und wurde in der
Kirche Notre-Dame de la Chapelle zu Brüssel beigesetzt.
Er hinterließ seine Witwe zwei Knaben in zarten Alter,
die sich beide als Künstler einen Namen machen sollten:
Jan Brueghel d.Ä , genannt Samt- und Blumen-Brueghel
und Pieter Brueghel d.J, genannt Höllen_Brueghel, und
Maria.Nachdem Bruegel zu Beginn im Stil und nach Vorbildern
Hieronymus Boschs malte, fand er zunehmend zu einem eigenen
Malstil. In seinen Bildern hielt er vor allem das Leben der
Bauern und Bettler, das für ihn die menschlichen Schwächen
durch die Schlichtheit der Lebensäußerungen besonders
verdeutlichte und detaillierte Naturbeobachtungen fest. Der
Kreis von Brueghels Vorstellungen umfaßte alles, was
zu seiner Zeit geschaut und gedacht werden konnte: Himmel,
Hölle und Welt. Seine Kunstwerke ermöglichen es
dem Betrachter durch ihre Detailgetreue eine genaue Vorstellung
des Alltäglichen der damaligen Zeit zu gewinnen. Brueghel
gehört, etwa wie vor ihm Dürer und Hobein, zu den
großen Künstlern der neueren Zeit, die in bevölkerten
Handelstädten gelebt und die Welt auf Reisen kennen gelernt
haben.
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Brueghel
Pieter d. J. (1564 - 1638) |
niederl.
Maler
Brueghel Pieter d. J. auch Höllen-Brueghel genannt wurde
um 1564 in Brüssel als Sohn des Pieter Brueghel d. Ä.
geboren. Nach seiner Lehre bei Gillis van Conixloo wurde er
um 1584/85 in die Lukasgilde in Antwerpen aufgenommen. Er
fertigte viele Kopien nach Werke seines Vaters. Seine eigenen
Bilder sind detailreiche Kirmensdarstellungen oder Landschaften
mit Staffagen. |
Canaletto
(1697 - 1768) |
Venezianischer
Zeichner und Vedutenmaler des Spätbarock Der Maler, Zeichner
und Radierer Canaletto (eigtl. Giovanni Antonio Canal) wurde
am 18.10 1697 in Venedig geboren.Er lernte bei seinem Vater
die Malerei. Der Maler ging 1719 nach Rom, wo er Pannini,
Vanvitelli und Piranesi kennenlernte. 1720 wurde er in die
Malerzunft von Venedig aufgenommen. 1742 ging er zum zweitenmal
nach Rom. Durch englische Förderer wurden seine Bilder
im großen Umfang nach England verkauft. Nach Englandreisen
zwischen 1746 bis 50 und 1751 bis 53 hielt Canaletto sich
wieder in Venedig auf, wurde Mitglied der dortigen Akademie
und starb am 20.4.1768 in dieser Stadt. Zu seinen Schülern
gehörten Bellotto und Guardi. Das Werk des Künstlers
wird durch exakte Wiedergaben Venedigs, aber auch von London
und anderen Orten die er bereiste, verbunden mit einer besonderen
Ausdrucksweise des Lichts geprägt. Er schuf meist Auftragsarbeiten
in großem Stil, wie für dem Herzog von Bedford.
Viele seiner Arbeiten befinden sich noch heute in Großbritannien.
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Rosalba
Giovanna Carriera (1675 - 1757) |
venez.
Porträt- und Miniaturmalerin und Vertreterin des italienischen
Rokoko Die Künstlerin, die am 7. 10. 1675 in Venedig
geboren wurde, war Schülerin von Giuseppe Diamantini
und studierte danach bei Antonio Balestra. Zuerst malte sie
Porträtminiaturen, ab 1703 spezialisierte sie sich auf
Pastellmalerei, die unter dem Einfluß ihres Schwagers
Antonio Pelegrini stand und damit den Geschmack des Rokoko
besonders gut traf. Das Pastell mit seinem weichen, pudrigen
Glanz, den verwischten Farben und dem flaumigen Licht wurde
von Rosalba Carriera erst zu einem neuen, farbig-grafischen
Ausdrucksmittel ausgebildet. Carriera wurde mit ihren Bildern
schnell sehr berühmt und bekam im Jahre 1705 die Mitgliedschaft
der Römischen Accademia di S. Luca . Seit 1716 war Rosalba
mit dem Pariser Kunstkenner und Sammler Pierre Crozat befreundet,
auf dessen Einladung sie nach dem Tode des Vaters mit ihrer
Mutter 1720 nach Paris zog. Sie malte später sowohl am
französischen als auch am österreichischen Hof.
Die Malerin starb am 15. 4. 1757 in ihrer Geburtsstadt Venedig. |
Paul
Cézanne (1839 - 1906) |
französischer
Maler Vertreter der nachimpressionistischen Kunst und Wegbereiter
der modernen Malerei
Cézanne wurde am 19. Januar 1839 in Aix-en-Provence
geboren und studierte nach dem Willen seines Vaters in seiner
Heimatstadt Jura, wobei er nebenher im Abendkurs der École
Municipale de Dessin Zeichenunterricht nahm. 1861 übersiedelte
Cézanne nach Paris, wo ihn sein Jugendfreund Émile
Zola mit den Impressionisten Pissarro machte und er sich autodidaktisch
am Studium der Barockmaler, an Delacroix und Daumier bildete.
Noch im gleichen Jahr kehrte er entmutigt nach Aix zurück
und trat in das Bankgeschäft seines Vaters ein. Zwischen
1862 und 1864 reiste er erneut nach Paris, wo er Renoir, Monet,
Sisley, Bazille und später auch Manet kennenlernte. In
den Jahren 1864 bis 1870 wechselte er mehrmals zwischen Aix
und Paris hin und her und lernte in Paris seine zukünftige
Frau Marie Hortense Fiquet kennen. Im Jahre 1872 wurde Cézanne
Vater eines Sohnes, der auch Paul genannt wurde, und begann
eine Zusammenarbeit mit Pissarro, der ihn impressionistisch
beeinflußte. Unter dem Einfluss Pissarros erfolgte die
Aufhellung seiner Palette; er wandte sich dem atmosphärischen
Freilicht zu. Diese gemeinsame Arbeit währte zwei Jahre
lang und am Ende dieser Zeit beteiligte sich Cézanne
an der ersten impressionistischen Ausstellung, an der er mit
drei Bildern teilnahm, die verhöhnt und verlacht wurden.Zwischen
1879 und 1886 hielt er sich in Paris und bei anderen Künstlern
an verschiedenen Orten Frankreichs auf. Schließlich
kehrte er nach Aix-en-Provence zurück, wo er den größten
Teil der kommenden Jahre verbrachte. Hier entwickelte Cézanne
seinen eigenen Stil: Er erstrebte eine rhythmisch gegliederte
Verfestigung der Bildkomposition. Die Naturformen führte
er auf einfache geometrische Grundelemente zurück, die
Farbe wird dabei zum Hauptmittel der Komposition: Nicht die
Zeichnung oder Licht und Schatten schaffen den Bildaufbau,
sondern die fein gegeneinander abgestimmten Farbwerte. Am
22. Oktober 1906 verstarb Césanne. Alle Richtungen
der modernen gegenständlichen Kunst wie Fauvismus, Kubismus,
Neoklassik u.a. haben Cézanne Anregungen zu verdanken.
Durch die Zurückführung seiner Motive auf geometrische
Grundformen, wandelte Cézanne das Sehvermögen
des Betrachters radikal um und gehört so neben van Gogh,
Gauguin und Munch zu den Wegbereitern der modernen Kunst des
zwanzigsten Jahrhunderts; zu seiner Lebenszeit blieb ihm hingegen
die Anerkennung von Kunstszene und Kritikern versagt, so daß
er finanziell von seinem Vater, dem Bankier, abhängig
blieb. |
Marc
Chagall (1887 - 1985) |
russischer
Maler und Grafiker Als Sohn jüdischer Eltern wurde Moissje
Chagall am 7. Juli 1887 inLiosno beiWitebsk (Weißrussland)geboren.
Nach seinem Schulabschluß besuchte er die Kunstschule
des Jehuda Pen und ließ sich zunächst von der realistischen
Malweise seines Lehrers anstecken; nebenbei absolvierte er
eine Lehre als Retuscheur bei einem Fotografen. Nach einer
kurzen Zeit, die er an der St. Petersburger Malschule der
Kaiserlichen Gesellschaft zur Förderung der Künste
verbrachte, geriet er mit einem seiner Lehrer in Streit und
verließ die Schule. 1907 wurde Chagall in St. Petersburg
an der Swansewa-Schule bei Lew Semjolowitsch Bakst aufgenommen.Im
Jahre 1909 lernte er seine zukünftige Frau Bella Rosenfeld,
eine Freundin seiner Schwester, kennen. Bella und Chagalls
1916 geborene Tochter Ida wurden oft von Chagall porträtiert
und skizziert. Zwischen 1910 und 1914 hielt er sich in Paris
auf, wo Chagall seinen Vornamen in Marc änderte und sich
mit verschiedenen Kunstrichtungen, wie dem Kubismus und dem
Fauvismus, auseinandersetzte. Aus den Elementen der Kunst
der Fauves, des russischen- jüdisch Volkslebens des Chassidismus
und mystisch- traumhaften Elementen bildete er seinen eigenen,
expressiv gestalteten Stil aus, der Einfluss besonders auf
die deutschen Expressionisten hatte.Chagall kehrte1915 nach
Russland zu der wartenden Bella zurück und heiratete
sie. Durch seine revolutionären Ideen erhielt er in Rußland
die Möglichkeit, seine Werke in progressiven Galerien
auszustellen; zudem wurde ihm nach der Oktoberrevolution 1917
das Amt des Kunstkommissars von Witebsk angetragen, das er
bis 1919 ausübte und innerhalb dieser Amtszeit eine Kunstakademie
in Witebsk gründete. Aufgrund von Spannungen in seiner
Heimatstadt verließ er diese 1919 und zog nach Moskau,
wo er als Freskenmaler tätig war, bevor er im Jahre 1922
nach Frankreich zurückkehrte und unter anderem Bücher
illustrierte. 1941 flieht er vor der direkten Bedrohung durch
die Nationalsozialisten mit seinen gesamten Bildern in die
USA. 1949 siedelt Chagall entgültig nach Vence. Nach
1950 begann Chagall weltweit Bühnenausstattungen, Dekorationen
für Opernhäuser und Glasfenster, Reliefs und Keramiken
zu schaffen. Chagall verstarb am 28 März 1985 in Saint-Paul-de-Vence
bei Nizza. |
Thomas
Cole (1801 - 1848) |
amerikanischer
Landschaftsmaler Der am 1.2.1801 in Bolten le Moors / England
geborene Cole ist einer der wichtigsten Vertreter der amerikanischen
Landschaftsmalerei. Er gründete 1825 in New York zusammen
mit anderen Malern die "Hudson River School" deren
Ziel es war, grandiose Naturansichten mit literarischen Inhalten
zu füllen. Nach zwei Europareisen bei denen er die Werke
Poussins, Lorains, und Turner kennenlernte, malte er vorwiegend
Panoramalandschaften die er mit symbolisch-phantasischen Inhalten
belegte. Thomans Cole starb am 11.2.1848 in Catskill/New York. |
Lovis
Corinth (1858 - 1925) |
dt.
Maler und Grafiker Corinth wurde am 21. Juli 1858 im ostpreußischen
Tapiau geboren. Nach einer Ausbildung an der Königsberger
Akademie bei Otto Günther. Seine ersten Arbeiten sind
vor allem Genrebilder, Stillleben aber auch Porträts.
1880 geht er nach München an die Kunstakademie. Dort
lernt er den Malerkreis um Leibl kennen und findet so den
Weg zum Münchner Realismus. 1887 zieht er nach Berlin
, wo sich in Themenwahl und Darstellungsform die klassizistischen
Einflüsse der Salonmalerei bemerkbar machen. 1891 geht
er wieder zurück nach München wo er sich biblischen
und antiken Themen widmet. 1892 schloß er sich der Münchner
Sezession an, gründete aber schon kurze Zeit später
die Gegenbewegung "Freie Vereinigung" 1898 lernte
er Liebermann und Leistikow kennen, mit dem er 1900 nach Dänemark
reiste. Im Anschluß übersidelte er wieder nach
Berlin. 1903 heiratete er seine Schülerin Charlotte Berend.
In diesen Jahren prägte er gemeinsam mit Liebermann und
Slevogt eine spezifisch deutsche Spielart der impressionistischen
Malerei.1911 wurde Corinth nach Liebermann Präsident
der Berliner Sezession und erlitt im gleichen Jahr einen Schlaganfall,
der zu einer halbseitigen Lähmung führte. Nach seinem
Schlaganfall änderte sich allerdings sein Stil und er
malte mit kräftigerem Pinselstrich leidenschaftliche,
ausdrucksstarke Bilder, die ihn in die Nähe des Expressionismus
rückten. Von 1919 an lebte er in Schweiz. Corinth verstarb
am 17. Juli 1925 auf einer Hollandreise in Zandvoort. |
Carlo
Crivelli (* 1430-35 + um 1495) |
ital.
Renaissancemaler Geboren zwischen 1430/34 in Venedig und gestorben
um 1495 wahrscheinlich in Ascoli. Der Maler verbüßte
1457 eine sechsmonatige Gefängnisstrafe wegen der Entführung
einer verheirateten Frau. Um den Zorn des betrogenen Ehemannes
zu entgehen, setzte er sich1465 nach Dalmatien ab. Auch in
seiner Malerei findet man Zeichen für sein ungestümes
Temperament und starke Gemütsschwankungen. Crivelli lernte
in der Schule des Squarcione in Padua, dann in der Werkstatt
des Vivarini. Er verwirklichte wohl am reinsten das Ideal
der so genannten Schule von Murano. Zusammen mit Schiavone,
Murano, Vivarini, und Bellini war Crivelli einer der neuen
Renaissancemaler. Obwohl noch vehaftet in der ornamentalen
Gestaltung der Spätgotik, zeigt sich doch schon in bisweilen
ekstatisch wirkenden Figuren und gefühlsbetonten Gesten
die neue Bildauffassung des Manierismus und der beginnenden
Renaissance. Crivelli brachte es trotz seines extravaganten
Malstils zu seinen Lebzeiten zu Ansehen und Wohlstand; so
wurde ihm z.B. 1490 der Rittertitel "Cavaliere"
von Prinz Ferdinand von Capua verliehen. Von 1468 bis zu seinem
Tod um 1495 lebte der Künstler, der Renaissance-Werke
voller Details schuf, in Ascoli Piceno in den Marken. |
Salvador
Dalí (1904 - 1989) |
span.
Maler Dalì wurde am 11. Mai 1904 als Sohn eines Notars
im katalonischen Figueras bei Gerona (Spanien) geboren. Schon
früh verhielt er sich merkwürdig und neigte zu Gewalttätigkeiten
gegen Tiere, Menschen und gegen sich selbst. Auf der anderen
Seite schien er malerisch talentiert zu sein, so daß
seine Eltern ihn zu Ramon Pitchot, einem auf dem Land lebenden
Freund der Familie, schickten. Nach einiger Zeit kehrte Dali
in seine Heimatstadt zurück und besuchte die Kunstklasse
eines Senor Núñez. Im Jahre 1921 ging er nach
Madrid, wo er ein Studium an der Akademie von San Fernando
aufnahm. Dort wurde er 1925 wegen Rebellion von der Akademie
verwiesen, weil er einen Studentenprotest gegen die Berufung
eines mittelmäßigen Künstlers zum neuen Professor
angestiftet hat. Nach Figueras zurückgekehrt, verhaftete
ihn die Guardia Civil und inhaftierte ihn für einen Monat,
weil vermutet wurde, daß er an der rebellischen Atmosphäre
im Land beteiligt gewesen sei. Als keine Beweise dafür
gefunden werden konnten, wurde Dalí entlassen und zog
sich zu einem einsamen Aufenthalt am Mittelmeer zurück.
Dalí setzte sich mit allen modischen Stilrichtungen
auseinander, wie dem Impressionismus, Pointillismus, Futurismus,
Kubismus, Neokubismus und dem Fauvismus. 1927 reiste er nach
Paris, wo er Pablo Picasso und den Zirkel der Surrealisten
um Joan Miro und André Breton kennenlernt. Dalí
war 1929-34 Mgl. der Surrealistengruppe in Paris, es entstanden
Materialcollagen, Filme ("Un Chien andalou", 1928;
"L'Age d'or", 1930, beide mit Luis Buñuel),
aber auch dichterische und theoretische Publikationen, in
denen er seine "paranoisch-kritische" Methode zur
Eroberung des Irrationalen erläuterte. Gala, die Frau
des Dichters Paul Eluard, blieb bei Dali; er erklärte
sie zu seiner Muse, so daß sie zum Motiv vieler seiner
Bilder wurde. 1934 kam es schließlich zwischen Dalí
und den Surrealisten um Breton zum Bruch, woraufhin dieser
den offiziellen Ausschluß Dalís aus der surrealistischen
Bewegung verkündete. Die darauf folgenden Jahre verbrachte
Dali in Italien, wo er sich von Rennaissance- und Barockmalerei
beeinflussen ließ, eignete sich eine altmeisterliche
Malmethode an mit getreu wiedergegebenen realistischen Elementen,
während die Bildinhalte im Ganzen von Traumfantasien
genährt sind. Die Zeit zwischen 1940 und 1948 verbrachte
er mit Gala in den USA, bevor er nach Port Lligat in Spanien
zurückkehrte und zum Katholizismus konvertierte. In den
folgenden Jahren wendete er sich einem klassizistischen Stil
zu, der religiöse Motive zum Inhalt hatte. Dreißig
Jahre nach der ersten Begegnung mit Gala heirateten sie im
Jahre 1958. 1964 wurde Dalí in Spanien für sein
Lebenswerk ausgezeichnet und 1973 wurde in seiner Geburtsstadt
Figueras ein Dali-Museum eröffnet. Hier starb er am 23.
Januar 1989. Der illusorische Surrealismus Dalíis operiert
mit übermäßiger Detailgenauigkeit, die es
gerade vermag, die Traumwelt realistisch erscheinen zu lassen.
Er gewann seine Bildmotive aus der Nachvollziehung paranoider
Wahnvorstellungen, religiöse und sexuelle Themen. Sein
Werk ist außerordentlich umfangreich, es umfasst auch
Porträts, religiöse Bilder, Buchillustrationen,
Objekte, Schmuck, Ballettszenarien u.a. |
Honoré
Daumier (1808 - 1879) |
franz.
Maler und Karikaturist Am 26. Februar 1808 in Marseille geboren,
kam 1816 mit seinen Eltern nach Paris und lernte schon früh
in den Galerien des Palais Royal Maler und Literaten kennen.
Ab 1822 nahm er Zeichenunterricht. 1828 begann er sich mit
der neu entwickelten Technik der Lithographie auseinanderzusetzen.
Ab 1832 arbeitete Daumier als Karikaturist für die Zeitungen
"La Caricature" und ab 1837 für "Le Charivari".
Daumier begann mit politischer Satire wobei seine bissigen
Veröffentlichungen ihm sogar einmal eine Gefängnisstrafe
einbrachten, später kam die Sittendarstellung hinzu .
Neben der Ölmalerei mußte Daumier sein Leben lang
für Zeitungen Lithographien anfertigen, um sich seinen
Lebensunterhalt finanzieren zu können, da er mit seinen
Bildern nur wenig Erfolg hatte. Im Jahre 1865 zog er sich
nach Valmondois bei Pontoise in ein Haus zurück, das
Corot ihm geschenkt hatte. Hier starb er nahezu erblindet
am 10. Februar 1879. Daumier malte Bilder in pastosem Farbauftrag
wie kein anderer Künstler des 19. Jahrhunderts; seine
Figuren vermitteln dem Betrachter eine Stimmung, die zwischen
Lächerlichkeit und Tragik liegt, so daß er zu einem
Hauptvertreter des sozialen Realismus, bzw. der sozialen Romantik
wurde. Das lithografische Gesamtwerk beziffert sich auf annähernd
4 000 Blätter und 1000 Holzschnitte. Als Maler wurde
Daumier erst im 20. Jh. entdeckt. |
Edgar
Hilaire Germain Degas (1834 - 1917) |
französischer Maler und Grafiker
Degas (eigentl. de Gas) wurde als Sohn eines Bankiers italienischer
Herkunft und einer Kreolin aus New Orleans in Paris am 19.
Juli 1834 geboren. Nach einem Jurastudium nahm er bei dem
Historienmaler Barrias und später an der École
des Beaux-Arts bei Lamothes Zeichen- und Malunterricht. Er
begann mit Historienbildern und Bildnissen, die streng gebaut
und in der klassizistischen Tradition verwurzelt sind. Degas
lernte Ingres kennen, was für seine weitere Malerei von
entscheidender Bedeutung war. Er hielt sich größtenteils
in Paris auf, unternahm jedoch auch Italienreisen, während
er sich malerisch ständig weiterbildete, indem er viele
Künstler kopierte. Um 1865 bekam er Kontakt zu den Impressionisten.
Degas schloß Freundschaft mit Manet, Renoir und Monet
und entwickelte Ende der siebziger Jahre erstes Interesse
an Theater, Ballett, Jockeys und Pferden, ab 1872 für
Opernbesuche. 1872 reiste er nach New Orleans, 1874 nahm er
mit zehn seiner Werke an der ersten Impressionistenausstellung
teil. Degas malte vor allem Tänzerinnen, die sie begleitenden
Musiker oder den Rennplatz. Er wollte mit seinen Bildern nicht
die Wirklichkeit zeigen, sondern seine Sicht der Wirklichkeit
dem Betrachter näher bringen. Im Unterschied zu den Impressionisten
löst Degas nicht die Formen in der Atmosphäre auf
und arbeitete im Atelier. Seine Bilder strahlen intensiv Leichtigkeit
und Spontanität aus, die dadurch erzeugt wird, daß
Degas es gelang die Körper in ihrer natürlichen
Bewegung einzufangen. Kennzeichnend sind auch die ungewöhnlichen,
wie zufällig wirkende Bildausschnitte, durch die die
Figuren oft aus dem Zentrum gerückt werden. Obwohl er
sich an insgesamt 8 Ausstellungen der Impressionisten beteiligte,
eignete er sich weder die heiter Stimmung ihrer Landschaftsbilder
noch ihre Malweise an. In seinem Werk steht immer der Mensch
und das großstädtische Leben seiner Zeit im Mittelpunkt.
Neben der Pastell- und Ölmalerei widmete sich Degas später,
aufgrund eines sich verschlimmernden Augenleidens, das nahezu
zur Erblindung führte, auch dem Schaffen von Plastiken
bei der er die flüchtige Bewegung festhielt. Zudem war
er dichterisch tätig und verfaßte zahlreiche Gedichte.
Er verstarb am 26. September 1917 in Paris, wo er seine letzten
Lebensjahre sehr zurückgezogen verbrachte. |
Ferdinand
Victor Eugène Delacroix (1798 - 1863) |
Der
am 26. April 1798 in St.-Maurice-Charenton bei Paris als Sohn
eines Diplomaten und einer deutschstämmigen Mutter geborene
Delacroix begann seine malerische Ausbildung im Pariser Atelier
von Pierre Narcisse Guérin und besuchte später
die École des Beaux-Arts. Delacroix wurde von den Werken
Goyas, Rubens und Veroneses sehr stark beeindruckt und von
der Bekanntschaft zu Géricault inspiriert. Im Jahre
1825 ging er nach London, wo er sich mit den Werken Lawrences,
Gainsboroughs und Turners auseinandersetzte, um nach seiner
Rückkehr nach Paris zum Hauptvertreter der romantischen
Malerei in Frankreich zu werden; dies setzte ihn der Kritik
der Klassizisten und insbesondere der Ingres aus. Es waren
auch literarische Werke, wie solche Shakespeares, Sir Walter
Scotts, Byrons oder Goethes und Ereignisse, die Delacroix
anregten; so malte er z.B. 1830 unter dem Eindruck der Julirevolution
das Bild "Die Freiheit führt das Volk auf die Barrikaden".
Als Begleiter eines französischen Gesandten reiste Delacroix
1832 nach Nordafrika und Südspanien, was ihn unendlich
faszinierte und Stoff für zahlreiche Gemälde lieferte,
so daß unter anderem Bilder mit Haremsszenen und Löwenjagden
entstanden. In den folgenden Jahren erhielt er viele offizielle
Aufträge, wurde dennoch zunehmend kritisiert und lebte,
nachdem er erst 1857 nach zahlreichen Aufnahmegesuchen Mitglied
der Académie wurde, in seinen letzten Lebensjahren
sehr zurückgezogen und starb am 13. August 1863 einsam
in Paris. Sein Gespür für die Farbigkeit und die
Gesamtwirkung eines Gemäldes machte Delacroix zu dem
wegweisendsten Maler des 19. Jahrhunderts. Mit seinem eigenen
leidenschaftlichen Stil der Romantik schuf er stimmungsvolle
Bilder und wurde damit den Impressionisten zum Vorbild. |
Robert
Victor Felix Delaunay (1885 - 1941) |
Orphismus
Delaunay wurde am 12. April 1885 in Paris geboren. Am Ende
seiner Lehrzeit bei einem Dekorationsmaler malte er 1904 in
der Bretagne die ersten Bilder im Stil der "Pont Aven".
In der Folgezeit beschäftigte er sich mit der Farbtheorie
Michel Eugène Chevreuls, später mit den Werken
Cézannes und schließlich mit dem Kubismus, der
sich in seiner 1910 entstandenen ersten Eiffelturmserie zeigt.
In den Jahren 1911 und 12 nahm er an den Ausstellungen der
Künstlergruppe "Der blaue Reiter" in München
teil; er malte jetzt farbintensivere, vom Kubismus geprägte
Bilder, wie z.B. in den 1912 entstandenen "Fenstern"
zu sehen ist; der Schriftsteller Apollinaire prägte für
diesen Stil den Begriff "Orphismus". Delaunays 1912
entstandenes Bild "Kreisform" gilt als das erste
abstrakte Bild in der französischen Kunst. Delaunay starb
am 25. Oktober 1941 in Montpellier. |
Dosso
Dossi (um 1489 - 1542) |
Ferraresischen
Schule
Dossi wurde um 1489 entweder in Ferrara oder in Mantua geboren.
Er war der Hauptmeister der ferraresischen Schule des 16.
Jahrhunderts und verband deren Traditionen mit der venezianischen
Renaissance-Malerei. Der Künstler erreichte einen gewissen
Bekanntheitsgrad, indem er etwa 1518 begann, mythologische
Gemälde zu schaffen, die durch ihre Rätselhaftigkeit
den Betrachter in ihren Bann ziehen. Dossi verstarb im Jahre
1542 in Ferrara. |
Albrecht
Dürer (1471 - 1528) |
Der
als Sohn eines Goldschmiedes am 21. Mai 1471 in Nürnberg
geborene Dürer wurde in der Nürnberger Werkstatt
des Michael Wolgemut für Malerei und Grafik ausgebildet.
Am Ende seiner Lehrzeit brach er zu einer Reise an den Oberrhein
auf, um den vielgerühmten Martin Schongauer kennenzulernen,
welcher jedoch verstarb, bevor Dürer ihn treffen konnte.
1494 reiste er nach Italien, wo er neue Impulse für seine
Arbeiten erhielt und auf diese Weise die deutsche Malerei
beeinflußte. Nach seiner Rückkehr 1495 ließ
er sich in Nürnberg mit einer eigenen Werkstatt nieder
und reiste zwischen 1505 und 1507 nochmals nach Italien. In
den folgenden Jahren wurde Dürer so bekannt, daß
er zahlreiche Aufträge von Kaiser Maximilian I. erhielt.
Am 6. April 1528 verstarb er in seiner Heimatstadt Nürnberg.
Dürers Werke zeichnet besonders die Detailgenauigkeit
und Feinheit seiner Zeichnungen aus. Seine Graphik wurde nicht
nur als Werk, sondern auch als Vorbild für nachfolgende
Künstlergenerationen in Deutschland, aber auch in Frankreich
und Italien aufgenommen. |
Max
Ernst (1891 - 1976) |
Der
am 2. April 1891 in Brühl bei Köln geborene Max
Ernst studierte zunächst zwischen 1909 und 1914 Philosophie
und Psychologie in Bonn; nebenher malte er bereits. Im Jahre
1911 begegnete er Macke und nahm zwei Jahre später am
"Ersten Deutschen Herbstsalon" teil. In diesem Jahr
reiste er nach Paris, wo er Delaunay, Apollinaire und Arp
kennenlernte. Nach der Teilnahme am Ersten Weltkrieg kehrte
Ernst 1918 nach Köln zurück und gründete dort
mit Arp eine Dada-Gruppe; später schloß er sich
der Gruppe der Surrealisten an, die sich in Paris um André
Breton sammelte. Um dem Nationalsozialismus zu entgehen, wanderte
Ernst im Jahre 1941 mit seiner dritten Frau Peggy Guggenheim
nach Amerika aus. Nach seiner Rückkehr nach Europa 1955
wohnte er zunächst in Paris, später auch in Seillans,
wo er am 1. April 1976 verstarb. Der Surrealist Ernst entwickelte
die Technik der "Frottage", bei der er Papier auf
eine stark strukturierte Oberfläche auflegte und durch
Reiben mittels eines Bleistifts eine graphische Struktur erzielte.
Zudem schuf er Plastiken und fertigte zahlreiche Collagen
an, mit denen er verfremdete, traumhafte Effekte erzeugte. |
Lyonel
Feininger (1871 - 1956) |
Der
am 17. Juli 1871 in New York geborene Sohn eines deutschstämmigen
Musikerehepaares übersiedelte mit seinen Eltern 1887
nach Hamburg. Feininger zog die Malerausbildung der des Musikers
vor und besuchte bis 1892 die Kunstgewerbeschule in Hamburg,
die Kunstakademie in Berlin und für kurze Zeit die Académie
Colarossi in Paris. Nach seiner Ausbildung ging er nach Berlin,
wo er als Illustrator und Karikaturist arbeitete. Ab 1906
wandte er sich ganz der Malerei zu und erhielt in Paris Anregungen
durch Kubismus und den Orphismus Delaunays. Im Jahre 1908
kehrte er nach Berlin zurück, lernte Franz Marc und die
Künstlergruppe "Der blaue Reiter" kennen und
nahm an deren Ausstellungen teil. Feininger entwickelte in
den darauf folgenden Jahren einen Stil, den er "Prismaismus"
nannte und der in einem poetisch-romantisch verklärten
Kubismus bestand. Außerdem beschäftigte Feininger
sich in dieser Zeit mit Holzschnitten. Im Jahre 1919 wurde
er durch Gropius an das Weimarer Bauhaus berufen, wo er bis
1933 bleiben sollte und Malerei und Graphik unterrichtete.
Zudem gehört Feininger neben Jawlensky, Kandinsky und
Klee zu den Mitgliedern der Gruppe "Blaue Vier".
Vor den Nationalsozialisten, die seine Kunst als "entartet"
bezeichneten, floh Feininger 1936 in die USA; ab 1938 wohnte
er in New York, wo er auch am 13. Januar 1956 starb. |
Ernst
Fuchs (*1930) |
Ernst
Fuchs wurde 13. Februar 1930 in Wien geboren, fühlt er
sich schon mit 12 Jahren, nach traurigen Erfahrungen in einem
Durchgangslager für Halbjuden, als Künstler berufen
und wird in diesem Entschluß von seiner Mutter, die
sich scheinhalber vom Vater scheiden läßt, um so
ihren Sohn vor dem Konzentrationslager zu retten, stark unterstützt.
Er lernt Malerei und Bildhauerei und geht nach Kriegsende
1945 an die ausgebombte Akademie der bildenden Künste
in Wien, wo er bei Gütersloh bis 1950 studiert. Er ist
Mitbegründer der "Wiener Schule des phantastischen
Realismus", eine besondere Form der phantastischen Malerei,
in der das Absurde und die Vorliebe für Trance und Halluzinationen
fehlte, wie es im Surrealismus üblich war, und ist bis
heute ihr bedeutendster Vertreter. Geprägt durch Expressionismus
und Jugendstil sind die Hauptinhalte seiner Werke das alte
Testament und die erotische Mystik. |
Caspar
David Friedrich (1774 - 1840) |
Am
5. September 1774 in Greifswald (Pommern) geboren, besuchte
Friedrich ab 1794 die königliche Kunstakademie in Kopenhagen.
Im Jahre 1798 zog er nach Dresden, wo er ein Jahr später
auf der Akademieausstellung vertreten war. 1810 wurde er Mitglied
der Berliner Akademie, 1816 der Dresdner. In den folgenden
Jahren, etwa ab 1820 war der spätere Zar Nikolaus I.
sein wichtigster Auftraggeber, bevor Friedrich schwer erkrankte
und schließlich im Jahre 1835 die Malerei ganz aufgeben
mußte. Bereits bei seinem Tod am 7. Mai 1840 in Dresden
war der Künstler in Vergessenheit geraten; erst am Anfang
des 20. Jahrhunderts besann man sich auf seine Kunst zurück.
Friedrich zählt zu den wichtigsten Malern der deutschen
Romantik. Er vermochte die Ideale dieser Stilepoche in seinen
realistisch-gefühlvollen Landschaften auszudrücken,
indem er Stimmungen exakt wiedergeben konnte und in seinen
Werken oftmals eine nicht enden wollende Weite schuf. |
Paul
Gauguin (1848 - 1903) |
Am
7. Juni 1848 als Sohn eines Journalisten in Paris geboren,
verbrachte er seine ersten Lebensjahre in Lima (Peru); auf
der Reise dorthin verstarb sein Vater. Seine Mutter kehrte
vier Jahre später mit ihm und seiner Schwester nach Frankreich
zurück, wo sie bei dem Bruder ihres Mannes in Orleans
eine Bleibe fand. Nach einer Zeit bei der Marine, während
der seine Mutter starb, wurde Gauguin von einem Pariser Börsenmakler
angestellt, bei dem er zwischen 1871 und 1883 arbeitete. In
diesem Zeitraum, im Jahre 1873, heiratete er die Dänin
Mette Sophie Gad, die in seinem dem Kunst gewidmeten Leben
jedoch nur eine untergeordnete Rolle spielte. Während
seiner Anstellung bei dem Börsenmakler widmete sich Gauguin
nebenher der Malerei und malte, aufgrund seines Kontaktes
mit dem Maler Pissarro, impressionistische Werke. Nach Aufenthalten
in der Bretagne, in Panama und Martinique, die nach seinem
Ausscheiden aus dem Bankhaus erfolgten, reiste er 1888 zu
van Gogh nach Arles. Zeit seines nun folgenden Lebens befand
sich Gauguin in bedrängten wirtschaftlichen Verhältnissen.
Ausstellungen und Versteigerungen seiner Bilder in den Jahren
1888-1891 brachten kaum Erlöse, so daß der enttäuschte
Künstler 1891 Europa verließ und nach Tahiti kam,
welches seine Malerei immens beeinflussen sollte. Eine Rückkehr
nach Europa 1893 brachte ihm auch nicht den erwarteten Erfolg.
Schließlich kehrte Gauguin Europa im Jahre 1895 ganz
den Rücken zu und kehrte in die "Wildnis" zurück.
1901 ließ er sich in Atuana auf der Masquesas-Insel
Hiva-Oa nieder, wo er auch am 8. Mai 1903 verstarb. Gauguin
malte auch Bretagne und Provence, jedoch sind es seine auf
Tahiti entstandenen Werke, die das damalige Leben in der "Wildnis"
mit all seiner Farbenpracht widerspiegeln, die Gauguin zusammen
mit Cézanne, van Gogh und Munch zu den Vätern
der modernen Kunst machten; Gauguin half somit dabei, den
Expressionismus ins Leben zu rufen, der die formauflösende
Kunst des Impressionismus überwand. |
Ghirlandaio
Domenico (*1449 + 1494) |
ital.
Maler der Frührenaissance Ghirlandaio Domenico (eigtl.
Domenico do Tommaso Bigordi) 1449 in Florenz geboren. Er war
Schüler von A. Baldovinetti und malte religiöse
Bilder, Porträts und Fresken für das Großbürgertum
und den Papst. Als einer der 1481 von Papst Sixtus IV. zur
Ausmalung der Sixtinischen Kapelle nach Rom gerufenen Künstler
malte er dort in monumental-strenger Manier "Die Berufung
der Apostel Petrus und Andreas". In Florenz folgten für
seiner Werkstatt vor allem Aufträge für umfassende
Freskenzyklen. Das "Leben des Hl. Franziskus" (1485,
Sasetti-Kapelle, Florenz) läßt Ghirlandaio als
malerischen Chronisten erkennen, der die Bürger und die
Stadt seiner Zeit ausführlich wiedergibt. Eines der Hauptbeispiele
florentinischer Monumentalmalerei sind die Chorfresken in
S. Maria Novella (1486). Einer der Hauptauftragsgeber Ghirlandaios
war die florentinische Familie Tornabuoni, von der er Giovanna
Tornabuoni in einem stilisierten Profilportrait festhielt.
Ghirlandaio Domenico starb am 11. 1. 1494. |
Vincent
van Gogh (1853 - 1890) |
Geboren
wurde der Pfarrerssohn am 30. März 1853 in Groot-Zundert
bei Breda (Niederlande). Ab 1869 arbeitete er im Kunsthandel
in Den Haag, London und Paris. Van Gogh wollte daraufhin einen
dreimonatigen Kurs in Brüssel absolvieren, der ihn zum
Laienprediger ausbilden sollte, wurde jedoch für ungeeignet
dafür gehalten und ging daraufhin ohne Ausbildung in
ein belgisches Erz- und Kohlengrubengebiet, wo er als Prediger
und Lehrer tätig war. 1879 beschloß er jedoch Maler
zu werden und hielt sich unter der künstlerischen Leitung
seines Cousins A. Mauve in den Jahren 1883-1885 zeichnend
und malend bei seinem Vater in Nuenen auf, der dort eine Pastorenstelle
angenommen hatte. Bisher malte van Gogh in erdigen, schweren
Farbtönen, was sich mit seinem Umzug nach Paris im Jahre
1885 ändern sollte. In Paris lebte sein Bruder Theo,
der ihn von nun an finanziell unterstützte und hier machte
van Gogh die Bekanntschaft von impressionistischen Malern,
die seine Farbpalette erhellte und aufheiterte. Im Jahre 1888
verließ van Gogh Paris, um nach Arles zu ziehen. Sein
Nervenzustand verschlechterte sich rapide, so daß ab
1889 Aufenthalte in den Hospitälern von Arles und Saint
Rémy notwendig wurden. Im gleichen Jahr kam es aufgrund
van Goghs geistiger Verwirrung zu einem tätlichen Angriff
auf seinen Freund Gauguin, der zu ihm nach Arles gereist war.
Auf diese Weise kam es zum Bruch zwischen den zwei Malern
und van Gogh schnitt sich daraufhin sein Ohr ab. Schließlich
begab sich van Gogh 1890 zu dem Arzt Gachet nach Auvers-sur-Oise
bei Paris, der selbst ein Freizeitmaler und Freund der Impressionisten
war. Am 27. Juli 1890 beging van Gogh mit einem Revolver einen
Selbstmordversuch, dessen Folgen er zwei Tage später
unterlag. In der Provence entwickelte van Gogh einen Malstil,
der von leuchtenden, ausdrucksstarken Farben geprägt
ist und nur noch wenig mit dem Impressionismus gemein hat,
dem van Gogh in Paris begegnete. Mit diesem Stil wurde er
neben Gauguin, Cézanne und Munch zum Vorläufer
des Expressionismus und des Fauvismus. Zeit seines Lebens
in völliger Armut und finanzieller Abhängigkeit
von seinem Bruder lebend, gehören seine Werke heute zu
den beliebtesten Bildern, die bei Auktionen Summen in Millionenhöhe
erzielen. |
Francisco
José de Goya y Lucientes (1746 - 1828) |
Am
30. März 1746 in Fuendetodos bei Saragossa geboren, lernte
Goya zunächst bei José Luzan in Saragossa. Später
zog er nach Madrid und trat in das Atelier Francisco Bayeus
ein, der am Hof Karls III. unter Mengs tätig war. Nach
einer Italienreise heiratete Goya im Jahre 1775 Josefa Bayeu
und bekam ein Jahr später eine Stelle in der königlichen
Teppichmanufaktur. 1786 wurde er zum Hofmaler ernannt und
konnte so von nun an ein Leben ohne finanzielle Sorgen führen,
erlitt jedoch im Jahre 1792 einen Schlaganfall, der zu dem
völligen Verlust seines Gehörs führte. Bestimmte
bisher eine lichte Version des spanischen Rokoko seine Werke,
so entstanden von diesem Zeitpunkt an dunkle, schwere Bilder
in silbergrauen Tönen. Goya, der sich der Liberalen Bewegung
angeschlossen hatte, mußte 1824 Spanien verlassen; er
ging nach Bordeaux, wo er am 16. April 1828 verstarb. |
El
Greco (um 1541 - 1614) |
Der
um 1541 auf Kreta geborene Greco verbrachte wahrscheinlich
die ersten Lehrjahre in klösterlicher Umgebung, wo er
die Ikonenmalerei erlernte. Er ging später nach Venedig
und wurde Schüler Tizians; außer von dem Malstil
seines Lehrers wurde er von der Leuchtkraft der Farbe in Werken
Tintorettos und Bassanos beeinflußt. Im Jahre 1570 übersiedelte
Greco nach Rom, wo er jedoch der von Michelangelo vorgegebenen
Stilrichtung abweisend gegenüberstand und sie kritisierte.
So konnte er in Rom nicht Fuß fassen und ließ
sich 1580 im spanischen Toledo nieder und stand zunächst
im Dienste Philipps II., erhielt kirchliche Aufträge
und malte Porträts. Greco geriet jedoch wegen seiner
grellen Farben, seiner Art religiöse Themen zu interpretieren
oder der Überlängung der Figuren in Auseinandersetzungen
mit seinen Auftraggebern, so daß er unter anderem keine
königlichen Aufträge mehr erhielt. Der Künstler
verstarb im Jahre 1614 in Toledo. Grecos Kunst war im Laufe
der Zeit etwas in Vergessenheit geraten, wurde aber am Anfang
des 20. Jahrhunderts wegen seines Hangs zur Abstraktion neu
entdeckt. Greco gehört zu den wichtigsten manieristischen
Künstlern Europas. In seinem Stil verschmilzt die byzantinische
Kunst seiner Heimat mit den Einflüssen der venezianischen
Malerei. Eine weitere Besonderheit in seinen Werken besteht
darin, daß seine Figuren einerseits realistisch, andererseits
jedoch überlängt und mystisch dargestellt werden. |
HAP
Grieshaber (*1909) |
Am
15. Februar 1909 in Rot bei Leutkirchen geboren, lernte Grieshaber
in den Jahren 1926/27 das Schriftsetzerhandwerk. Er studierte
daraufhin in Stuttgart Kalligraphie und Buchkunst und bildete
sich in London und Paris weiter, bevor er zwischen 1931 und
33 ausgedehnte Reisen in den Orient unternahm. Grieshaber,
der als Holzschneider, Drucker und Maler bekannt geworden
ist, stand zunächst noch unter dem Einfluß Klees
und Feiningers, konnte jedoch schon bald seinen eigenen Stil
entwickeln und fertigte Holzschnitte in nachexpressionistischem
Stil an. Den Zweiten Weltkrieg verbrachte er als Soldat und
Kriegsgefangener in Belgien und lehrte später zwischen
1955 und 1960 an der Kunstakademie in Karlsruhe. In dieser
Zeit wurde sein Holzschnittwerk farbiger und enthielt vermehrt
biblische und mythologische Themen. Kennzeichnend für
Grieshabers Gesamtwerk ist die Holzschnittechnik in Langholz
und der Holzstich in Hirnholz. |
George
Grosz (1893 - 1959) |
Grosz
wurde am 26. Juli 1893 in Berlin als Georg Ehrenfried Groß
geboren. Er studierte in Dresden, Berlin und Paris und begann
ab 1912 Ölbilder zu malen. Nach dem Kriegsdienst im Ersten
Weltkrieg, der zu einer Einweisung in eine Nervenheilanstalt
führte, schloß sich Grosz einer Dada-Gruppe in
Berlin an. Um 1920 verließ er den Stil futuristischer
Visionen und karikaturhaft verzerrter Figuren und entwickelte
eine beißend naturalistische Malweise, die als "Neue
Sachlichkeit" bezeichnet wird. Im Jahre 1932 floh Grosz
vor dem Nationalsozialismus nach New York, kehrte später
jedoch nach Deutschland zurück und starb am 6. Juli 1959
in Berlin. |
Francesco
Guardi (1712 - 1793) |
Der
1712 in Venedig als Sohn des Malers Domenico geborene Künstler
malte Blumenstilleben, Theaterdekorationen, religiöse
Themen und insbesondere Ansichten Venedigs. Bei letzteren
Werken gelang es dem Vedutenmaler Guardi, das Licht über
der Lagunenstadt auf märchenhafte und romantische Weise
in allen möglichen Schattierungen darzustellen und damit
die ganz eigene Stimmung Venedigs wiederzugeben. Guardi, der
zu den Vertretern des venezianischen Rokoko gehört, starb
am 1. Januar 1793 in Venedig. |
Keith
Haring (1958 - 1990) |
Haring
wurde am 4. Mai 1958 in Kutztown, Pennsylvania geboren und
lernte schon früh vom Vater das Zeichnen. Im Jahre 1976
besuchte er die Ivy School of Professional Art in Pittsburgh,
die er jedoch nach einem Jahr schon wieder verließ,
um sich als Autodidakt künstlerisch weiterzubilden und,
ohne eingeschrieben zu sein, Vorlesungen an der Universität
zu besuchen. Seine erste Einzelausstellung fand 1978 statt;
im gleichen Jahr zog Haring nach New York und immatrikulierte
sich an der School of Visual Arts. 1980 nahm er an einer Ausstellung
der aus der Graffiti-Szene stammenden Gruppe "COLAB"
in einem verlassenen Haus am Times Square teil und bemalte
Plakatwände an U-Bahnhöfen. Sein internationaler
Durchbruch erfolgte im Jahre 1981, nachdem er mit dem Graffitimaler
LA II zusammen eine Ausstellung organisiert hatte; nun folgten
Ausstellungen und Retrospektiven in Amerika und Europa. Schließlich
infizierte Haring sich mit dem Aids-Virus und verstarb im
Februar 1990 an den Folgen der Krankheit. |
Erich
Heckel (1883 - 1970) |
Am
31. Juli 1883 im sächsischen Döbeln geboren, lernte
Heckel im Jahre 1904 Kirchner und Bleyl kennen, die mit ihm
und Schmidt-Rottluff 1905 die Künstlervereinigung "Brücke"
gründeten. Nach der Auflösung dieser Gruppe im Jahre
1913 baute Heckel seinen eigenen Stil weiter aus und malte
in schärferen, kantigeren Konturen. 1915 tat er in Flandern
Dienst als Krankenpfleger und malte neben Landschaftsbildern
nun auch Menschen in sozialer oder körperlicher Not.
Heckel starb am 27. Januar 1970 in Hemmenhofen am Bodensee. |
Alfred
Hrdlicka (*1928) |
Alfred
Hrdlicka wurde 1928 in Wien geboren und studierte an der dortigen
Akademie der Künste zunächst Malerei bei Albert
Paris Gütersloh und Josef Dobrowsky, später dann
Bildhauerei bei Fritz Wotruba. Sein Werk, das von einer extremen
psychischen und physischen Exzessivität gekennzeichnet
ist, hat die menschliche Figur künstlerisch in Extremzustände
des Leids, der Schändungen und des Tötens überführt.
Gleichzeitig und damit korrespondierend analysiert Hrdlicka
Formen menschlicher Sexualität, die bei ihm zu nicht
minder drastischen Bildern führen. Die menschliche Figur,
ihre realistische, aber stets expressiv gestaltete Form, bildet
dabei den Fokus des gesamten Schaffens. Bewußt definiert
er sich als Antipode zur ungegenständlichen Kunst und
reklamiert für seine künstlerische Tätigkeit
gesellschaftliches und politisches Engagement. In diesem Zusammenhang
hat sich der Künstler mehrfach mit dem Gedanken an Krieg
und Gewalt auseinandergesetzt. Neben dem großen Radierzyklus
Wie ein Totentanz, der sich mit den Geschehnissen des 20.
Juli 1944 auseinandersetzt, hat Alfred Hrdlicka vor allem
im Hamburger Gegendenkmal und im Mahnmal gegen Krieg und Faschismus
auf dem Wiener Albertina-Platz eine expressiv-drastische Form
der öffentlichen Plastik entwickelt. |
Friedensreich
Hundertwasser - (1928 - 2000) |
Er
wurde am 15. Dezember 1928 als Friedrich Stowasser in Wien
geboren und besuchte 1948 drei Monate lang die Akademie der
bildenden Künste in Wien. Durch eine Ausstellung Egon
Schieles wurde Hundertwasser sehr beeinflußt, entwickelte
jedoch langsam einen eigenen Stil. Im Jahre 1949 nahm er den
Namen "Hundertwasser" an und unternahm Reisen innerhalb
Europas und nach Nordafrika. Eine erste Ausstellung zeigte
seine Werke zwischen 1953 und 1956 in Wien, Köln, Paris
und Mailand; darauf folgte 1958 sein "Verschimmelungsmanifest
gegen den Rationalismus in der Architektur". Der erste
Hundertwasser-Film war im Jahre 1966 zu sehen. 1974 konzipierte
er eine Fußgängerzone in Wien, worauf 1980 ein
Wohnprojekt folgte, das Hundertwasser im Auftrag der Stadt
Wien plante. Im gleichen Jahr wurde ihm der größte
österreichische Staatspreis verliehen und Hundertwasser
hielt eine Rede gegen Atomkraft. 1985 entwarf er erneut ein
Hundertwasserhaus für die Gemeinde Wien. Hundertwasser,
der sich selbst als Erneuerer des Wiener Jugendstils sieht,
malt ornamentale und bunte Bilder. Sein Bestreben war seit
jeher, die Umwelt zu schützen und ein menschliches Wohnen
zu ermöglichen; beides findet sich somit auch in seiner
Architektur wieder, die bunt und organisch wirkt und viele
Grünflächen enthält. |
Jean
Auguste Dominique Ingres -(1780 - 1867) |
Antike
neu entdeckt
Ingres wurde am 29. August 1780 in Montauban als Sohn eines
Stukkateurs und Bildhauers geboren. Der Vater, von dem er
den ersten Zeichenunterricht erhielt, schickte ihn schon mit
elf Jahren auf die Akademie von Toulouse. Im Jahre 1797 wurde
er Schüler im Atelier von Jaques Louis David in Paris
und zwei Jahre später wurde Ingres an der École
des Beaux-Arts aufgenommen. Als Stipendiat kam er dann im
Jahre 1806 nach Rom, wo er mit akribischer Detailgetreue als
Porträtmaler tätig war. Von Rom aus ging er 1819
nach Florenz und studierte dort die Werke Tizians und Raffaels,
bevor er 1824 nach Paris zurückkehrte. Hier erhielt er
auf der einen Seite Auszeichnungen für seine Bilder,
auf der anderen Seite wurden seine Werke jedoch heftig kritisiert,
so daß er 1935 wieder nach Italien ging und dort in
Florenz Direktor der Villa Medici wurde. 1841 zog es ihn erneut
nach Paris zurück und dieses Mal wurde seine Kunst von
allen Seiten gerühmt, so daß ihm viele Ehren zuteil
wurden. Ab 1850 war Ingres Präsident der École
des Beaux-Arts und bestimmte die Malerei seiner Zeit. Er starb
am 14. Januar 1867 in Paris. Ingres, der ein bedeutender Vertreter
des späten Klassizismus war, strebte stets nach der perfekten
Form. Er verehrte die Kunst Raffaels und schuf dadurch ruhige,
detaillierte Bilder mit einem Hang zum Antiken. |
Alexej
Georgewitsch von Jawlensky (1864 - 1941) |
Am
13. März 1864 in Torschok (Rußland) geboren, besuchte
Jawlensky die Kadettenschule in Moskau und begann nebenbei
zu malen. Im Jahre 1889 ließ er sich als Offizier nach
St. Petersburg versetzen, wo er die Kunstakademie besuchte.
1891 lernte er die Malerinnen Helene Nesnakomoff und Marianne
von Werefkin (seine spätere Frau) kennen, verließ
als Hauptmann 1896 das Militär und ging mit beiden Frauen
nach München, wo er die Azbé-Kunstschule besuchte
und Kandinsky begegnete. Auf Reisen lernte Jawlensky die Werke
von van Gogh, Gauguin, Cézanne und Matisse kennen,
die bei ihm zu einem farbintensiven Malstil mit kraftvoller
Pinselführung führten. Er arbeitete teilweise zusammen
mit Matisse und später mit Kandinsky, Münter und
Werefkin in Murnau. Im Jahre 1909 gründete er dann mit
Kandinsky die "Neue Münchner Künstlervereinigung"
und schloß sich später der Gruppe des "Blauen
Reiters" an. Als Jawlensky während des Ersten Weltkrieges
aus Deutschland ausgewiesen wurde, zog er in die Schweiz.
1924 gründete er mit Feininger, Kandinsky und Klee die
Gruppe der "Blauen Vier". Jawlensky starb am 15.
März 1941 in Wiesbaden. Er verwendete als Vertreter des
Expressionismus die Farben nicht rein dekorativ, sondern setzte
sie symbolhaft ein. |
Wassily
Kandinsky (1866 - 1944) |
Kandinsky
wurde am 4. Dezember 1866 in Moskau geboren. Nach einem erfolgreichen
Jura- und Volkswirtschaftsstudium in Moskau ging er im Jahre
1896 nach München, um sich dort an der Azbé-Schule
der Malerei zu widmen. 1900 trat er in die Klasse von Franz
von Stuck ein und gründete im darauf folgenden Jahr die
Künstlergruppe "Phalanx", zu der auch seine
spätere Lebensgefährtin Gabriele Münter gehörte.
In den Jahren 1904-1908 reiste Kandinsky durch Europa und
Nordafrika und begann mit den Fauves Kontakt aufzunehmen,
von deren expressiver Farbigkeit er fasziniert war. Von dieser
Zeit an nahm die Farbe als formendes und kompositorisches
Element einen wesentlichen Platz in seiner Kunst ein. 1908
zog Kandinsky mit Gabriele Münter nach Murnau, das südlich
von München liegt. Hier entstanden viele Landschaftsbilder
der Umgebung, aber auch eine theoretische Schrift "Über
das Geistige in der Kunst". Mit Klee, Jawlensky, Münter,
Macke und Marc bildete Kandinsky 1911 die Künstlergemeinschaft
"Der blaue Reiter", die bis 1914 bestand. Mit dem
Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 ging Kandinsky nach Moskau
zurück, wo er ab 1918 Professuren übernahm und Museen
und Akademien gründete. 1921 kehrte er, zum großen
Ärger Münters mit Nina Andrejewskaja verheiratet,
nach Deutschland zurück, wo er 1922 am Weimarer und später
auch am Dessauer Bauhaus mitwirkte. 1928 nahm er die deutsche
Staatsbürgerschaft an, emigrierte jedoch 1933 nach Neuilly-sur-Seine
in Frankreich. Kurz vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges
nahm er 1939 die französische Staatsbürgerschaft
an und verstarb am 13. Dezember 1944 in Neuilly-sur-Seine
bei Paris. Bis ca. 1906 wirkten impressionistische Bilder
einen enormen Einfluß auf die Malerei Kandinskys aus;
als eine weitere Inspirationsquelle diente ihm die Kunst seiner
russischen Heimat. Mit seinem späteren Malstil, der sich
etwa ab 1910 von dem Gegenständlichen zu lösen begann,
wurde Kandinsky zum Wegbereiter der abstrakten Malerei. |
Ernst
Ludwig Kirchner (1880 - 1938) |
Der
am 6. Mai 1880 in Aschaffenburg als Sohn eines Papierchemikers
geborene Kirchner nahm neben dem Schulunterricht schon Zeichenkurse.
Im Jahre 1901 begann er in Dresden ein Architekturstudium,
das er 1903 für zwei Semester unterbrach, um in München
an der dortigen Kunstschule zu studieren. Nach dem Abschluß
seines Architekturstudiums in Dresden gründete Kirchner
zusammen mit Bleyl, Heckel und Schmidt-Rottluff die Künstlervereinigung
"Brücke"; Anregungen erhielt die Gruppe durch
eine neoimpressionistische Ausstellung und die Kunst "primitiver"
Völker. 1913 löste sich die "Brücke"
auf. Kirchner meldete sich 1914 zum Kriegsdienst, wurde jedoch
bereits ein Jahr später wegen eines Nervenzusammenbruches
aus der Armee entlassen. Erholungsphasen in Dresden und im
schweizerischen Davos folgten. Die Kunst Kirchners wurde unter
nationalsozialistischer Herrschaft als "entartet"
angesehen, was unter anderem zu dem Freitod Kirchners am 15
Juni 1938 geführt haben könnte. Die expressionistischen
Werke Kirchners haben große Bedeutung für die deutsche
Kunstgeschichte der Moderne. |
Klimt
(1862 - 1918) |
Klimt
wurde am 14. Juli 1862 in Baumgarten bei Wien als Sohn eines
Graveurs geboren. Im Jahre 1876 trat er in die Malklasse des
Prof. Julius Viktor Berger an der Kunstgewerbeschule in Wien
ein. Er beendete diese Ausbildung 1883 und gründete im
gleichen Jahr die "Künstlercompagnie", die
aus ihm, seinem Bruder Ernst Klimt und Franz Matsch bestand;
die Künstlergemeinschaft führte unter anderem im
Jahre 1886 Dekorationsaufgaben im Wiener Burgtheater durch.
1888 wurde Klimt das Goldene Verdienstkreuz verliehen und
im gleichen Jahr unternahm er Reisen nach Krakau, Triest,
Venedig und München. Einige Jahre nach dem Tod des Vaters
und des Bruders Ernst 1892 gründete Klimt 1897 zusammen
mit Joseph Maria Olbrich und Josef Hoffmann die "Wiener
Secession", deren Leiter er wurde und deren erste Ausstellung
ein Jahr später stattfand. Im Jahre 1905 trat die "Klimtgruppe"
jedoch aus der Secession aus. Klimt gründete ein Jahr
später den Österreichischen Künstlerbund, deren
Präsident er 1912 werden sollte, und unternahm Reisen
nach Brüssel, London und Florenz. 1907 wurden die ersten
erotischen Zeichnungen von ihm veröffentlicht. Im Jahre
1909 endete dann seine "goldene Periode". Klimt
verstarb am 6. Februar 1918 in Wien. Schon um die Jahrhundertwende
stellten die Werke Klimts den Mittelpunkt der Wiener Kunst
dar. Er vereinigte die verschiedenen Richtungen des internationalen
Jugendstils und schaffte eine Synthese aus Figuren und Ornamenten,
die in flächigem Stil gemalt, dem Betrachter einen besonders
sinnlichen und prunkvollen Eindruck vermitteln. |
Yves
Klein (1928 - 1962) |
Der
am 28. August 1928 in Nizza geborene Klein studierte zw | |