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Rudolf von Alt
(1812-1905)

Der Wiener Rudolf von Alt war Hauptmeister des österreichischen Veduttenaquarells. Nach seiner Ausbildung bei seinem Vater und an der Akademie in Wien begann er mit einer für das Biedermeier typische Gattung, des Aquarell-Interieurs. Es folgten Reisen in die Schweiz, Italien, Böhmen, Ungarn, Galizien auf denen die ersten Veduten entstanden. In den späteren Jahren näherte er sich dem Impressionismus an

Christian Ludwig Attersee (*1940)

Christian Ludwig Attersee wurde im Jahre 1940 in Preßburg mit dem Namen Christian Ludwig geboren. Der Künstler verbrachte seine Jugend in Aschach an der Donau, in Linz und am Attersee. Sein künstlerisches Schaffen beginnt bereits 1951 mit dem Schreiben von Romanen und Liedern sowie dem Entwerfen von Bühnenbildern. 1957 beginnt Attersee ein Studium der Bühnenarchitektur an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien, 1959 schließt er ein Studium der Malerei an. In den sechziger und siebziger Jahren enstehen die Zyklen"Österreichführer für außerirdische Wesen" sowie jene zur Essens-Welt, zu Alltagsgegenständen zu Schönheit und Kosmetik und die Zyklen "Segelsport", "Servierlust und Serviettenallerei", "Triebstör und Schwarzbesamung". 1990 wird Attersee als außerordentlicher Professor an die Hochschule für angewandte Kunst in Wien (Meisterklasse für experimentelles Gestalten) berufen und 1992 zum ordentlicher Professor für die Meisterklasse Malerei, Animationsfilm und Tapisserie ernannt. Attersee lebt und arbeitet in St. Martin an der Raab im Burgenland, am Semmering und in Wien.

Arcimboldo Guiseppe (um 1527 - 1593)

Bedeutender Vertreter des Manierismus und Urahne der Surrealisten - Arcimboldo wurde um 1527 wahrscheinlich in Mailand geboren und war in den Jahren 1549-58 als Mitarbeiter seines Vaters tätig, der Maler am Mailänder Dom war. 1562 begann er am Hof Ferdinands I. in Prag als Porträtmaler und Kopist zu arbeiten. Später ging Arcimboldo dazu über, auf manieristische Weise phantastische Gemälde zu fertigen. Seine Spezialität waren allegorische Bilder; meist Zusammensetzungen menschlicher Köpfe und ganzer Gestalten aus Blumen, Füchten oder Tieren. Der vielseitig talentierte Maler war auch als Bühnenbildner, Organisator, Architekt und Ingenieur tätig. Er verließ den Prager Hof im Jahre 1587, um nach Mailand zurückzukehren. Arcimboldo wurde 1591 in den Adelsstand erhoben.Er verstarb am 11. Juli 1593. Seine bizarren Bilder sind als Ausformung des manieristischen Gedankens zu verstehen, der an Stelle der Nachahmung naturalistische Verwandlung setzt. Der manieristische Künstler wurde von den Surrealisten des 20 Jahrhunderts als ihr Vorläufer angesehen.

Baselitz Georg (*1938 )

In seinen Bildern stellt der Künstler die Motive auf den Kopf
Baselitz wurde am 23. 1. 1938 als Hans-Georg Kern in Deutschbaselitz in Sachsen geboren und studierte ab 1956 in Ost-Berlin Kunst, wo er sich unter anderem mit Ralf Winkler (A.R. Penck) befreundete; siedelte 1957 nach West-Berlin über und studierte er an der Hochschule der Künste bis 1964 bei Hann Trier. Im Jahre 1978 erhielt Baselitz eine Professur an der Karlsruher Akademie der Bildenden Künste und lehrte zwischen 1983 und 88, sowie ab 1992 an der Hochschule der Künste in Berlin. Baselitz lebt in Derneburg bei Hildesheim. Seit den 50er Jahren entwickelte er eine dem gegenständlichen verbundenen Malerei, die anfänglich in schmutzigen Farben gemalte Tier und Landschaftsfragmente darstellte, ab 1964 gewann die Farbe und Form als eigentliches Medium der Malerei an Bedeutung und die Gegenständlichkeit wurde modifiziert und bedeutungslos gemacht.

Beardsley Aubrey (1872 - 1898)

Der Künstler wurde am 21. August 1872 im britischen Brighton geboren und nahm im Jahre 1888 eine Lehre in einem Architekturbüro auf. 1889 trat Beardsley in eine Londoner Versicherungsgesellschaft ein. Er erhielt keine fachliche Ausbildung als Maler, sondern bildete sich selbst an Vorlagen von Dürer, Michelangelo, Botticelli usw. in Zeichnen aus. Angeregt von den Präraffaeliten und dem japanischen Holzschnitt fand er frühzeitig seinen eigenen, rein zeichnerischen Umriss-Stil. 1892 erhielt er den Auftrag eine Ausgabe des "Morte d´Artur" von Thomas Malory zu illustrieren. Die begeisterte Kritik ebnete ihn den Weg zum vielbeschäftigten Illustrator. Es folgten 1893 die Blätter zu Oscar Wildes "Salome". 1896 für Popes "Rape of the Lock " und Wagners "Rheingold". Beardsley begann in 1893 zusammen mit Harland und Lane die Zeitschrift "The Yellow Book" herauszugeben. Er fertigte Plakate , Karikaturen und Exlibris, entwarf Titelbilder und Schlußblätter, bis eine Erkrankung an Tuberkulose 1896/97 einen Aufenthalt in Bournemouth erforderlich machte. Im Jahre 1897 trat der Künstler zur katholischen Kirche über und verstarb am 16. März 1898 in Menton. Beardsley, der fast ausschließlich Illustrationen oder Plakate anfertigte, zählt zu den interessantesten Künstlern des Jugendstils. Es sind nur zwei Ölgemälde von ihm bekannt: "A Caprice" und "Frau mit Maske". Seine bedeutendsten Arbeiten sind jedoch seine Buchillustrationen. Sein Werk ist gekennzeichnet duch kühne einfache Kompositionen, schwungvolle Linien und starke Kontraste zwischen Licht und Schatten.

Max Beckmann (1884 - 1950)

Max Beckmann wurde am 12. 12.1884 in Leipzig geborene. Er studierte in Weimar und Berlin. Bevor er sich 1907 der Berliner Sezession anschloß unternahm er Reisen nach Paris und Florenz. Seine frühen Werke standen unter den impressionistischen Einfluß von Max Liebermann. Die Begegnung mit Munch veränderte seine Malweise wieder. Einen weiteren Einschnitt in Beckmanns Leben stellte der Erste Weltkrieg dar, in dem er freiwillig Sanitätsdienst leistete, jedoch nach einem Nervenzusammenbruch aufgrund der Schrecklichkeit des Erlebten 1915 bereits entlassen wurde. Beckmann übersiedelte nach Frankfurt am Main und übernahm dort die Leitung der Malerklasse an der Städelschule. 1933 gab er unter dem Druck des Nationalsozialismus das Amt auf und ging nach Berlin. Dort entstand die erste von neun gewaltigen Kompositionen; dieses Triptychon nannte er "Abfahrt" (Museum of Modern Art New York) und sah darin die Emigration und den Schrecken des Nationalsozialismus voraus. Nachdem die Ausstellung "Entartete Kunst" eröffnet wurde, übersiedelte Beckmann1937 nach Amsterdam, wo er den Krieg überstand. 1947 übersiedelte er in die USA, wo er seit 1949 an der School of Arts des Brooklyn Museums lehrte. Beckmann verstarb am 27. Dezember 1950 . In seinen Gemälden Erdbeben von Messina 1909 und Untergang der Titanic, 1912 kommt die für ihn typische Grundstimmung des Unheilvollen, Schrecklichen und der Schutzlosigkeit zum Ausdruck, wobei er sich eine sehr verschlüsselte und eigenwillige Ikonographie bedient. Ab 1940 griff Beckmann auch mythologische Themen auf. In diesem Zusammenhang von Alegorie und Mythologie gehören auch Verkleidung und Kostüm. Seine zahlreichen Selbstbildnisse zeigen ihn auch als Narren oder König. Er prägte zusammen mit Grosz das Phänomen der Neuen Sachlichkeit.

Umberto Boccioni (1882 - 1916)

führender Vertreter des Italienischen Futurismus
Der Künstler wurde am 19. Oktober 1882 in Reggio di Calabria geboren und studierte von 1898 bis 1902 in Rom; hier begegnete er den Malern Gino Severini und Giacomo Balla. Balla machte ihn mit der Maltechnik des Divisionismus vertraut. Nach Aufenthalten in Berlin und Paris ließ Boccioni sich 1907 in Mailand nieder wo er 1909 Fillipo Tommaso Marinetti kennenlernte, dessen theoretischen Ansätze hauptsächlich zur Entstehung des "Manifest der futuristischen Malerei" führte welches er im Jahre 1910 zusammen mit Balla, Russolo und Carrà veröffentlichte . Auf einer Parisreise 1911 kam Boccioni mit dem dort sich entwickelnden Kubismus in Kontakt, dessen Stilelemente er zunehmend in seinen Bildern übernahm. Die Darstellung von Geräuschen und Bewegung sind die auffälligsten Merkmale seiner Malerei. Sein Bestreben, die Dynamik der Formen darzustellen, erreichte er durch verschiedene Ansichten eines Gegenstandes, gleichzeitig wandelte er diese Ansichten ab und versuchte mehrere aufeinanderfolgende Bewegungsabläufe darzustellen. Der Maler starb am 16. August 1916 in Verona während eines Genesungsurlaubes des Ersten Weltkrieges an den Folgen eines Reitunfalls. Boccioni, der zu den Hauptvertretern des Futurismus gehört, vereinigte in seinen Werken das Dynamische des modernen Lebens mit den Stilelementen des Kubismus.

Pierre Bonnard (1867 - 1947)

Hauptmeister des Neoimpressionismus
Bonnard wurde am 13. 10. 1867 in Fontenay-aux-Roses als Sohn eines Beamten geboren. Neben einem Jurastudium, das er in den Jahren 1886-89 betrieb, war er an der École des Beaux-Art eingeschrieben. Nach dem Wechsel an dieAcadémie Julian lernte er die Malern Maurice Denis, Paul Sérusier, Jean Édouard Vuillard kennen. Seine Faszination für die Bilder Gaugins führten 1888 zu einer für sein weiteres Schaffen wichtigen Begegnung mit diesem in der Pont-Aven. Daneben beeinflußten ihn auch der gerade in Europa bekannt gewordene japanische Farbholzschnitt mit ihren allein auf Fläche und Linie konzentrierte Darstellungsweise.Nachdem er im Jahre 1889 einen Plakatentwurf "France-Champagne" verkauft hatte, teilte er sich 1890 ein Atelier mit Vuillard und Denis und schloß sich mit diesen der von Paul Sérusier gegründeten symbolistischen Künstlergruppe "Nabis" (=hebräisch: Prophet) an, von der er sich jedoch schon bald wieder trennte. Bonnard stellte 1891 erstmals im "Salon des Indépendants" aus und lernte wenig später Toulouse-Lautrec kennen. Zusammen mit diesem gehörte Bonnard zu den Begründern der modernen Plakatkunst.1905 unternahm er mit Vuillard eine Spanienreise, der in den kommenden Jahren Reisen nach Belgien, Holland, England, Italien, Algerien, Tunesien und Südfrankreich folgten.Zu den Hauptmotiven zählten insbesondere Landschaften, Blumengärten, Segelboote, der weibliche Akt und Schilderungen von Interieurs.Er zählt wegen des starken Anteils des Lichts in seinen Werken zu den Malern des Impressionismus, obwohl er im Grunde einen eigenen Stil verwirklichte, indem er bestimmte Elemente des Impressionismus in eine eigene Sprache umsetzte. Die Symbolik der Bildaussage tritt zugunsten der Farbkomposition in den Hintergrund. Durch eigenwillige Bildausschnitte wurden den Szenen eine besondere Intimität verliehen.Im Jahre 1925 kaufte Bonnard schließlich ein Haus im südfranzösischen Le Cannet, wo er bis zu seinem Tode am 23. 01. 1947 lebte.

Hieronymus Bosch (um 1450 - 1516)

Bosch wurde um 1450 als Iheronymus van Aken in s'Hertogenbosch geboren. Der aus einer Malerfamilie stammende Hieronymus -sein Vater und sein Großvater, Antonius und Jan van Aken arbeiteten als Maler in s´Hertogenbosch- wird 1480 das erste mal als Mitglied der Laienbruderschaft "Zu unserer lieben Frauen" erwähnt, deren Vorstand er 1488 wurde. Im Jahre 1478 heiratete er die reiche Aleyt Goyaert van de Mervenne, so daß er von nun an ohne finanzielle Sorgen leben konnte. Ihm wurde schon früh großes Ansehen zuteil. Seine Werke wurden von kirchlichen ebeso wie von weltlichen Herrscher geschätzt. Die Bilder Boschs wurden wegen der großen Nachfrage schon zu seinen Lebzeiten oft gefälscht. Er starb im August 1516 in seiner Geburtsstadt s'Hertogenbosch. Seine bekanntesten Bilder sind "Weltgericht", "Der Heuwagen" und "Der Garten der Lüste", in denen Bosch die Abgründe des Menschseins und den damit einhergehenden Sittenverfall schilderte, indem er dämonische Wesen oder bizarre, traumhafte Szenen abbildete. Die genaue Deutung seiner Bilder ist jedoch heute unmöglich geworden. Durch die intensive Auseinandersetzung der Surrealisten mit den verschlüsselten Darstellungen auf den Gemälden Boschs rückten seine Bilder in diesem Jahrhundert wieder in den Mittelpunkt des Interesses. Der Einfluß des Hieronymus Bosch in der Malerei der Modernen ist deutlich zu erkennen.

Sandro Botticelli (1445 - 1510)

Alessandro di Mariano Filipepi, geboren in Florenz, erhielt den Beinamen Botticelli, weil er eine Zeit lang bei seinem Bruder wohnte, der wegen seines enormen Umfangs "botticelli" (Tönnchen) genannt wurde. Botticelli absolvierte zunächst eine kurze Ausbildung bei einem anderen seiner Brüder, eines Goldschmiedes. Gegen 1465 bis 67 wurde er Schüler Fra Filippo Lippis, dessen Art Engel und Madonnen zu malen er übernahm. Nicht belegt, aber aus stilistischen Gründen wahrscheinlich ist, daß er anschließend in der Werkstatt Andrea del Verrocchios tätig war. Bereits 1470 besaß Botticelli eine eigene Werkstatt, in welcher der Sohn seines einstigen Lehrers, Filippino Lippi, in die Lehre ging. Botticelli hatte Kontakte zu Humanisten sowie zu der Medici-Familie, was einen großen Einfluß auf seinen Werdegang hatte. Gegen 1477 malte Botticelli die "Allegorie des Frühlings", ein Gemälde, das seinen Ruhm nachhaltig bestimmte und zusammen mit der "Geburt der Venus" zu seinen berühmtesten Werken zählt. Als einer der 1481 von Papst Sixtus IV. zur Ausmalung der Sixtinischen Kapelle nach Rom gerufenen Künstler malte er dort Szenen aus dem Leben Moses´ und die Versuchung Christ. Mit den Tod seines Gönners Lorenzo de Medici (1492) und dem Tod Savonarolas´ (1498) trat eine Wende im Werk Botticellis ein. Ein durchkonstruierter Bilderraum steht im Wiederspruch zu erregt und manieriert wiedergegebenen Figuren. Der Verlust eines verständigen Kreises von Humanisten und wohl auch das Ringen mit bildnerischen Problemen führte zu einem Manierismus in der Formgebung und zu rückschrittlichen Tendenzen.Er verstarb im Jahre 1510 in Florenz. Botticelli vervollkommnete mit seinen Werken die dekorative Richtung der italienischen Frührenaissance.

Eugéne Boudin (1824 - 1898)

franz. vorimpressionistischer Maler
Der elfjährige Boudin, der am 13. Juli 1824 in Honfleur geboren wurde, zog mit seiner Familie nach Le Havre um. Arbeitete zunächst in einer Druckerei, eröffnete1842 ein Papiergeschäft, in dem er auch Ausstellungen stattfinden ließ. Dank dieser Einrichtung machte er die Bekanntschaft von Gustave Courbet, Jean-Fracois Millet und Thomas Courture, später auch von Cloude Monet, Bekanntschaften, die für beide Seiten fruchtbar waren. Boudin hatte zwar selbst keine künstlerische Ausbildung erhalten, war jedoch schon von Kindheit an ein begeisterter Zeichner der Stimmungen von Himmel, Strand und Meer. Diese Vorlieben kennzeichnete sein Werk ein Leben lang; so malte er hauptsächlich Landschaften oder das Meer mit Wolken und Lichtspiegelungen. Später gab er in seinen Werken auch das Leben der Menschen wieder, wobei er jedoch nie ganz auf Naturdarstellungen verzichtete.Boudin ebnete mit seiner transparenten, gefühlvollen Malweise den Weg zum Impressionismus und wurde damit unter anderem zum Vorbild Monets. Nach seinem dreijährigen Pariser Studienaufenthalt bereiste der Künstler Frankreich und Italien; später hielt er sich auch in Belgien und Holland auf. Boudin verstarb am 8. August 1898 in Deauville.

Georges Braque (1882 - 1963)

Am 13. 5.1882 in Argenteuil-sur-Seine geboren, absolvierte Braque zunächst eine Ausbildung beiseinem Vater und setzte sie bei einem Dekorationsmaler in Le Havre fort. Nach der Militärzeit studierte er ab 1902 an der Académie Humbert in Paris und im Jahre 1904 richtete er sich ein eigenes Atelier ein. Braque beeindruckten die Werke der Fauves, so daß er sich ihnen 1905 anschloß. Später setzte er sich mit Bildern Cézannes und Picassos auseinander, änderte daraufhin seinen Malstil und wurde bei einer Ausstellung des Herbstsalons im Jahre 1908 abgelehnt; ein Kritiker nannte die Arbeiten Braques "bizarreries cubiques" aus dem der Name "Kubismus" folgte. Ab 1908 arbeitete er eng mit Picasso zusammen, den er durch den Kunsthändler Kahnweiler kennenlernte, und bestimmte mit ihm jahrelang den Kubismus und damit die moderne Malerei. Als 1908 Braque mit seine neuen Bildern an der Jury scheiterte, veranstaltete Kahnweiler für ihn eine Einzelausstellung.1912 entwickelte er die Technik der Collage aus dem Versuch heraus Dingwirklichkeit und Bildrealität zu überbrücken. Nach dem Ersten Weltkrieg, bei dem Braque verwundet und frühzeitig entlassen wurde, war sein Kontakt zu Picasso nahezu abgebrochen; Braque arbeitete wieder vermehrt mit Farbe in dumpfen Tönen als Ausdrucksmittel. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden vor allem seine "Atelier- und Vögelbilder". Braque zählt zu den wichtigsten Künstlern der Moderne, der außerdem die französische Tradition der Landschaftsmalerei aufrechterhielt. Braque wurde als erstem Maler zu Lebzeiten eine Ausstellung im Louvre zuteil. Er starb am 31. 8. 1963 in Paris.

Jan Brueghel d. Ä. (1568 - 1625)

Er wurde 1568 in Brüssel als zweiter Sohn des Malers Pieter Bruegel d.Ä. geboren. Im Jahre 1578 verstarb Mayeken, geborene de Coecke, die Mutter Jans, so daß die Familie Brüssel verließ und nach Antwerpen ging, wo die Großmutter Marie Bessemers, die selbst Miniaturenmalerin war, sich um die Kinder kümmerte. Seine Lehrer waren Pieter Goetkint und Gillis van Conixloo. Schon mit 21 Jahren verließ Jan die Heimat, um durch Europa zu reisen. Seine Route kann heute nicht mehr genau rekonstruiert werden, sicher ist jedoch, daß er sich 1590 in Neapel, zwischen 1592 und 94 in Rom und in der Zeit bis 1596 in Mailand bei Kardinal Frederico Borromeo aufhielt, für den er arbeitete. Jan kehrte daraufhin nach Antwerpen zurück und wurde 1597 als Meistersohn in die Sankt Lukasgilde aufgenommen. 1599 heiratete er Isabella de Jode, die 1601 einen Sohn zur Welt brachte, der auch Jan genannt wurde. In diesem Jahr wurde Brueghel offiziell Bürger der Stadt Antwerpen und ein Jahr später, 1602, Dekan der Sankt Lukasgilde. Brueghel unternahm 1604 eine Reise nach Prag und heiratete im gleichen Jahr Katharina van Marienburg. Ab 1606 existieren Belege dafür, daß er Maler des Brüsseler Hofes war. Einige Jahre darauf unternahm der Künstler mit van Balen und seinem Freund Rubens eine Hollandreise und malte in den folgenden Jahren unter anderem für den Erzherzog Albrecht von Österreich sowie für den polnischen König, bevor er schließlich am 13. Januar 1625 der Cholera erlag. Jan Brueghel war ein bedeutender Maler mit vielen Schülern, der es, im Gegensatz zu seinem Bruder Pieter, zu einem gewissen Wohlstand brachte. Seine Werk schöpft zum einen aus seiner Ausbildung als Miniaturmaler, zum anderen nahm er Temen aus dem Werk seines Vaters auf, wie historische Landschaftsdarstellungen oder bäuerliche Szenen. An seinem Werk läßt sich der Wandel der Kunst vom 16. zum 17. Jahrhundert besonders gut ablesen. Besonders bekannt wurde Jan durch seine Blumenstilleben, die ihm den Namen Blumen-Brueghel einbrachten. Er war auch mit Rubens befreundet und arbeitete viel mit ihm.

Pieter Bruegel d. Ä. (1525/30 - 1569)

Über sein Leben weiß man wenig, da weder Briefe noch Dokumente, die sein genaues Geburtsdatum oder seine Herkunft angeben, existieren. Was man bezüglich dieser Punkte weiß, wurde aus einer Biographie des Carel von Manders entnommen, die im Jahre 1604, also 35 Jahre nach dem Tod Bruegels, erschien. Aufgrund dieses zeitlichen Abstandes muß von Ungenauigkeiten in der Biographie ausgegangen werden. Bruegel wurde zwischen 1525 und 1530 vermutlich in der Nähe von Breda (Niederlande) geboren. Das er ein Bauernsohn war und seine Jugend unter Bauern verbrachte, steht keineswegs fest, einiges spricht für eine Herkunft aus dem städtischen Milieu. Man möchte jedenfalls glauben, daß er schon früh in einer Stadt seine geistige Ausbildung erhalten hat, etwa in Herzogenbusch, wo er künstlerische Anregungen von dort befindlichen Werken seines größten Vorgängers Hieronymus Bosch empfangen haben könnte.Er erlernte die Malerei als Schüler der Malers Pieter Coecke van Aelst , der in Italien gebildet, als Maler, Architekt und besonders als Zeichner für Festdekorationen, Bildteppiche und Glasgemälde wirkte und es bis zum Dekan der Antwerpner Sankt-Lukas-Gilde und zum Hofmaler des Kaisers Karl V. gebracht hatte. 1551 trat Brueghel als Freimeister in die Antwerpner Malergilde ein. Während einer von ihm unternommene Italienreise, die zu damaliger Zeit für nordeuropäische Künstler obligatorisch war, arbeitete er 1553 in der Werkstatt des Miniaturmalers Giulio Clovio in Rom.Diese Reise beeinflußte seine Kunst im Gegensatz zu der zahlreicher anderer Künstler, jedoch nicht; allein die Alpenlandschaft hat ihn derart in ihren Bann gezogen, daß er zahlreiche Skizzen davon anfertigte und sie auch in seinen Gemälden verarbeitete. In Antwerpen fand er einen Mann, der der geeignetste war, seine Zeichnungen und Kompositionen durch den Kupfersich zu verbreiten. Es war Hieronymus Cock, der erste große Verleger von Grafik in den Niederlanden.Schließlich verließ er im Jahre 1563 Antwerpen und zog nach Brüssel,wo er noch im selben Jahr die Tochter seines Lehrers Peter Cock heiratete. Am 5. September 1569 starb er und wurde in der Kirche Notre-Dame de la Chapelle zu Brüssel beigesetzt. Er hinterließ seine Witwe zwei Knaben in zarten Alter, die sich beide als Künstler einen Namen machen sollten: Jan Brueghel d.Ä , genannt Samt- und Blumen-Brueghel und Pieter Brueghel d.J, genannt Höllen_Brueghel, und Maria.Nachdem Bruegel zu Beginn im Stil und nach Vorbildern Hieronymus Boschs malte, fand er zunehmend zu einem eigenen Malstil. In seinen Bildern hielt er vor allem das Leben der Bauern und Bettler, das für ihn die menschlichen Schwächen durch die Schlichtheit der Lebensäußerungen besonders verdeutlichte und detaillierte Naturbeobachtungen fest. Der Kreis von Brueghels Vorstellungen umfaßte alles, was zu seiner Zeit geschaut und gedacht werden konnte: Himmel, Hölle und Welt. Seine Kunstwerke ermöglichen es dem Betrachter durch ihre Detailgetreue eine genaue Vorstellung des Alltäglichen der damaligen Zeit zu gewinnen. Brueghel gehört, etwa wie vor ihm Dürer und Hobein, zu den großen Künstlern der neueren Zeit, die in bevölkerten Handelstädten gelebt und die Welt auf Reisen kennen gelernt haben.

Brueghel Pieter d. J. (1564 - 1638)

niederl. Maler
Brueghel Pieter d. J. auch Höllen-Brueghel genannt wurde um 1564 in Brüssel als Sohn des Pieter Brueghel d. Ä. geboren. Nach seiner Lehre bei Gillis van Conixloo wurde er um 1584/85 in die Lukasgilde in Antwerpen aufgenommen. Er fertigte viele Kopien nach Werke seines Vaters. Seine eigenen Bilder sind detailreiche Kirmensdarstellungen oder Landschaften mit Staffagen.

Canaletto (1697 - 1768)

Venezianischer Zeichner und Vedutenmaler des Spätbarock Der Maler, Zeichner und Radierer Canaletto (eigtl. Giovanni Antonio Canal) wurde am 18.10 1697 in Venedig geboren.Er lernte bei seinem Vater die Malerei. Der Maler ging 1719 nach Rom, wo er Pannini, Vanvitelli und Piranesi kennenlernte. 1720 wurde er in die Malerzunft von Venedig aufgenommen. 1742 ging er zum zweitenmal nach Rom. Durch englische Förderer wurden seine Bilder im großen Umfang nach England verkauft. Nach Englandreisen zwischen 1746 bis 50 und 1751 bis 53 hielt Canaletto sich wieder in Venedig auf, wurde Mitglied der dortigen Akademie und starb am 20.4.1768 in dieser Stadt. Zu seinen Schülern gehörten Bellotto und Guardi. Das Werk des Künstlers wird durch exakte Wiedergaben Venedigs, aber auch von London und anderen Orten die er bereiste, verbunden mit einer besonderen Ausdrucksweise des Lichts geprägt. Er schuf meist Auftragsarbeiten in großem Stil, wie für dem Herzog von Bedford. Viele seiner Arbeiten befinden sich noch heute in Großbritannien.

Rosalba Giovanna Carriera (1675 - 1757)

venez. Porträt- und Miniaturmalerin und Vertreterin des italienischen Rokoko Die Künstlerin, die am 7. 10. 1675 in Venedig geboren wurde, war Schülerin von Giuseppe Diamantini und studierte danach bei Antonio Balestra. Zuerst malte sie Porträtminiaturen, ab 1703 spezialisierte sie sich auf Pastellmalerei, die unter dem Einfluß ihres Schwagers Antonio Pelegrini stand und damit den Geschmack des Rokoko besonders gut traf. Das Pastell mit seinem weichen, pudrigen Glanz, den verwischten Farben und dem flaumigen Licht wurde von Rosalba Carriera erst zu einem neuen, farbig-grafischen Ausdrucksmittel ausgebildet. Carriera wurde mit ihren Bildern schnell sehr berühmt und bekam im Jahre 1705 die Mitgliedschaft der Römischen Accademia di S. Luca . Seit 1716 war Rosalba mit dem Pariser Kunstkenner und Sammler Pierre Crozat befreundet, auf dessen Einladung sie nach dem Tode des Vaters mit ihrer Mutter 1720 nach Paris zog. Sie malte später sowohl am französischen als auch am österreichischen Hof. Die Malerin starb am 15. 4. 1757 in ihrer Geburtsstadt Venedig.

Paul Cézanne (1839 - 1906)

französischer Maler Vertreter der nachimpressionistischen Kunst und Wegbereiter der modernen Malerei

Cézanne wurde am 19. Januar 1839 in Aix-en-Provence geboren und studierte nach dem Willen seines Vaters in seiner Heimatstadt Jura, wobei er nebenher im Abendkurs der École Municipale de Dessin Zeichenunterricht nahm. 1861 übersiedelte Cézanne nach Paris, wo ihn sein Jugendfreund Émile Zola mit den Impressionisten Pissarro machte und er sich autodidaktisch am Studium der Barockmaler, an Delacroix und Daumier bildete. Noch im gleichen Jahr kehrte er entmutigt nach Aix zurück und trat in das Bankgeschäft seines Vaters ein. Zwischen 1862 und 1864 reiste er erneut nach Paris, wo er Renoir, Monet, Sisley, Bazille und später auch Manet kennenlernte. In den Jahren 1864 bis 1870 wechselte er mehrmals zwischen Aix und Paris hin und her und lernte in Paris seine zukünftige Frau Marie Hortense Fiquet kennen. Im Jahre 1872 wurde Cézanne Vater eines Sohnes, der auch Paul genannt wurde, und begann eine Zusammenarbeit mit Pissarro, der ihn impressionistisch beeinflußte. Unter dem Einfluss Pissarros erfolgte die Aufhellung seiner Palette; er wandte sich dem atmosphärischen Freilicht zu. Diese gemeinsame Arbeit währte zwei Jahre lang und am Ende dieser Zeit beteiligte sich Cézanne an der ersten impressionistischen Ausstellung, an der er mit drei Bildern teilnahm, die verhöhnt und verlacht wurden.Zwischen 1879 und 1886 hielt er sich in Paris und bei anderen Künstlern an verschiedenen Orten Frankreichs auf. Schließlich kehrte er nach Aix-en-Provence zurück, wo er den größten Teil der kommenden Jahre verbrachte. Hier entwickelte Cézanne seinen eigenen Stil: Er erstrebte eine rhythmisch gegliederte Verfestigung der Bildkomposition. Die Naturformen führte er auf einfache geometrische Grundelemente zurück, die Farbe wird dabei zum Hauptmittel der Komposition: Nicht die Zeichnung oder Licht und Schatten schaffen den Bildaufbau, sondern die fein gegeneinander abgestimmten Farbwerte. Am 22. Oktober 1906 verstarb Césanne. Alle Richtungen der modernen gegenständlichen Kunst wie Fauvismus, Kubismus, Neoklassik u.a. haben Cézanne Anregungen zu verdanken. Durch die Zurückführung seiner Motive auf geometrische Grundformen, wandelte Cézanne das Sehvermögen des Betrachters radikal um und gehört so neben van Gogh, Gauguin und Munch zu den Wegbereitern der modernen Kunst des zwanzigsten Jahrhunderts; zu seiner Lebenszeit blieb ihm hingegen die Anerkennung von Kunstszene und Kritikern versagt, so daß er finanziell von seinem Vater, dem Bankier, abhängig blieb.

Marc Chagall (1887 - 1985)

russischer Maler und Grafiker Als Sohn jüdischer Eltern wurde Moissje Chagall am 7. Juli 1887 inLiosno beiWitebsk (Weißrussland)geboren. Nach seinem Schulabschluß besuchte er die Kunstschule des Jehuda Pen und ließ sich zunächst von der realistischen Malweise seines Lehrers anstecken; nebenbei absolvierte er eine Lehre als Retuscheur bei einem Fotografen. Nach einer kurzen Zeit, die er an der St. Petersburger Malschule der Kaiserlichen Gesellschaft zur Förderung der Künste verbrachte, geriet er mit einem seiner Lehrer in Streit und verließ die Schule. 1907 wurde Chagall in St. Petersburg an der Swansewa-Schule bei Lew Semjolowitsch Bakst aufgenommen.Im Jahre 1909 lernte er seine zukünftige Frau Bella Rosenfeld, eine Freundin seiner Schwester, kennen. Bella und Chagalls 1916 geborene Tochter Ida wurden oft von Chagall porträtiert und skizziert. Zwischen 1910 und 1914 hielt er sich in Paris auf, wo Chagall seinen Vornamen in Marc änderte und sich mit verschiedenen Kunstrichtungen, wie dem Kubismus und dem Fauvismus, auseinandersetzte. Aus den Elementen der Kunst der Fauves, des russischen- jüdisch Volkslebens des Chassidismus und mystisch- traumhaften Elementen bildete er seinen eigenen, expressiv gestalteten Stil aus, der Einfluss besonders auf die deutschen Expressionisten hatte.Chagall kehrte1915 nach Russland zu der wartenden Bella zurück und heiratete sie. Durch seine revolutionären Ideen erhielt er in Rußland die Möglichkeit, seine Werke in progressiven Galerien auszustellen; zudem wurde ihm nach der Oktoberrevolution 1917 das Amt des Kunstkommissars von Witebsk angetragen, das er bis 1919 ausübte und innerhalb dieser Amtszeit eine Kunstakademie in Witebsk gründete. Aufgrund von Spannungen in seiner Heimatstadt verließ er diese 1919 und zog nach Moskau, wo er als Freskenmaler tätig war, bevor er im Jahre 1922 nach Frankreich zurückkehrte und unter anderem Bücher illustrierte. 1941 flieht er vor der direkten Bedrohung durch die Nationalsozialisten mit seinen gesamten Bildern in die USA. 1949 siedelt Chagall entgültig nach Vence. Nach 1950 begann Chagall weltweit Bühnenausstattungen, Dekorationen für Opernhäuser und Glasfenster, Reliefs und Keramiken zu schaffen. Chagall verstarb am 28 März 1985 in Saint-Paul-de-Vence bei Nizza.

Thomas Cole (1801 - 1848)

amerikanischer Landschaftsmaler Der am 1.2.1801 in Bolten le Moors / England geborene Cole ist einer der wichtigsten Vertreter der amerikanischen Landschaftsmalerei. Er gründete 1825 in New York zusammen mit anderen Malern die "Hudson River School" deren Ziel es war, grandiose Naturansichten mit literarischen Inhalten zu füllen. Nach zwei Europareisen bei denen er die Werke Poussins, Lorains, und Turner kennenlernte, malte er vorwiegend Panoramalandschaften die er mit symbolisch-phantasischen Inhalten belegte. Thomans Cole starb am 11.2.1848 in Catskill/New York.

Lovis Corinth (1858 - 1925)

dt. Maler und Grafiker Corinth wurde am 21. Juli 1858 im ostpreußischen Tapiau geboren. Nach einer Ausbildung an der Königsberger Akademie bei Otto Günther. Seine ersten Arbeiten sind vor allem Genrebilder, Stillleben aber auch Porträts. 1880 geht er nach München an die Kunstakademie. Dort lernt er den Malerkreis um Leibl kennen und findet so den Weg zum Münchner Realismus. 1887 zieht er nach Berlin , wo sich in Themenwahl und Darstellungsform die klassizistischen Einflüsse der Salonmalerei bemerkbar machen. 1891 geht er wieder zurück nach München wo er sich biblischen und antiken Themen widmet. 1892 schloß er sich der Münchner Sezession an, gründete aber schon kurze Zeit später die Gegenbewegung "Freie Vereinigung" 1898 lernte er Liebermann und Leistikow kennen, mit dem er 1900 nach Dänemark reiste. Im Anschluß übersidelte er wieder nach Berlin. 1903 heiratete er seine Schülerin Charlotte Berend. In diesen Jahren prägte er gemeinsam mit Liebermann und Slevogt eine spezifisch deutsche Spielart der impressionistischen Malerei.1911 wurde Corinth nach Liebermann Präsident der Berliner Sezession und erlitt im gleichen Jahr einen Schlaganfall, der zu einer halbseitigen Lähmung führte. Nach seinem Schlaganfall änderte sich allerdings sein Stil und er malte mit kräftigerem Pinselstrich leidenschaftliche, ausdrucksstarke Bilder, die ihn in die Nähe des Expressionismus rückten. Von 1919 an lebte er in Schweiz. Corinth verstarb am 17. Juli 1925 auf einer Hollandreise in Zandvoort.

Carlo Crivelli (* 1430-35 + um 1495)

ital. Renaissancemaler Geboren zwischen 1430/34 in Venedig und gestorben um 1495 wahrscheinlich in Ascoli. Der Maler verbüßte 1457 eine sechsmonatige Gefängnisstrafe wegen der Entführung einer verheirateten Frau. Um den Zorn des betrogenen Ehemannes zu entgehen, setzte er sich1465 nach Dalmatien ab. Auch in seiner Malerei findet man Zeichen für sein ungestümes Temperament und starke Gemütsschwankungen. Crivelli lernte in der Schule des Squarcione in Padua, dann in der Werkstatt des Vivarini. Er verwirklichte wohl am reinsten das Ideal der so genannten Schule von Murano. Zusammen mit Schiavone, Murano, Vivarini, und Bellini war Crivelli einer der neuen Renaissancemaler. Obwohl noch vehaftet in der ornamentalen Gestaltung der Spätgotik, zeigt sich doch schon in bisweilen ekstatisch wirkenden Figuren und gefühlsbetonten Gesten die neue Bildauffassung des Manierismus und der beginnenden Renaissance. Crivelli brachte es trotz seines extravaganten Malstils zu seinen Lebzeiten zu Ansehen und Wohlstand; so wurde ihm z.B. 1490 der Rittertitel "Cavaliere" von Prinz Ferdinand von Capua verliehen. Von 1468 bis zu seinem Tod um 1495 lebte der Künstler, der Renaissance-Werke voller Details schuf, in Ascoli Piceno in den Marken.

Salvador Dalí (1904 - 1989)

span. Maler Dalì wurde am 11. Mai 1904 als Sohn eines Notars im katalonischen Figueras bei Gerona (Spanien) geboren. Schon früh verhielt er sich merkwürdig und neigte zu Gewalttätigkeiten gegen Tiere, Menschen und gegen sich selbst. Auf der anderen Seite schien er malerisch talentiert zu sein, so daß seine Eltern ihn zu Ramon Pitchot, einem auf dem Land lebenden Freund der Familie, schickten. Nach einiger Zeit kehrte Dali in seine Heimatstadt zurück und besuchte die Kunstklasse eines Senor Núñez. Im Jahre 1921 ging er nach Madrid, wo er ein Studium an der Akademie von San Fernando aufnahm. Dort wurde er 1925 wegen Rebellion von der Akademie verwiesen, weil er einen Studentenprotest gegen die Berufung eines mittelmäßigen Künstlers zum neuen Professor angestiftet hat. Nach Figueras zurückgekehrt, verhaftete ihn die Guardia Civil und inhaftierte ihn für einen Monat, weil vermutet wurde, daß er an der rebellischen Atmosphäre im Land beteiligt gewesen sei. Als keine Beweise dafür gefunden werden konnten, wurde Dalí entlassen und zog sich zu einem einsamen Aufenthalt am Mittelmeer zurück. Dalí setzte sich mit allen modischen Stilrichtungen auseinander, wie dem Impressionismus, Pointillismus, Futurismus, Kubismus, Neokubismus und dem Fauvismus. 1927 reiste er nach Paris, wo er Pablo Picasso und den Zirkel der Surrealisten um Joan Miro und André Breton kennenlernt. Dalí war 1929-34 Mgl. der Surrealistengruppe in Paris, es entstanden Materialcollagen, Filme ("Un Chien andalou", 1928; "L'Age d'or", 1930, beide mit Luis Buñuel), aber auch dichterische und theoretische Publikationen, in denen er seine "paranoisch-kritische" Methode zur Eroberung des Irrationalen erläuterte. Gala, die Frau des Dichters Paul Eluard, blieb bei Dali; er erklärte sie zu seiner Muse, so daß sie zum Motiv vieler seiner Bilder wurde. 1934 kam es schließlich zwischen Dalí und den Surrealisten um Breton zum Bruch, woraufhin dieser den offiziellen Ausschluß Dalís aus der surrealistischen Bewegung verkündete. Die darauf folgenden Jahre verbrachte Dali in Italien, wo er sich von Rennaissance- und Barockmalerei beeinflussen ließ, eignete sich eine altmeisterliche Malmethode an mit getreu wiedergegebenen realistischen Elementen, während die Bildinhalte im Ganzen von Traumfantasien genährt sind. Die Zeit zwischen 1940 und 1948 verbrachte er mit Gala in den USA, bevor er nach Port Lligat in Spanien zurückkehrte und zum Katholizismus konvertierte. In den folgenden Jahren wendete er sich einem klassizistischen Stil zu, der religiöse Motive zum Inhalt hatte. Dreißig Jahre nach der ersten Begegnung mit Gala heirateten sie im Jahre 1958. 1964 wurde Dalí in Spanien für sein Lebenswerk ausgezeichnet und 1973 wurde in seiner Geburtsstadt Figueras ein Dali-Museum eröffnet. Hier starb er am 23. Januar 1989. Der illusorische Surrealismus Dalíis operiert mit übermäßiger Detailgenauigkeit, die es gerade vermag, die Traumwelt realistisch erscheinen zu lassen. Er gewann seine Bildmotive aus der Nachvollziehung paranoider Wahnvorstellungen, religiöse und sexuelle Themen. Sein Werk ist außerordentlich umfangreich, es umfasst auch Porträts, religiöse Bilder, Buchillustrationen, Objekte, Schmuck, Ballettszenarien u.a.

Honoré Daumier (1808 - 1879)

franz. Maler und Karikaturist Am 26. Februar 1808 in Marseille geboren, kam 1816 mit seinen Eltern nach Paris und lernte schon früh in den Galerien des Palais Royal Maler und Literaten kennen. Ab 1822 nahm er Zeichenunterricht. 1828 begann er sich mit der neu entwickelten Technik der Lithographie auseinanderzusetzen. Ab 1832 arbeitete Daumier als Karikaturist für die Zeitungen "La Caricature" und ab 1837 für "Le Charivari". Daumier begann mit politischer Satire wobei seine bissigen Veröffentlichungen ihm sogar einmal eine Gefängnisstrafe einbrachten, später kam die Sittendarstellung hinzu . Neben der Ölmalerei mußte Daumier sein Leben lang für Zeitungen Lithographien anfertigen, um sich seinen Lebensunterhalt finanzieren zu können, da er mit seinen Bildern nur wenig Erfolg hatte. Im Jahre 1865 zog er sich nach Valmondois bei Pontoise in ein Haus zurück, das Corot ihm geschenkt hatte. Hier starb er nahezu erblindet am 10. Februar 1879. Daumier malte Bilder in pastosem Farbauftrag wie kein anderer Künstler des 19. Jahrhunderts; seine Figuren vermitteln dem Betrachter eine Stimmung, die zwischen Lächerlichkeit und Tragik liegt, so daß er zu einem Hauptvertreter des sozialen Realismus, bzw. der sozialen Romantik wurde. Das lithografische Gesamtwerk beziffert sich auf annähernd 4 000 Blätter und 1000 Holzschnitte. Als Maler wurde Daumier erst im 20. Jh. entdeckt.

Edgar Hilaire Germain Degas (1834 - 1917)


französischer Maler und Grafiker

Degas (eigentl. de Gas) wurde als Sohn eines Bankiers italienischer Herkunft und einer Kreolin aus New Orleans in Paris am 19. Juli 1834 geboren. Nach einem Jurastudium nahm er bei dem Historienmaler Barrias und später an der École des Beaux-Arts bei Lamothes Zeichen- und Malunterricht. Er begann mit Historienbildern und Bildnissen, die streng gebaut und in der klassizistischen Tradition verwurzelt sind. Degas lernte Ingres kennen, was für seine weitere Malerei von entscheidender Bedeutung war. Er hielt sich größtenteils in Paris auf, unternahm jedoch auch Italienreisen, während er sich malerisch ständig weiterbildete, indem er viele Künstler kopierte. Um 1865 bekam er Kontakt zu den Impressionisten. Degas schloß Freundschaft mit Manet, Renoir und Monet und entwickelte Ende der siebziger Jahre erstes Interesse an Theater, Ballett, Jockeys und Pferden, ab 1872 für Opernbesuche. 1872 reiste er nach New Orleans, 1874 nahm er mit zehn seiner Werke an der ersten Impressionistenausstellung teil. Degas malte vor allem Tänzerinnen, die sie begleitenden Musiker oder den Rennplatz. Er wollte mit seinen Bildern nicht die Wirklichkeit zeigen, sondern seine Sicht der Wirklichkeit dem Betrachter näher bringen. Im Unterschied zu den Impressionisten löst Degas nicht die Formen in der Atmosphäre auf und arbeitete im Atelier. Seine Bilder strahlen intensiv Leichtigkeit und Spontanität aus, die dadurch erzeugt wird, daß Degas es gelang die Körper in ihrer natürlichen Bewegung einzufangen. Kennzeichnend sind auch die ungewöhnlichen, wie zufällig wirkende Bildausschnitte, durch die die Figuren oft aus dem Zentrum gerückt werden. Obwohl er sich an insgesamt 8 Ausstellungen der Impressionisten beteiligte, eignete er sich weder die heiter Stimmung ihrer Landschaftsbilder noch ihre Malweise an. In seinem Werk steht immer der Mensch und das großstädtische Leben seiner Zeit im Mittelpunkt. Neben der Pastell- und Ölmalerei widmete sich Degas später, aufgrund eines sich verschlimmernden Augenleidens, das nahezu zur Erblindung führte, auch dem Schaffen von Plastiken bei der er die flüchtige Bewegung festhielt. Zudem war er dichterisch tätig und verfaßte zahlreiche Gedichte. Er verstarb am 26. September 1917 in Paris, wo er seine letzten Lebensjahre sehr zurückgezogen verbrachte.

Ferdinand Victor Eugène Delacroix (1798 - 1863)

Der am 26. April 1798 in St.-Maurice-Charenton bei Paris als Sohn eines Diplomaten und einer deutschstämmigen Mutter geborene Delacroix begann seine malerische Ausbildung im Pariser Atelier von Pierre Narcisse Guérin und besuchte später die École des Beaux-Arts. Delacroix wurde von den Werken Goyas, Rubens und Veroneses sehr stark beeindruckt und von der Bekanntschaft zu Géricault inspiriert. Im Jahre 1825 ging er nach London, wo er sich mit den Werken Lawrences, Gainsboroughs und Turners auseinandersetzte, um nach seiner Rückkehr nach Paris zum Hauptvertreter der romantischen Malerei in Frankreich zu werden; dies setzte ihn der Kritik der Klassizisten und insbesondere der Ingres aus. Es waren auch literarische Werke, wie solche Shakespeares, Sir Walter Scotts, Byrons oder Goethes und Ereignisse, die Delacroix anregten; so malte er z.B. 1830 unter dem Eindruck der Julirevolution das Bild "Die Freiheit führt das Volk auf die Barrikaden". Als Begleiter eines französischen Gesandten reiste Delacroix 1832 nach Nordafrika und Südspanien, was ihn unendlich faszinierte und Stoff für zahlreiche Gemälde lieferte, so daß unter anderem Bilder mit Haremsszenen und Löwenjagden entstanden. In den folgenden Jahren erhielt er viele offizielle Aufträge, wurde dennoch zunehmend kritisiert und lebte, nachdem er erst 1857 nach zahlreichen Aufnahmegesuchen Mitglied der Académie wurde, in seinen letzten Lebensjahren sehr zurückgezogen und starb am 13. August 1863 einsam in Paris. Sein Gespür für die Farbigkeit und die Gesamtwirkung eines Gemäldes machte Delacroix zu dem wegweisendsten Maler des 19. Jahrhunderts. Mit seinem eigenen leidenschaftlichen Stil der Romantik schuf er stimmungsvolle Bilder und wurde damit den Impressionisten zum Vorbild.

Robert Victor Felix Delaunay (1885 - 1941)

Orphismus
Delaunay wurde am 12. April 1885 in Paris geboren. Am Ende seiner Lehrzeit bei einem Dekorationsmaler malte er 1904 in der Bretagne die ersten Bilder im Stil der "Pont Aven". In der Folgezeit beschäftigte er sich mit der Farbtheorie Michel Eugène Chevreuls, später mit den Werken Cézannes und schließlich mit dem Kubismus, der sich in seiner 1910 entstandenen ersten Eiffelturmserie zeigt. In den Jahren 1911 und 12 nahm er an den Ausstellungen der Künstlergruppe "Der blaue Reiter" in München teil; er malte jetzt farbintensivere, vom Kubismus geprägte Bilder, wie z.B. in den 1912 entstandenen "Fenstern" zu sehen ist; der Schriftsteller Apollinaire prägte für diesen Stil den Begriff "Orphismus". Delaunays 1912 entstandenes Bild "Kreisform" gilt als das erste abstrakte Bild in der französischen Kunst. Delaunay starb am 25. Oktober 1941 in Montpellier.

Dosso Dossi (um 1489 - 1542)

Ferraresischen Schule
Dossi wurde um 1489 entweder in Ferrara oder in Mantua geboren. Er war der Hauptmeister der ferraresischen Schule des 16. Jahrhunderts und verband deren Traditionen mit der venezianischen Renaissance-Malerei. Der Künstler erreichte einen gewissen Bekanntheitsgrad, indem er etwa 1518 begann, mythologische Gemälde zu schaffen, die durch ihre Rätselhaftigkeit den Betrachter in ihren Bann ziehen. Dossi verstarb im Jahre 1542 in Ferrara.

Albrecht Dürer (1471 - 1528)

Der als Sohn eines Goldschmiedes am 21. Mai 1471 in Nürnberg geborene Dürer wurde in der Nürnberger Werkstatt des Michael Wolgemut für Malerei und Grafik ausgebildet. Am Ende seiner Lehrzeit brach er zu einer Reise an den Oberrhein auf, um den vielgerühmten Martin Schongauer kennenzulernen, welcher jedoch verstarb, bevor Dürer ihn treffen konnte. 1494 reiste er nach Italien, wo er neue Impulse für seine Arbeiten erhielt und auf diese Weise die deutsche Malerei beeinflußte. Nach seiner Rückkehr 1495 ließ er sich in Nürnberg mit einer eigenen Werkstatt nieder und reiste zwischen 1505 und 1507 nochmals nach Italien. In den folgenden Jahren wurde Dürer so bekannt, daß er zahlreiche Aufträge von Kaiser Maximilian I. erhielt. Am 6. April 1528 verstarb er in seiner Heimatstadt Nürnberg. Dürers Werke zeichnet besonders die Detailgenauigkeit und Feinheit seiner Zeichnungen aus. Seine Graphik wurde nicht nur als Werk, sondern auch als Vorbild für nachfolgende Künstlergenerationen in Deutschland, aber auch in Frankreich und Italien aufgenommen.

Max Ernst (1891 - 1976)

Der am 2. April 1891 in Brühl bei Köln geborene Max Ernst studierte zunächst zwischen 1909 und 1914 Philosophie und Psychologie in Bonn; nebenher malte er bereits. Im Jahre 1911 begegnete er Macke und nahm zwei Jahre später am "Ersten Deutschen Herbstsalon" teil. In diesem Jahr reiste er nach Paris, wo er Delaunay, Apollinaire und Arp kennenlernte. Nach der Teilnahme am Ersten Weltkrieg kehrte Ernst 1918 nach Köln zurück und gründete dort mit Arp eine Dada-Gruppe; später schloß er sich der Gruppe der Surrealisten an, die sich in Paris um André Breton sammelte. Um dem Nationalsozialismus zu entgehen, wanderte Ernst im Jahre 1941 mit seiner dritten Frau Peggy Guggenheim nach Amerika aus. Nach seiner Rückkehr nach Europa 1955 wohnte er zunächst in Paris, später auch in Seillans, wo er am 1. April 1976 verstarb. Der Surrealist Ernst entwickelte die Technik der "Frottage", bei der er Papier auf eine stark strukturierte Oberfläche auflegte und durch Reiben mittels eines Bleistifts eine graphische Struktur erzielte. Zudem schuf er Plastiken und fertigte zahlreiche Collagen an, mit denen er verfremdete, traumhafte Effekte erzeugte.

Lyonel Feininger (1871 - 1956)

Der am 17. Juli 1871 in New York geborene Sohn eines deutschstämmigen Musikerehepaares übersiedelte mit seinen Eltern 1887 nach Hamburg. Feininger zog die Malerausbildung der des Musikers vor und besuchte bis 1892 die Kunstgewerbeschule in Hamburg, die Kunstakademie in Berlin und für kurze Zeit die Académie Colarossi in Paris. Nach seiner Ausbildung ging er nach Berlin, wo er als Illustrator und Karikaturist arbeitete. Ab 1906 wandte er sich ganz der Malerei zu und erhielt in Paris Anregungen durch Kubismus und den Orphismus Delaunays. Im Jahre 1908 kehrte er nach Berlin zurück, lernte Franz Marc und die Künstlergruppe "Der blaue Reiter" kennen und nahm an deren Ausstellungen teil. Feininger entwickelte in den darauf folgenden Jahren einen Stil, den er "Prismaismus" nannte und der in einem poetisch-romantisch verklärten Kubismus bestand. Außerdem beschäftigte Feininger sich in dieser Zeit mit Holzschnitten. Im Jahre 1919 wurde er durch Gropius an das Weimarer Bauhaus berufen, wo er bis 1933 bleiben sollte und Malerei und Graphik unterrichtete. Zudem gehört Feininger neben Jawlensky, Kandinsky und Klee zu den Mitgliedern der Gruppe "Blaue Vier". Vor den Nationalsozialisten, die seine Kunst als "entartet" bezeichneten, floh Feininger 1936 in die USA; ab 1938 wohnte er in New York, wo er auch am 13. Januar 1956 starb.

Ernst Fuchs (*1930)

Ernst Fuchs wurde 13. Februar 1930 in Wien geboren, fühlt er sich schon mit 12 Jahren, nach traurigen Erfahrungen in einem Durchgangslager für Halbjuden, als Künstler berufen und wird in diesem Entschluß von seiner Mutter, die sich scheinhalber vom Vater scheiden läßt, um so ihren Sohn vor dem Konzentrationslager zu retten, stark unterstützt. Er lernt Malerei und Bildhauerei und geht nach Kriegsende 1945 an die ausgebombte Akademie der bildenden Künste in Wien, wo er bei Gütersloh bis 1950 studiert. Er ist Mitbegründer der "Wiener Schule des phantastischen Realismus", eine besondere Form der phantastischen Malerei, in der das Absurde und die Vorliebe für Trance und Halluzinationen fehlte, wie es im Surrealismus üblich war, und ist bis heute ihr bedeutendster Vertreter. Geprägt durch Expressionismus und Jugendstil sind die Hauptinhalte seiner Werke das alte Testament und die erotische Mystik.

Caspar David Friedrich (1774 - 1840)

Am 5. September 1774 in Greifswald (Pommern) geboren, besuchte Friedrich ab 1794 die königliche Kunstakademie in Kopenhagen. Im Jahre 1798 zog er nach Dresden, wo er ein Jahr später auf der Akademieausstellung vertreten war. 1810 wurde er Mitglied der Berliner Akademie, 1816 der Dresdner. In den folgenden Jahren, etwa ab 1820 war der spätere Zar Nikolaus I. sein wichtigster Auftraggeber, bevor Friedrich schwer erkrankte und schließlich im Jahre 1835 die Malerei ganz aufgeben mußte. Bereits bei seinem Tod am 7. Mai 1840 in Dresden war der Künstler in Vergessenheit geraten; erst am Anfang des 20. Jahrhunderts besann man sich auf seine Kunst zurück. Friedrich zählt zu den wichtigsten Malern der deutschen Romantik. Er vermochte die Ideale dieser Stilepoche in seinen realistisch-gefühlvollen Landschaften auszudrücken, indem er Stimmungen exakt wiedergeben konnte und in seinen Werken oftmals eine nicht enden wollende Weite schuf.

Paul Gauguin (1848 - 1903)

Am 7. Juni 1848 als Sohn eines Journalisten in Paris geboren, verbrachte er seine ersten Lebensjahre in Lima (Peru); auf der Reise dorthin verstarb sein Vater. Seine Mutter kehrte vier Jahre später mit ihm und seiner Schwester nach Frankreich zurück, wo sie bei dem Bruder ihres Mannes in Orleans eine Bleibe fand. Nach einer Zeit bei der Marine, während der seine Mutter starb, wurde Gauguin von einem Pariser Börsenmakler angestellt, bei dem er zwischen 1871 und 1883 arbeitete. In diesem Zeitraum, im Jahre 1873, heiratete er die Dänin Mette Sophie Gad, die in seinem dem Kunst gewidmeten Leben jedoch nur eine untergeordnete Rolle spielte. Während seiner Anstellung bei dem Börsenmakler widmete sich Gauguin nebenher der Malerei und malte, aufgrund seines Kontaktes mit dem Maler Pissarro, impressionistische Werke. Nach Aufenthalten in der Bretagne, in Panama und Martinique, die nach seinem Ausscheiden aus dem Bankhaus erfolgten, reiste er 1888 zu van Gogh nach Arles. Zeit seines nun folgenden Lebens befand sich Gauguin in bedrängten wirtschaftlichen Verhältnissen. Ausstellungen und Versteigerungen seiner Bilder in den Jahren 1888-1891 brachten kaum Erlöse, so daß der enttäuschte Künstler 1891 Europa verließ und nach Tahiti kam, welches seine Malerei immens beeinflussen sollte. Eine Rückkehr nach Europa 1893 brachte ihm auch nicht den erwarteten Erfolg. Schließlich kehrte Gauguin Europa im Jahre 1895 ganz den Rücken zu und kehrte in die "Wildnis" zurück. 1901 ließ er sich in Atuana auf der Masquesas-Insel Hiva-Oa nieder, wo er auch am 8. Mai 1903 verstarb. Gauguin malte auch Bretagne und Provence, jedoch sind es seine auf Tahiti entstandenen Werke, die das damalige Leben in der "Wildnis" mit all seiner Farbenpracht widerspiegeln, die Gauguin zusammen mit Cézanne, van Gogh und Munch zu den Vätern der modernen Kunst machten; Gauguin half somit dabei, den Expressionismus ins Leben zu rufen, der die formauflösende Kunst des Impressionismus überwand.

Ghirlandaio Domenico (*1449 + 1494)

ital. Maler der Frührenaissance Ghirlandaio Domenico (eigtl. Domenico do Tommaso Bigordi) 1449 in Florenz geboren. Er war Schüler von A. Baldovinetti und malte religiöse Bilder, Porträts und Fresken für das Großbürgertum und den Papst. Als einer der 1481 von Papst Sixtus IV. zur Ausmalung der Sixtinischen Kapelle nach Rom gerufenen Künstler malte er dort in monumental-strenger Manier "Die Berufung der Apostel Petrus und Andreas". In Florenz folgten für seiner Werkstatt vor allem Aufträge für umfassende Freskenzyklen. Das "Leben des Hl. Franziskus" (1485, Sasetti-Kapelle, Florenz) läßt Ghirlandaio als malerischen Chronisten erkennen, der die Bürger und die Stadt seiner Zeit ausführlich wiedergibt. Eines der Hauptbeispiele florentinischer Monumentalmalerei sind die Chorfresken in S. Maria Novella (1486). Einer der Hauptauftragsgeber Ghirlandaios war die florentinische Familie Tornabuoni, von der er Giovanna Tornabuoni in einem stilisierten Profilportrait festhielt. Ghirlandaio Domenico starb am 11. 1. 1494.

Vincent van Gogh (1853 - 1890)

Geboren wurde der Pfarrerssohn am 30. März 1853 in Groot-Zundert bei Breda (Niederlande). Ab 1869 arbeitete er im Kunsthandel in Den Haag, London und Paris. Van Gogh wollte daraufhin einen dreimonatigen Kurs in Brüssel absolvieren, der ihn zum Laienprediger ausbilden sollte, wurde jedoch für ungeeignet dafür gehalten und ging daraufhin ohne Ausbildung in ein belgisches Erz- und Kohlengrubengebiet, wo er als Prediger und Lehrer tätig war. 1879 beschloß er jedoch Maler zu werden und hielt sich unter der künstlerischen Leitung seines Cousins A. Mauve in den Jahren 1883-1885 zeichnend und malend bei seinem Vater in Nuenen auf, der dort eine Pastorenstelle angenommen hatte. Bisher malte van Gogh in erdigen, schweren Farbtönen, was sich mit seinem Umzug nach Paris im Jahre 1885 ändern sollte. In Paris lebte sein Bruder Theo, der ihn von nun an finanziell unterstützte und hier machte van Gogh die Bekanntschaft von impressionistischen Malern, die seine Farbpalette erhellte und aufheiterte. Im Jahre 1888 verließ van Gogh Paris, um nach Arles zu ziehen. Sein Nervenzustand verschlechterte sich rapide, so daß ab 1889 Aufenthalte in den Hospitälern von Arles und Saint Rémy notwendig wurden. Im gleichen Jahr kam es aufgrund van Goghs geistiger Verwirrung zu einem tätlichen Angriff auf seinen Freund Gauguin, der zu ihm nach Arles gereist war. Auf diese Weise kam es zum Bruch zwischen den zwei Malern und van Gogh schnitt sich daraufhin sein Ohr ab. Schließlich begab sich van Gogh 1890 zu dem Arzt Gachet nach Auvers-sur-Oise bei Paris, der selbst ein Freizeitmaler und Freund der Impressionisten war. Am 27. Juli 1890 beging van Gogh mit einem Revolver einen Selbstmordversuch, dessen Folgen er zwei Tage später unterlag. In der Provence entwickelte van Gogh einen Malstil, der von leuchtenden, ausdrucksstarken Farben geprägt ist und nur noch wenig mit dem Impressionismus gemein hat, dem van Gogh in Paris begegnete. Mit diesem Stil wurde er neben Gauguin, Cézanne und Munch zum Vorläufer des Expressionismus und des Fauvismus. Zeit seines Lebens in völliger Armut und finanzieller Abhängigkeit von seinem Bruder lebend, gehören seine Werke heute zu den beliebtesten Bildern, die bei Auktionen Summen in Millionenhöhe erzielen.

Francisco José de Goya y Lucientes (1746 - 1828)

Am 30. März 1746 in Fuendetodos bei Saragossa geboren, lernte Goya zunächst bei José Luzan in Saragossa. Später zog er nach Madrid und trat in das Atelier Francisco Bayeus ein, der am Hof Karls III. unter Mengs tätig war. Nach einer Italienreise heiratete Goya im Jahre 1775 Josefa Bayeu und bekam ein Jahr später eine Stelle in der königlichen Teppichmanufaktur. 1786 wurde er zum Hofmaler ernannt und konnte so von nun an ein Leben ohne finanzielle Sorgen führen, erlitt jedoch im Jahre 1792 einen Schlaganfall, der zu dem völligen Verlust seines Gehörs führte. Bestimmte bisher eine lichte Version des spanischen Rokoko seine Werke, so entstanden von diesem Zeitpunkt an dunkle, schwere Bilder in silbergrauen Tönen. Goya, der sich der Liberalen Bewegung angeschlossen hatte, mußte 1824 Spanien verlassen; er ging nach Bordeaux, wo er am 16. April 1828 verstarb.

El Greco (um 1541 - 1614)

Der um 1541 auf Kreta geborene Greco verbrachte wahrscheinlich die ersten Lehrjahre in klösterlicher Umgebung, wo er die Ikonenmalerei erlernte. Er ging später nach Venedig und wurde Schüler Tizians; außer von dem Malstil seines Lehrers wurde er von der Leuchtkraft der Farbe in Werken Tintorettos und Bassanos beeinflußt. Im Jahre 1570 übersiedelte Greco nach Rom, wo er jedoch der von Michelangelo vorgegebenen Stilrichtung abweisend gegenüberstand und sie kritisierte. So konnte er in Rom nicht Fuß fassen und ließ sich 1580 im spanischen Toledo nieder und stand zunächst im Dienste Philipps II., erhielt kirchliche Aufträge und malte Porträts. Greco geriet jedoch wegen seiner grellen Farben, seiner Art religiöse Themen zu interpretieren oder der Überlängung der Figuren in Auseinandersetzungen mit seinen Auftraggebern, so daß er unter anderem keine königlichen Aufträge mehr erhielt. Der Künstler verstarb im Jahre 1614 in Toledo. Grecos Kunst war im Laufe der Zeit etwas in Vergessenheit geraten, wurde aber am Anfang des 20. Jahrhunderts wegen seines Hangs zur Abstraktion neu entdeckt. Greco gehört zu den wichtigsten manieristischen Künstlern Europas. In seinem Stil verschmilzt die byzantinische Kunst seiner Heimat mit den Einflüssen der venezianischen Malerei. Eine weitere Besonderheit in seinen Werken besteht darin, daß seine Figuren einerseits realistisch, andererseits jedoch überlängt und mystisch dargestellt werden.

HAP Grieshaber (*1909)

Am 15. Februar 1909 in Rot bei Leutkirchen geboren, lernte Grieshaber in den Jahren 1926/27 das Schriftsetzerhandwerk. Er studierte daraufhin in Stuttgart Kalligraphie und Buchkunst und bildete sich in London und Paris weiter, bevor er zwischen 1931 und 33 ausgedehnte Reisen in den Orient unternahm. Grieshaber, der als Holzschneider, Drucker und Maler bekannt geworden ist, stand zunächst noch unter dem Einfluß Klees und Feiningers, konnte jedoch schon bald seinen eigenen Stil entwickeln und fertigte Holzschnitte in nachexpressionistischem Stil an. Den Zweiten Weltkrieg verbrachte er als Soldat und Kriegsgefangener in Belgien und lehrte später zwischen 1955 und 1960 an der Kunstakademie in Karlsruhe. In dieser Zeit wurde sein Holzschnittwerk farbiger und enthielt vermehrt biblische und mythologische Themen. Kennzeichnend für Grieshabers Gesamtwerk ist die Holzschnittechnik in Langholz und der Holzstich in Hirnholz.

George Grosz (1893 - 1959)

Grosz wurde am 26. Juli 1893 in Berlin als Georg Ehrenfried Groß geboren. Er studierte in Dresden, Berlin und Paris und begann ab 1912 Ölbilder zu malen. Nach dem Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg, der zu einer Einweisung in eine Nervenheilanstalt führte, schloß sich Grosz einer Dada-Gruppe in Berlin an. Um 1920 verließ er den Stil futuristischer Visionen und karikaturhaft verzerrter Figuren und entwickelte eine beißend naturalistische Malweise, die als "Neue Sachlichkeit" bezeichnet wird. Im Jahre 1932 floh Grosz vor dem Nationalsozialismus nach New York, kehrte später jedoch nach Deutschland zurück und starb am 6. Juli 1959 in Berlin.

Francesco Guardi (1712 - 1793)

Der 1712 in Venedig als Sohn des Malers Domenico geborene Künstler malte Blumenstilleben, Theaterdekorationen, religiöse Themen und insbesondere Ansichten Venedigs. Bei letzteren Werken gelang es dem Vedutenmaler Guardi, das Licht über der Lagunenstadt auf märchenhafte und romantische Weise in allen möglichen Schattierungen darzustellen und damit die ganz eigene Stimmung Venedigs wiederzugeben. Guardi, der zu den Vertretern des venezianischen Rokoko gehört, starb am 1. Januar 1793 in Venedig.

Keith Haring (1958 - 1990)

Haring wurde am 4. Mai 1958 in Kutztown, Pennsylvania geboren und lernte schon früh vom Vater das Zeichnen. Im Jahre 1976 besuchte er die Ivy School of Professional Art in Pittsburgh, die er jedoch nach einem Jahr schon wieder verließ, um sich als Autodidakt künstlerisch weiterzubilden und, ohne eingeschrieben zu sein, Vorlesungen an der Universität zu besuchen. Seine erste Einzelausstellung fand 1978 statt; im gleichen Jahr zog Haring nach New York und immatrikulierte sich an der School of Visual Arts. 1980 nahm er an einer Ausstellung der aus der Graffiti-Szene stammenden Gruppe "COLAB" in einem verlassenen Haus am Times Square teil und bemalte Plakatwände an U-Bahnhöfen. Sein internationaler Durchbruch erfolgte im Jahre 1981, nachdem er mit dem Graffitimaler LA II zusammen eine Ausstellung organisiert hatte; nun folgten Ausstellungen und Retrospektiven in Amerika und Europa. Schließlich infizierte Haring sich mit dem Aids-Virus und verstarb im Februar 1990 an den Folgen der Krankheit.

Erich Heckel (1883 - 1970)

Am 31. Juli 1883 im sächsischen Döbeln geboren, lernte Heckel im Jahre 1904 Kirchner und Bleyl kennen, die mit ihm und Schmidt-Rottluff 1905 die Künstlervereinigung "Brücke" gründeten. Nach der Auflösung dieser Gruppe im Jahre 1913 baute Heckel seinen eigenen Stil weiter aus und malte in schärferen, kantigeren Konturen. 1915 tat er in Flandern Dienst als Krankenpfleger und malte neben Landschaftsbildern nun auch Menschen in sozialer oder körperlicher Not. Heckel starb am 27. Januar 1970 in Hemmenhofen am Bodensee.

Alfred Hrdlicka (*1928)

Alfred Hrdlicka wurde 1928 in Wien geboren und studierte an der dortigen Akademie der Künste zunächst Malerei bei Albert Paris Gütersloh und Josef Dobrowsky, später dann Bildhauerei bei Fritz Wotruba. Sein Werk, das von einer extremen psychischen und physischen Exzessivität gekennzeichnet ist, hat die menschliche Figur künstlerisch in Extremzustände des Leids, der Schändungen und des Tötens überführt. Gleichzeitig und damit korrespondierend analysiert Hrdlicka Formen menschlicher Sexualität, die bei ihm zu nicht minder drastischen Bildern führen. Die menschliche Figur, ihre realistische, aber stets expressiv gestaltete Form, bildet dabei den Fokus des gesamten Schaffens. Bewußt definiert er sich als Antipode zur ungegenständlichen Kunst und reklamiert für seine künstlerische Tätigkeit gesellschaftliches und politisches Engagement. In diesem Zusammenhang hat sich der Künstler mehrfach mit dem Gedanken an Krieg und Gewalt auseinandergesetzt. Neben dem großen Radierzyklus Wie ein Totentanz, der sich mit den Geschehnissen des 20. Juli 1944 auseinandersetzt, hat Alfred Hrdlicka vor allem im Hamburger Gegendenkmal und im Mahnmal gegen Krieg und Faschismus auf dem Wiener Albertina-Platz eine expressiv-drastische Form der öffentlichen Plastik entwickelt.

Friedensreich Hundertwasser - (1928 - 2000)

Er wurde am 15. Dezember 1928 als Friedrich Stowasser in Wien geboren und besuchte 1948 drei Monate lang die Akademie der bildenden Künste in Wien. Durch eine Ausstellung Egon Schieles wurde Hundertwasser sehr beeinflußt, entwickelte jedoch langsam einen eigenen Stil. Im Jahre 1949 nahm er den Namen "Hundertwasser" an und unternahm Reisen innerhalb Europas und nach Nordafrika. Eine erste Ausstellung zeigte seine Werke zwischen 1953 und 1956 in Wien, Köln, Paris und Mailand; darauf folgte 1958 sein "Verschimmelungsmanifest gegen den Rationalismus in der Architektur". Der erste Hundertwasser-Film war im Jahre 1966 zu sehen. 1974 konzipierte er eine Fußgängerzone in Wien, worauf 1980 ein Wohnprojekt folgte, das Hundertwasser im Auftrag der Stadt Wien plante. Im gleichen Jahr wurde ihm der größte österreichische Staatspreis verliehen und Hundertwasser hielt eine Rede gegen Atomkraft. 1985 entwarf er erneut ein Hundertwasserhaus für die Gemeinde Wien. Hundertwasser, der sich selbst als Erneuerer des Wiener Jugendstils sieht, malt ornamentale und bunte Bilder. Sein Bestreben war seit jeher, die Umwelt zu schützen und ein menschliches Wohnen zu ermöglichen; beides findet sich somit auch in seiner Architektur wieder, die bunt und organisch wirkt und viele Grünflächen enthält.

Jean Auguste Dominique Ingres -(1780 - 1867)

Antike neu entdeckt
Ingres wurde am 29. August 1780 in Montauban als Sohn eines Stukkateurs und Bildhauers geboren. Der Vater, von dem er den ersten Zeichenunterricht erhielt, schickte ihn schon mit elf Jahren auf die Akademie von Toulouse. Im Jahre 1797 wurde er Schüler im Atelier von Jaques Louis David in Paris und zwei Jahre später wurde Ingres an der École des Beaux-Arts aufgenommen. Als Stipendiat kam er dann im Jahre 1806 nach Rom, wo er mit akribischer Detailgetreue als Porträtmaler tätig war. Von Rom aus ging er 1819 nach Florenz und studierte dort die Werke Tizians und Raffaels, bevor er 1824 nach Paris zurückkehrte. Hier erhielt er auf der einen Seite Auszeichnungen für seine Bilder, auf der anderen Seite wurden seine Werke jedoch heftig kritisiert, so daß er 1935 wieder nach Italien ging und dort in Florenz Direktor der Villa Medici wurde. 1841 zog es ihn erneut nach Paris zurück und dieses Mal wurde seine Kunst von allen Seiten gerühmt, so daß ihm viele Ehren zuteil wurden. Ab 1850 war Ingres Präsident der École des Beaux-Arts und bestimmte die Malerei seiner Zeit. Er starb am 14. Januar 1867 in Paris. Ingres, der ein bedeutender Vertreter des späten Klassizismus war, strebte stets nach der perfekten Form. Er verehrte die Kunst Raffaels und schuf dadurch ruhige, detaillierte Bilder mit einem Hang zum Antiken.

Alexej Georgewitsch von Jawlensky (1864 - 1941)

Am 13. März 1864 in Torschok (Rußland) geboren, besuchte Jawlensky die Kadettenschule in Moskau und begann nebenbei zu malen. Im Jahre 1889 ließ er sich als Offizier nach St. Petersburg versetzen, wo er die Kunstakademie besuchte. 1891 lernte er die Malerinnen Helene Nesnakomoff und Marianne von Werefkin (seine spätere Frau) kennen, verließ als Hauptmann 1896 das Militär und ging mit beiden Frauen nach München, wo er die Azbé-Kunstschule besuchte und Kandinsky begegnete. Auf Reisen lernte Jawlensky die Werke von van Gogh, Gauguin, Cézanne und Matisse kennen, die bei ihm zu einem farbintensiven Malstil mit kraftvoller Pinselführung führten. Er arbeitete teilweise zusammen mit Matisse und später mit Kandinsky, Münter und Werefkin in Murnau. Im Jahre 1909 gründete er dann mit Kandinsky die "Neue Münchner Künstlervereinigung" und schloß sich später der Gruppe des "Blauen Reiters" an. Als Jawlensky während des Ersten Weltkrieges aus Deutschland ausgewiesen wurde, zog er in die Schweiz. 1924 gründete er mit Feininger, Kandinsky und Klee die Gruppe der "Blauen Vier". Jawlensky starb am 15. März 1941 in Wiesbaden. Er verwendete als Vertreter des Expressionismus die Farben nicht rein dekorativ, sondern setzte sie symbolhaft ein.

Wassily Kandinsky (1866 - 1944)

Kandinsky wurde am 4. Dezember 1866 in Moskau geboren. Nach einem erfolgreichen Jura- und Volkswirtschaftsstudium in Moskau ging er im Jahre 1896 nach München, um sich dort an der Azbé-Schule der Malerei zu widmen. 1900 trat er in die Klasse von Franz von Stuck ein und gründete im darauf folgenden Jahr die Künstlergruppe "Phalanx", zu der auch seine spätere Lebensgefährtin Gabriele Münter gehörte. In den Jahren 1904-1908 reiste Kandinsky durch Europa und Nordafrika und begann mit den Fauves Kontakt aufzunehmen, von deren expressiver Farbigkeit er fasziniert war. Von dieser Zeit an nahm die Farbe als formendes und kompositorisches Element einen wesentlichen Platz in seiner Kunst ein. 1908 zog Kandinsky mit Gabriele Münter nach Murnau, das südlich von München liegt. Hier entstanden viele Landschaftsbilder der Umgebung, aber auch eine theoretische Schrift "Über das Geistige in der Kunst". Mit Klee, Jawlensky, Münter, Macke und Marc bildete Kandinsky 1911 die Künstlergemeinschaft "Der blaue Reiter", die bis 1914 bestand. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 ging Kandinsky nach Moskau zurück, wo er ab 1918 Professuren übernahm und Museen und Akademien gründete. 1921 kehrte er, zum großen Ärger Münters mit Nina Andrejewskaja verheiratet, nach Deutschland zurück, wo er 1922 am Weimarer und später auch am Dessauer Bauhaus mitwirkte. 1928 nahm er die deutsche Staatsbürgerschaft an, emigrierte jedoch 1933 nach Neuilly-sur-Seine in Frankreich. Kurz vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges nahm er 1939 die französische Staatsbürgerschaft an und verstarb am 13. Dezember 1944 in Neuilly-sur-Seine bei Paris. Bis ca. 1906 wirkten impressionistische Bilder einen enormen Einfluß auf die Malerei Kandinskys aus; als eine weitere Inspirationsquelle diente ihm die Kunst seiner russischen Heimat. Mit seinem späteren Malstil, der sich etwa ab 1910 von dem Gegenständlichen zu lösen begann, wurde Kandinsky zum Wegbereiter der abstrakten Malerei.

Ernst Ludwig Kirchner (1880 - 1938)

Der am 6. Mai 1880 in Aschaffenburg als Sohn eines Papierchemikers geborene Kirchner nahm neben dem Schulunterricht schon Zeichenkurse. Im Jahre 1901 begann er in Dresden ein Architekturstudium, das er 1903 für zwei Semester unterbrach, um in München an der dortigen Kunstschule zu studieren. Nach dem Abschluß seines Architekturstudiums in Dresden gründete Kirchner zusammen mit Bleyl, Heckel und Schmidt-Rottluff die Künstlervereinigung "Brücke"; Anregungen erhielt die Gruppe durch eine neoimpressionistische Ausstellung und die Kunst "primitiver" Völker. 1913 löste sich die "Brücke" auf. Kirchner meldete sich 1914 zum Kriegsdienst, wurde jedoch bereits ein Jahr später wegen eines Nervenzusammenbruches aus der Armee entlassen. Erholungsphasen in Dresden und im schweizerischen Davos folgten. Die Kunst Kirchners wurde unter nationalsozialistischer Herrschaft als "entartet" angesehen, was unter anderem zu dem Freitod Kirchners am 15 Juni 1938 geführt haben könnte. Die expressionistischen Werke Kirchners haben große Bedeutung für die deutsche Kunstgeschichte der Moderne.

Klimt (1862 - 1918)

Klimt wurde am 14. Juli 1862 in Baumgarten bei Wien als Sohn eines Graveurs geboren. Im Jahre 1876 trat er in die Malklasse des Prof. Julius Viktor Berger an der Kunstgewerbeschule in Wien ein. Er beendete diese Ausbildung 1883 und gründete im gleichen Jahr die "Künstlercompagnie", die aus ihm, seinem Bruder Ernst Klimt und Franz Matsch bestand; die Künstlergemeinschaft führte unter anderem im Jahre 1886 Dekorationsaufgaben im Wiener Burgtheater durch. 1888 wurde Klimt das Goldene Verdienstkreuz verliehen und im gleichen Jahr unternahm er Reisen nach Krakau, Triest, Venedig und München. Einige Jahre nach dem Tod des Vaters und des Bruders Ernst 1892 gründete Klimt 1897 zusammen mit Joseph Maria Olbrich und Josef Hoffmann die "Wiener Secession", deren Leiter er wurde und deren erste Ausstellung ein Jahr später stattfand. Im Jahre 1905 trat die "Klimtgruppe" jedoch aus der Secession aus. Klimt gründete ein Jahr später den Österreichischen Künstlerbund, deren Präsident er 1912 werden sollte, und unternahm Reisen nach Brüssel, London und Florenz. 1907 wurden die ersten erotischen Zeichnungen von ihm veröffentlicht. Im Jahre 1909 endete dann seine "goldene Periode". Klimt verstarb am 6. Februar 1918 in Wien. Schon um die Jahrhundertwende stellten die Werke Klimts den Mittelpunkt der Wiener Kunst dar. Er vereinigte die verschiedenen Richtungen des internationalen Jugendstils und schaffte eine Synthese aus Figuren und Ornamenten, die in flächigem Stil gemalt, dem Betrachter einen besonders sinnlichen und prunkvollen Eindruck vermitteln.

Yves Klein (1928 - 1962)

Der am 28. August 1928 in Nizza geborene Klein studierte zw